Bemessung für Querkraft

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DIN 1045-1 Bemessung > Nachweise in den Grenzzuständen der Tragfähigkeit

Bemessung für Querkraft

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Die Bemessung für Querkraft umfasst die Ermittlung der Querkraftbewehrung und den Nach­weis der Beton­druck­streben nach DIN 1045‑1, Kapitel 10.3. Es gelten folgende Be­sonder­heiten:

•Die Neigung der Querkraftbewehrung wird mit 90° angenommen.
•In der Berechnung wird der Wert für cot Θ auf den nach Gl. (73) zu­läs­sigen Bereich begrenzt (Verfahren mit bean­spruchungs­ab­hängiger Druck­stre­ben­neigung), sofern im Querschnittsdialog nicht der Nachweis mit einem konstanten Wert gewählt wurde. Die tatsächlich wirksame Neigung der Beton­druck­stre­ben wird für jeden Nach­weis­ort im Protokoll ausgegeben. Ausgabe 2008, Kapitel 10.3.4 (3): Bei senkrechten Bügeln oder Längszugbelastung sollte cot Θ die Grenze 1,0 nicht unterschreiten. Dies wird programm­seitig gewährleistet, sofern der Anwender nicht einen kleineren Wert vorgibt.
•In der berechneten Bügelbewehrung ist die Mindest­bewehrung nach Kapitel 13.2.3 der Norm enthalten, wobei der Bewehrungs­grad ρ nach Tabelle 29 mit dem Faktor gemäß Benutzer­ein­gabe gewichtet wird. Bei Flächen wird Mindest­bewehrung nur dann ermittelt, wenn Quer­kraft­bewehrung rechnerisch erforderlich ist (vgl. NABau Nr. 131).
•Bei Stäben und Bemes­sungs­objekten wird die Schub­be­mes­sung ge­trennt für die Querkräfte Qy und Qz durchgeführt.
•Platten- und Schalenelemente werden für die Querkraft qr = √(qx² + qy²) bemessen. Für die zugehörige Längs­kraft wird, je nachdem was ungünstig wirkt, die Haupt­druck- oder die Hauptzugkraft eingesetzt. Falls gewählt, wird alternativ der Nachweis gemäß Kapitel 10.3.1 (5) getrennt für die Bewehrungsrichtungen x und y geführt. Für die zugehörige Längs­kraft wird dann die in Bewehrungsrichtung wirkende Normalkraft eingesetzt. Wenn Querkraftbewehrung erforderlich ist, wird diese aus beiden Richtungen addiert.
•Es erfolgt keine Verminderung der Einwirkung auflagernaher Lasten nach Kapitel 10.3.2, Absatz (1) oder (2) der Norm.
•Bei Stäben und Bemessungs­objekten werden die maß­geben­den Werte des Ersatz­recht­ecks un­ab­hängig von der normalen Quer­schnitts­geometrie vom Anwender definiert.
•Gemäß Kapitel 10.3.4 (2) wird der innere Hebelarm mit z = 0,9 d angenommen und auf das Maximum aus z = d – cv,l – 30 mm und z = d – 2cv,l begrenzt (vgl. NABau Nr.24). Dabei ist cv,l das Verlegemaß der Längsbewehrung in der Betondruckzone. Wenn cv,l nicht angegeben ist, nimmt das Programm statt dessen den kleinsten Achsabstand der Längsbewehrung vom Querschnittsrand, d1.
•Bei Stabquer­schnitten mit interner Vorspannung wird der Bemessungs­wert der Quer­trag­fä­hig­keit VRd,max gemäß Kapitel 10.3.4 (8) mit dem Nennwert bw,nom der Quer­schnitts­breite ermittelt.
•Ausgabe 2008: Die Quertragfähigkeit VRd,max wird gemäß Kapitel 10.3.1 (4) nur für Querkräfte VEd > VRd,ct geprüft.
•Die Notwendigkeit einer Quer­kraft­bewehrung wird nach Kapitel 10.3.3 der Norm untersucht. Dabei erfolgt eben­falls keine Verminderung der Einwirkung auflager­naher Lasten.

 

Nachfolgend sind die verwendeten Formeln der DIN 1045‑1 wiedergegeben.

 

Bauteile ohne rechnerisch erforderliche Querkraftbewehrung

Der Bemessungswert VRd,ct der aufnehmbaren Querkraft eines Bauteils ohne Querkraftbewehrung ergibt sich nach Gl. (70).

