Berechnung der Rissbreite

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DIN Fachbericht Brückennachweise > Nachweise im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit

Berechnung der Rissbreite

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Der Nachweis der Rissbreite erfolgt durch direkte Berechnung nach FB 102, Abschnitt 4.4.2.4, mit der Einwirkungskombination gemäß Anforderungsklasse nach Tab. II‑4.118. Der Grenz­durch­messer und das Betonalter zur Ermittlung der effektiven Zugfestigkeit werden im Quer­schnitts­dialog ein­ge­geben.

 

Die Spannungen aus Längskraft werden entsprechend II‑4.4.1.1 (109) mit dem Vollquerschnitt berechnet.

 

In Abhängigkeit von der Betonrandspannung σc im Zustand I sind folgende Riss­zu­stän­de zu unter­scheiden (vgl. Heft 525, S. 191, und Leitfaden zum DIN FB 102, S. 24):

σc ≤ fct,eff Stadium der Einzelrissbildung
σc > fct,eff Stadium der abgeschlossenen Rissbildung

mit

fct,eff Effektive Betonzugfestigkeit in Abhängigkeit vom Betonalter gemäß II‑4.4.2.2 (5)*.
Ausgabe 2009: Hier ohne Ansatz einer Mindestbetonzugfestigkeit.

 

Durch Begrenzung des maximalen Rissabstands und der Differenz der Dehnungen sind die Formeln in FB 102, Abschnitt 4.4.2.4, gemäß Heft 525, S. 104, sowohl für das Stadium der Ein­zel­riss­bildung als auch für das ab­ge­schlossene Riss­bild anwendbar. Im Programm wird deshalb die Riss­breite für alle Fälle mit σc > 0 nach­ge­wiesen.

 

Die Durchführung des Nachweises gliedert sich programm­seitig in folgende Schritte:

•Dehnungszustand II unter der Nachweis­kombination gemäß Anforderungs­klasse mit Span­nungs-Dehnungs-Linie gemäß FB 102, Abb. 4.1, ermitteln. Bei Stäben und Bemes­sungs­objekten werden dabei alle im Verbund liegenden Spann­glieder auf der Wider­stands­seite be­rück­sichtigt.
•Effektive Zugzone Ac,eff bestimmen (siehe nächster Abschnitt), Beton­stahl­lagen und Spann­stahl­lagen in­ner­halb Ac,eff ermitteln.
•Bewehrungsgrad berechnen:
eff ρ = (As + ξ1² · Ap) / Ac,eff 

(4.200a)

ρtot = (As + Ap) / Ac,eff 

(4.200b)

mit

ξ1 Verbundbeiwert lt. Benutzervorgabe.

 

•Für jede Betonstahllage einzeln bestimmen:

Differenz der mittleren Dehnungen von Beton und Betonstahl

εsm ‑ εcm= [σs ‑ 0,4 fct,eff / eff ρ (1 + αE · eff ρ)] / Es ≥ 0,6 σs / Es

(4.202)

mit

αE = Es / Ecm
σs = σ2 + 0,4 fct,eff (1/eff ρ ‑ 1/ρtot ) 
σs wird programmseitig auf fyk begrenzt

(4.199)

σ2 Betonstahlspannung aus Dehnungszustand II.
fct,eff Wirksame Betonzugfestigkeit im angegebenen Betonalter.

 

Maximaler Rissabstand

sr,max = ds / (3,6 eff ρ) ≤ σs · ds / (3,6 fct,eff ) 

(4.203)

Wenn im Querschnittsdialog eine Obergrenze für den Rissabstand nach Gleichung (4.203) angegeben wurde, lassen sich damit die Besonderheiten der Gleichung (4.204) berück­sichtigen.

 

Rechenwert der Rissbreite

wk = sr,max · ( εsm ‑ εcm ) 

(4.201)

Im Protokoll wird die Lage mit der größten rechnerischen Rissbreite nach­ge­wiesen.

•Bei gezogenem Querschnitt erfolgt die Untersuchung für jede der beiden effektiven Zug­zo­nen getrennt. Das Maximum wird im Protokoll aus­ge­geben.

 

Falls der Nachweis der Mindestbewehrung zu Begrenzung der Rissbreite nicht gewählt ist, er­mittelt das Programm automatisch eine zur Einhaltung der Rissbreite erforderliche Riss­be­weh­rung. Dazu erfolgt eine Bemessung mit der für die Berechnung der Rissbreite maß­gebenden Nach­weis­kombination. Die so ermittelte Bewehrung wird im Nach­weis­protokoll durch Aus­ru­fungs­zei­chen „!“ gekennzeichnet.

 

Die Rissbreite wird dann für die endgültige Längsbewehrung (Maximum aus Robust­heits‑, Riss- und Biegebewehrung einschließlich einer evtl. Erhöhung aus dem Ermü­dungs­nach­weis) nach­ge­wiesen und zusammen mit der maßgebenden Betonstahlspannung für die graphische Darstellung gespeichert.

 

Die Regelung für Arbeitsfugen nach ARS 11/2003 (14) bzw. II‑4.4.2.2 (106), (107) und II‑4.4.2.3 (5)*P der Ausgabe 2009 wird nicht erfasst.