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<< Hier Klicken, um das Inhaltsverzeichnis anzuzeigen >> Schubsicherung |
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Die Schubsicherung nach DIN 4227‑1, Abschnitt 12, wird für die maßgebenden Schnittgrößenkombinationen für Stab- und Flächentragwerke in unterschiedlicher Form nachgewiesen.
Folgende Nachweise werden geführt:
| • | Schiefe Hauptzugspannungen nach Zustand I im Gebrauchszustand |
| • | Schiefe Hauptdruckspannungen nach der Fachwerkanalogie im Bruchzustand |
| • | Bemessung der Schubbewehrung aus Querkraft |
| • | Ermittlung der Torsionsbewehrung am Ersatzhohlquerschnitt |
Falls für Nachweisquerschnitte innerhalb der Berechnungsvorgaben Vollpolygonen definiert sind, werden deren Schubkenndaten der Berechnung zugrundegelegt, sofern nicht bereits im Querschnittspolygon mitwirkende Plattenbreiten markiert wurden.
Schiefe Hauptzugspannungen im Gebrauchszustand
Voraussetzung für die Ermittlung der schiefen Hauptzugspannungen ist eine vollständige Querschnittsberechnung, die im Rahmen der Nachweise automatisch erfolgt. Mit Hilfe der hierdurch aufbereiteten Schub- und Querschnittskenndaten können die schiefen Hauptzugspannungen nach Zustand I im Gebrauchszustand an sämtlichen Ergebnispunkten ermittelt werden. Die Extrema am Querschnittsrand werden gespeichert und protokolliert. Berücksichtigt werden Normalspannungen aus schiefer Biegung mit Normalkraft, sowie Schubspannungen aus Querkraft und Torsion.
Die Hauptzugspannungen σ1 werden nach Tabelle 9, Zeilen 46 bis 49, begrenzt. Der Nachweis wird auf den Bereich von Längsdruckspannungen gemäß Abschnitt 12.2 (1) beschränkt.
Schiefe Hauptdruckspannungen im rechnerischen Bruchzustand
Der Nachweis der schiefen Hauptdruckspannungen wird in Abhängigkeit von der maximalen Randzugspannung nach Zone a bzw. Zone b geführt.
Querkraft, Zone a:
Die Hauptschwierigkeit der Ermittlung der schiefen Hauptdruckspannungen nach Zone a besteht in der Bestimmung der Verteilung der mittleren Schubspannungen infolge Querkraft für beliebige Querschnitte. Hierzu werden Schnitte senkrecht zur jeweiligen Querkraftrichtung durch alle Polygonpunkte, die Seitenmittenpunkte und in Höhe des Querschnittsschwerpunktes geführt. Eine zusätzliche Schnittverdichtung wird durch das Programm nach Bedarf erzeugt. Längs jeder Schnittlinie wird zunächst die Verteilung der Schubspannungen τ nach Zustand I mit Hilfe der Methode der Randelemente berechnet. Hieraus ergibt sich durch Integration und Mittelung über die jeweilige Schnittbreite die mittlere Schubspannung τm eines Schnittes. Die nachfolgenden Abbildungen demonstrieren die beschriebene Vorgehensweise anhand eines einstegigen Plattenbalkens. Die Neigung ϑ der Druckstreben gegen die Querschnittsnormale wird hierbei gemäß Gleichung (11) wie folgt angenommen:
tan ϑ = ( 1 - Δτ / τQu ) tan ϑ1 ≥ 0,4 mit:
| τQu | Größtwert der im Querschnitt vorhandenen Schubspannung τm infolge Querkraft nach Zustand I. |
| Δτ | 60% des Schubspannungswertes nach Tabelle 9, Zeile 50. |
| ϑ1 | Neigungswinkel der Hauptdruckspannungen im Zustand I in der Schwerelinie des Trägers bzw. am Ort der größten Schubspannung. |
Querschnittspolygon [cm]
Schnittführung und Schubspannungsverteilung am Querschnittspolygon
Die Berechnung der schiefen Hauptdruckspannungen aus Querkraft erfolgt nach der Fachwerkanalogie, also nach Ausfall der schiefen Hauptzugspannungen unter Zugrundelegung vertikaler Schubbügel. Dies führt bei Beachtung der Angaben der folgenden Abbildung und Formulierung des Gleichgewichts zu:
Zτ = Z'τ z cot ϑ
Dτ = D'τ z cos ϑ
τQu = Qu /(b·z)
Erläuterung der Fachwerkanalogie
Schnitt || |
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⇒ aS,bü |
Schnitt ⊥ |
|
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Z'τ und D'τ sind die auf die Einflussbreite bezogenen Bügelkräfte bzw. Betondruckstrebenkräfte. Vereinfachend wurde hier mit der Schubverteilungsfläche b·z gearbeitet. Die Hauptdruckspannungen σ2 werden gemäß Benutzervorgabe nach Tabelle 9 begrenzt.
