Ermüdung von Längsbewehrung, Schubbewehrung und Spannstahl

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DIN 1045-1 Bemessung > Nachweise in den Grenzzuständen der Tragfähigkeit > Nachweise gegen Ermüdung

Ermüdung von Längsbewehrung, Schubbewehrung und Spannstahl
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Der Ermüdungsnachweis wird nach DIN 1045‑1, Kapitel 10.8, geführt. Die Ermittlung der Stahl­spannungen erfolgt für Längs­bewehrung aus Biegung und Längs­kraft sowie für Spann­stahl in Stäben und Bemessungs­objekten unter Annahme eines gerissenen Beton­quer­schnitts. Für Schub- und Längs­bewehrung aus Querkraft und Torsion werden die Spannungen gemäß 10.8.2 (4) auf der Grundlage eines Fach­werk­modells mit der Druck­streben­neigung tan Θfat = √ tan Θ nach 10.8.2 (5) berechnet. Dabei ist Θ der bei dem zugehörigen Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit angesetzte Winkel zwischen Beton­druck­streben und Trägerachse. Spann­stahl­spannungen in Flächen­elementen werden am unge­rissenen Be­tonquer­schnitt ermittelt. Für Spann­glieder ohne Verbund und externe Spann­glie­der wird kein Nachweis geführt.

 

Vereinfachter Nachweis

Nach Kapitel 10.8.4 (2) kann ausreichender Widerstand gegen Ermüdung angenommen werden, wenn unter der häufigen Einwirkungskombination die Spannungsschwingbreite für ungeschweißte Bewehrungs­stäbe 70 MN/m² nicht übersteigt. Die Bedingung nach Kapitel 10.8.4 (3) für Kopplungen und Schweißverbindungen wird programmseitig nicht überprüft.

 

Nachweis über schadensäquivalente Schwingbreiten

Der Nachweis gilt als erbracht, wenn für Beton­stahl und Spann­stahl gilt:

 

γF,fat · γEd,fat · Δσs,equ ≤ ΔσRsk(N*) / γs,fat

(119)

mit

γF,fat = γEd,fat = 1 gemäß Kapitel 5.3.3 (2).
γs,fat = 1,15 für Betonstahl und Spannstahl mit neuer Zulassung.
= 1,25 für Spannstahl mit Zulassung nach DIN 4227‑1 gem. ARS 11/03 (13).
ΔσRsk(N*) Zulässige charakteristische Spannungsschwingbreite bei N* Lastzyklen gemäß den Wöhlerlinien nach Tab.17 für Spannstahl bzw. Tab.16 für Betonstahl.
Δσs,equ Schadensäquivalente Schwingbreite mit Δσs,equ = max Δσs nach 10.8.3 (5).
max Δσs Berechnete maximale Schwingbreite, bei Längs­bewehrung aus Bie­gung und Längs­kraft ein­schließ­lich des Erhöhungs­fak­tors η gemäß Kapitel 10.8.2 (3) zur Berück­sichtigung des unter­schied­lichen Ver­bund­ver­haltens von Beton- und Spann­stahl.

 

Die Werte für ΔσRsk(N*) und η werden vom Benutzer im Quer­schnitts­dialog vor­ge­geben.

 

Berechnungsmethode

Als vorhandene Längsbewehrung wird das Maximum aus Robustheits-, Riss- und Biege­beweh­rung an­genom­men. Falls damit die Bean­spruchung aus der Ermüdungs­kom­bi­na­ti­on im Zustand II nicht aufnehmbar ist, wird mit der vorhandenen Bewehrung und den Nach­weis­schnitt­größen eine erneute Bemes­sung durchgeführt.

 

Die sich aus dem Dehnungs­zustand im Zustand II bzw. am Fach­werk­modell ergebende maxi­male Spannungs­schwing­breite je Stahl­lage wird für jede Nach­weis­situation getrennt ermittelt. Durch Multiplikation mit dem Beiwert η wird die schadens­äquivalente Schwing­breite Δσs,equ erhalten. Wenn diese bei Längs- oder Schub­bewehrung die zulässige Spannungs­schwing­breite nach Gl. (119) übersteigt, wird die er­forder­liche Bewehrung solange iterativ erhöht, bis der Nach­weis für alle Situationen erfüllt ist. In den Bemes­sungs­modi Symmetrisch und Druckglied wird die Längs­bewehrung an allen vor­definier­ten Orten eingelegt. Vorge­gebene Ver­hält­nis­se zwischen einzelnen Bewehrungs­lagen bleiben er­halten.

 

Die für den Nachweis maßgebliche, gegebenen­falls erhöhte Bewehrung wird im Nach­weis­pro­to­koll ausgegeben und für die graphische Darstellung ge­speichert.