VRd,ct = [ 0,10 · κ · η1 · (100 ρl · fck)1/3 – 0,12 · σcd ] · bw · d

(70:2001)

VRd,ct = [ 0,15/γc · κ · η1 · (100 ρl · fck)1/3 – 0,12 · σcd ] · bw · d

(70:2008)

Ausgabe 2008: Dabei darf ein Mindestwert der Querkrafttragfähigkeit VRd,ct,min nach Gleichung (70a) angesetzt werden:

VRd,ct,min= [ η1 · vmin – 0,12 σcd ] · bw · d

(70a)

mit

Formel zur Berechnung von νmin nach DIN 1045‑1

Dabei ist

κ ein Maßstabsfaktor mit

Formel zur Berechnung von κ nach DIN 1045‑1

mit d in mm

(71)

γc der Teilsicherheitsbeiwert für bewehrten Beton nach 5.3.3 (6), Tab. 2.
η1= 1,0 für Normalbeton; für Leichtbeton nach Tabelle 10.
ρl der Längsbewehrungsgrad mit
Formel zur Berechnung von ρl nach DIN 1045‑1
Asl die Fläche der Zugbewehrung, die mindestens um das Maß d über den betrachteten Quer­schnitt hinaus geführt und dort wirksam verankert wird (siehe Bild 32). Bei Vor­spannung mit sofortigem Verbund darf die Spann­stahl­fläche voll auf Asl angerechnet werden.
bw die kleinste Querschnittsbreite innerhalb der Zugzone des Querschnitts in mm.
ddie statische Nutzhöhe der Biegebewehrung im betrachteten Querschnitt in mm.
fck der charakteristische Wert der Betondruckfestigkeit in N/mm² .
σcd der Bemessungswert der Betonlängsspannung in Höhe des Schwer­punkts des Quer­schnitts mit
σcd = NEd / Ac in N/mm².
NEd der Bemessungswert der Längskraft im Querschnitt infolge äußerer Ein­wir­kungen oder Vorspannung (NEd < 0 als Längsdruckkraft).
κ1 = 0,0525 für d ≤ 600 mm
= 0,0375 für d ≥ 800 mm
Im Bereich 600 mm < d < 800 mm darf κ1 linear interpoliert werden.

 

Bauteile mit rechnerisch erforderlicher Querkraftbewehrung

Der Bemessungswert der durch die Tragfähigkeit der Querkraftbewehrung begrenzten aufnehmbaren Querkraft ist nach Gl. (75) zu ermitteln.

Gleichung 75 nach DIN 1045‑1

(75)

Dabei ist

Asw die Querschnittsfläche der Querkraftbewehrung.
sw der Abstand der zur Bauteilachse rechtwinkligen Bewehrung in Richtung der Bau­teil­achse gemessen.
z = 0,9 ⋅ d < max(d ‑ 2 cv,l, d ‑ cv,l ‑ 30 mm) mit cv,l als Verlegemaß der Längsbewehrung gemäß Kapitel 10.3.4 (2).

Die Neigung Θ der Druckstreben des Fachwerks ist wie folgt zu begrenzen:

Gleichung 73 nach DIN 1045‑1

≤ 3,0 für Normalbeton

≤ 2,0 für Leichtbeton

(73)

Ausgabe 2008: cot Θ < 1 sollte nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Bei Längs­zug­belastung gilt diese Untergrenze generell (vgl. auch Heft 525, Ber. 1:2005‑05). Im Programm wird die Grenze eingehalten, sofern der Anwender nicht einen kleineren Wert vorgegeben hat.

Dabei ist

Gleichung 74:2001 nach DIN 1045‑1

(74:2001)

Gleichung 74:2008 nach DIN 1045‑1

(74:2008)

ßct = 2,4
cj = 0,50
η1 = 1,0 für Normalbeton; für Leichtbeton nach Tabelle 10.
σcd der Bemessungswert der Betonlängsspannung in Höhe des Schwerpunkts des Quer­schnitts mit
σcd = NEd / Ac in N/mm²
NEd der Bemessungswert der Längskraft im Querschnitt infolge äußerer Ein­wir­kungen oder Vorspannung (NEd < 0 als Längsdruckkraft).
VEd der Bemessungswert der einwirkenden Querkraft.

Der Bemessungswert der maximalen Querkrafttragfähigkeit VRd,max wird nach Gl. (76) ermittelt.

Gleichung 76 nach DIN 1045‑1

(76)

Dabei ist

αc der Abminderungsbeiwert für die Druckstrebenfestigkeit.
αc = 0,75 ⋅ η1 mit η1 = 1,0 für Normalbeton; für Leichtbeton nach Tabelle 10.

 

Querkraftbewehrung

Gleichung 151 nach DIN 1045‑1

(151)

Dabei ist

ρw der Bewehrungsgrad der Querkraftbewehrung.
α der Winkel zwischen Querkraftbewehrung und Balkenachse.
min ρw der Mindestwert von ρw nach 13.2.3 (5)
Allgemein: ρw = 1,0 ρ
Platten: ρw = 0,6 ρ
Gegliederte Querschnitte mit vorgespanntem Zuggurt: ρw = 1,6 ρ
ρ der Grundwert für die Ermittlung der Mindestbewehrung nach Tabelle 29 der Norm.