Relaxation des Spannstahls

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DIN Fachbericht Brückennachweise > Vorgespannte Tragwerke

Relaxation des Spannstahls

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Nach FB 102, Abschnitt 4.2.3.5.5 ist neben den Spannungsverlusten aus Kriechen und Schwin­den des Betons die Spannungsänderung Δσpr in den Spanngliedern an der Stelle x infolge Re­laxation zu berücksichtigen. Diese darf für ein Verhältnis Ausgangsspannung zu charakteristi­scher Zug­spannung (σp0/fpk) der bauaufsichtlichen Zulassung entnommen werden mit einer Aus­gangs­spannung von

σp0 = σpg0 ‑ 0,3 Δσp,csr

(4.11)

mit

Δσp,csrSpannungsänderung in den Spanngliedern aus Kriechen, Schwinden und Relaxation an der Stelle x zum Zeitpunkt t .
σpg0Anfängliche Spannung in den Spanngliedern aus Vorspannung und ständigen Einwirkungen.

 

Da die gesamten Spannkraftverluste vorab nicht bekannt sind, ist der Eingangswert Δσp,csr für Gl. (4.11) zu schätzen und gegebenenfalls iterativ zu korrigieren (vgl. König et al. 2003, S. 38). Alternativ darf nach Fachbericht zur Vereinfachung und auf der sicheren Seite liegend der zwei­te Ausdruck in Gl. (4.11) vernachlässigt werden.

 

Die folgende Tabelle zeigt beispielhaft Spann­kraft­verluste aus Relaxation.

Rechenwerte der Spannkraftverluste Δσpr in % der Anfangsspannung σp0

für Spannstahllitzen St 1570 / 1770 mit sehr niedriger Relaxation

σp0/fpk

Zeitspanne nach dem Vorspannen in Stunden

1

10

200

1000

5000

5 · 105

106

0,45

 

 

 

 

 

 

 

0,50

 

 

 

 

 

 

 

0,55

 

 

 

 

 

1,0

1,2

0,60

 

 

 

 

1,2

2,5

2,8

0,65

 

 

 

1,3

2,0

4,5

5,0

0,70

 

 

1,0

2,0

3,0

6,5

7,0

0,75

 

1,2

2,5

3,0

4,5

9,0

10,0

0,80

1,0

2,0

4,0

5,0

6,5

13,0

14,0

Für Spannglieder mit Zulassung nach DIN 4227 ergibt sich im Beispiel für t = ∞ bei der nach DIN 4227‑1, Tab. 9, Zeile 65, zulässigen Ausnutzung von 0,55 ein Spannungsverlust von etwa 1%, der in der Regel vernachlässigt werden kann.

 

Spannglieder mit neuer Zulassung dürfen nach Fachbericht 102, Abschnitt 4.4.1.4, bis zu 0,65 ausgenutzt werden. Daraus resultieren deutlich höhere, durchaus relevante Spann­kraftverluste.

 

Die Spannkraftverluste werden in den Einwirkungen CSR1 und CSR2 des Dialogs DIN Fach­bericht 101 Einwirkungen definiert.