Querkraft, Zone b:
In Zone b befindet sich der Querschnitt per Definition im gerissenen Zustand II, d.h. Schubrisse bilden sich aus Biegerissen. Die maßgebende Schubspannung wird als Schubspannungsrechenwert nach DIN 4227 ermittelt.
τQR = Qu /(b·z)
mit
| z | Hebelarm der inneren Kräfte im Zustand II. |
| b | Breite des Ersatzrechteckquerschnittes. |
Die Neigung ϑ der Druckstreben gegen die Querschnittsnormale wird hierbei gemäß Gleichung 12, wie folgt angenommen:
tan ϑ = ( 1 - Δτ / τQR ) ≥ 0,4
mit
| τQR | Rechenwert der Schubspannung infolge Querkraft nach Zustand II. |
| Δτ | 60% des Schubspannungswertes nach Tabelle 9, Zeile 50. |
Der Rechenwert τQR wird nach Tabelle 9, Zeile 56, begrenzt.
Die schiefen Hauptdruckspannungen ergeben sich hier analog zu Zone a und werden ebenfalls gemäß Benutzervorgabe nach Tabelle 9 begrenzt.
Torsion:
Die Schubspannungen aus Torsion werden am Ersatzhohlquerschnitt gemäß Bild 9 ermittelt.
\begin{align*}
\tau_\mathrm{Tu}= \frac
{M_\mathrm{Tu}}{2d_1 A_\mathrm{k}}
\end{align*}
mit
| d1 | Wanddicke des Ersatzhohlquerschnittes. |
| Ak | Kernquerschnittsfläche. |
Bei Annahme einer konstanten Druckstrebenneigung von 45° und vertikaler Bügelanordnung ergeben sich Hauptdruckspannungen aus Torsion zu:
\begin{align*}
\sigma_\mathrm{2,Tu}^{II}= -2\tau_\mathrm{Tu}
\end{align*}
Diese werden dem Einfluss aus Querkraft überlagert und gemäß Benutzervorgabe nach Tabelle 9 begrenzt.
Die Bemessung der Schubbewehrung erfolgt mit Hilfe der oben ermittelten bezogenen Bügelzugkraft Z'τ und der Streckgrenze σs,u der Schubbügel zu:
erf aS,bü = Z'τ / σS,u
Falls keine abweichende Vorgabe erfolgte, wird Schubbewehrung aus Querkraft erst ausgewiesen, wenn die Hauptzugspannung (Zone a) bzw. die Schubspannung (Zone b) den durch Benutzervorgabe definierten Schwellenwert nach Tabelle 9 überschreitet.
Torsionslängs- und Bügelbewehrung
Die erforderliche Torsionslängs- und Bügelbewehrung berechnet sich bezogen auf die Längeneinheit zu:
erf aS,bü = erf aS,L = τTu·d1 / σS,u
Schiefe Hauptzugspannungen
Die schiefen Hauptzugspannungen im Gebrauchszustand werden für Flächenelemente nicht untersucht.
Schubspannungen in Zone b
Der Nachweis der Schubspannungen erfolgt stets in Zone b in der Höhe der Nulllinie. Der Rechenwert der Schubspannung τQR wird analog zu den Stäben, jedoch unter Ansatz der maximalen Querkraft
\begin{align*}
q_\mathrm{max}= \sqrt
{q_\mathrm{x}^2 + q_\mathrm{y}^2}
\end{align*}
eines Nachweispunktes ermittelt. Dieser wird nach Tabelle 9, Zeile 57, begrenzt.
Schubbewehrung aus Querkraft
Die Schubbemessung wird nach der Fachwerkanalogie für die maximale Querkraft qmax in Analogie zur Vorgehensweise bei Stäben durchgeführt. Diese wird erst bei Überschreitung des Schwellenwertes nach Tabelle 9, Zeile 51, ausgewiesen, wobei auf eine Abminderung nach 12.4.1 (7) verzichtet wird. Alternativ kann in den Einstellungen eine Ausgabe der Schubbewehrung unabhängig vom Schwellenwert gewählt werden.