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Der Nachweis ist für vorgespannte Bauteile der Anforderungsklassen A‑C mit den Kombinationen nach FB 102, Tabelle 4.118, am ungerissenen Querschnitt zu führen.
Für Spannbetonbrücken mit Kastenquerschnitt der Anforderungsklasse D ist nach ARS 11/2003 (4) bzw. 6/2009 (4) der Nachweis der Dekompression für eine spezielle quasi-ständige Einwirkungskombination zu führen, die sich programmseitig durch Definition einer entsprechenden Situation berücksichtigen lässt.
Bei Stäben und Bemessungsobjekten werden die Spannungen aus Längskraft entsprechend II‑4.4.1.1 (109) mit dem Vollquerschnitt berechnet. Bei Flächenelementen wird je nach Benutzerauswahl die Hauptzugspannung σ1 oder eine der Längszugspannungen σx bzw. σy überprüft. Mit letzterer kann der Nachweis auf die Richtung der Vorspannung beschränkt werden, wenn die Schnittkraftsysteme entsprechend ausgerichtet sind (vgl. Reg.‑Nr. 069 der Erfahrungssammlung des NABau). Im übrigen gelten die oben angegebenen Regeln zur Spannungsberechnung.
Bei der Festlegung der Spannungsgrenzen ist nach Bauzustand und Tragwerkstyp zu unterscheiden.
Bauzustand nach II‑4.4.0.3 (102)P und II‑4.4.2.1 (107)P
Ausgabe 2003:
| • | Bauwerke der Klassen A‑C: Am oberen und unteren Querschnittsrand werden Zugspannungen σc ≤ 0,85 fctk;0,05 zugelassen (vgl. Ril 804.4201 (15) und Reg.‑Nr. 006 der Erfahrungssammlung des NABau). |
| • | Kastenbrücken der Klasse D: Am oberen und unteren Querschnittsrand werden Zugspannungen σc ≤ 0,85 fctk;0,95 zugelassen (vgl. ARS 11/2003 (4)). |
Ausgabe 2009:
| • | Bei ausschließlich verbundloser Vorspannung sind die Zugspannungen an dem Rand, der dem Spannglied am nächsten liegt, auf die Werte der Tabelle 4.118a, in allen anderen Fällen auf 0,85 fctk;0,05 zu begrenzen. |
| • | Kastenbrücken der Klasse D: Am oberen und unteren Querschnittsrand werden Zugspannungen σc ≤ 0,85 fctk;0,95 zugelassen (vgl. ARS 6/2009 (4)). |
Endzustand nach II‑4.4.2.1 (106)P
Bei Bauwerken der Klassen A‑C und Kastenbrücken der Klasse D dürfen keine Zugspannungen an dem Rand auftreten, der dem Spannglied am nächsten liegt. Der betreffende Querschnittsrand wird im Programm wie folgt ermittelt:
| • | Stäbe und Bemessungsobjekte: Wenn der dem Spannglied nächstgelegene Randpunkt oberhalb des Schwerpunkts liegt, wird die Spannung auf der Oberseite, anderenfalls auf der Unterseite des Querschnitts nachgewiesen. |
| • | Flächenelemente: Der Nachweis wird für den oberen bzw. unteren Querschnittsrand geführt, wenn das dem Nachweispunkt nächstgelegene Spannglied oberhalb bzw. unterhalb der Schwereebene des betrachteten Elements liegt. Spannglieder außerhalb des Elements werden dabei in einer Entfernung bis zur fünffachen Querschnittshöhe berücksichtigt. |
Bei nicht eindeutiger Spanngliedführung wird der Nachweis für beide Seiten geführt.