Bemessung für Normalkraft, Biegemoment (N, M, N und M)

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ÖNORM B 4700 Bemessung > Nachweise in den Grenzzuständen der Tragfähigkeit

Bemessung für Normalkraft, Biegemoment (N, M, N und M)

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Die Bemessung für Normalkraft und Biegemoment erfolgt nach ÖNORM B 4700, Kapitel 3.4.2. Die für jede Schnitt­kraft­kombination erforder­liche Bewehrung am Stahl­beton­quer­schnitt wird iterativ, nach Formulierung der Gleich­gewichts­bedin­gun­gen, unter Beachtung der in der nach­folgen­den Abbildung dar­ge­stell­ten Grenz­deh­nungs­linien ermittelt. Das end­gültige Resultat ergibt sich aus dem Extrem­wert aller be­rech­ne­ten Bewehrungen.

Dehnungsbereiche für die Bemessung nach ÖNORM B4700, Kapitel 3.4.2

Dehnungsbereiche für die Bemessung

Die Stahldehnung wird aus Gründen numerischer Stabilität auf εs = 20 ‰ begrenzt. Der Anwender steuert durch die Vorgabe der Bewehrungs­geometrie und die Auswahl eines von drei Bemes­sungs­modi das Ergebnis der Bemessung.

 

Modus Standard

Dies ist der Normalmodus zur Bemessung für Biegung mit Längskraft im gesamten Bean­spruch­ungs­be­reich. Die Bewehrung wird soweit wie möglich im Zug­bereich eingelegt. Vorge­gebene Ver­hält­nis­se zwischen be­stimmt­en Bewehrungs­lagen in der Zug- bzw. Druck­zone bleiben so weit wie möglich erhalten. Aus Gründen der Wirtschaft­lichkeit wird bei Über­schreitung der zur Festig­keit fsd des Stahls gehörenden Stahl­dehnung εsd Druck­bewehrung ermittelt.

In den Dehnungsbereichen 4 und 5 wird wie bei symmetrischer Bemessung verfahren. Die Vorschriften zur Mindest­bewehrung für die minder­beanspruchte Richtung von Platten und Wänden nach Kapitel 6.6.2 bleiben bei der Bemessung unberücksichtigt.

 

Modus Symmetrisch

Im Gegensatz zur Standard­bemes­sung wird in allen Dehnungs­bereichen, falls erforderlich, die Bewehrung an allen vor­definierten Orten ein­ge­legt. Vorge­gebene Ver­hält­nis­se zwischen be­stimmt­en Bewehrungs­lagen bleiben erhalten.

 

Modus Druckglied

Die Bemessung wird symmetrisch durchgeführt. Zusätzlich wird die nach Kapitel 3.4.9.2 der B 4700 für Stützen und Druck­glieder verlangte Mindest­bewehrung ermittelt:

As,min = 0,15 · Nsd / fyd ≥ 0,0028 Ac

(60)

mit

fydBemessungswert der Festigkeit des Betonstahls an der Streckgrenze.
NsdBemessungswert der aufzunehmenden Längskraft.
AcGesamtfläche des Betonquerschnitts.

 

 

Berücksichtigung von Spanngliedern im Verbund

In der Bemessung von Stäben und Bemes­sungs­objekten werden die Schnitt­größen des Beton­quer­schnitts um die statisch bestimmten Anteile gemindert, wie sie sich aus Vorspannung abzüglich der Verluste aus Kriechen, Schwinden und Relaxation des Spann­stahls (CSR) ergeben. Aus­ge­nommen sind die Situationen vor dem Verpressen der Spann­glieder. In den verbleibenden Schnitt­größen für den Verbund­quer­schnitt sind dann nur noch die Zwängungs­anteile aus P+CSR und die äußeren Lasten enthalten. Die durch den Benutzer lagemäßig festgelegte Schlaff­stahl­bewehrung wird bei Bedarf solange erhöht, bis die Verbund­schnitt­größen aufgenommen werden können. Im Bemessungsmodus Druckglied wird bei der Ermittlung der Mindestbewehrung nach Kap. 3.4.9.2 die Spannstahlfläche angerechnet.

Die Lage der Spannstränge im Querschnitt, die Spann­kraft­verluste aus CSR, die statisch be­stimmt­en Anteile sowie die Schnitt­größen des Beton­quer­schnitts und Verbund­quer­schnitts wer­den im aus­führ­lichen Protokoll ausgegeben.

Da bei Flächentragwerken eine Trennung in statisch bestimmte und unbestimmte Anteile der Schnittgrößen aus Vorspannung nicht möglich ist, wird bei der Bemessung der Längsbewehrung die Vorspannung vollständig auf der Einwirkungsseite berücksichtigt, während auf der Widerstandsseite nur Schlaffstahl und Beton wirksam werden. Die Dehnungsreserven der im Verbund liegenden Spannglieder bleiben folglich ungenutzt.