Ermüdung von Längsbewehrung, Schubbewehrung und Spannstahl

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DIN Fachbericht Brückennachweise > Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit > Nachweise gegen Ermüdung

Ermüdung von Längsbewehrung, Schubbewehrung und Spannstahl
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Der Ermüdungsnachweis wird nach Abschnitt II‑4.3.7.5 geführt. Die Ermittlung der Stahl­span­nungen erfolgt für Längs­bewehrung aus Biegung und Längs­kraft sowie für Spannstahl in Stä­ben und Bemes­sungs­objekten unter Annahme eines gerissenen Beton­quer­schnitts. Für Schub- und Längs­bewehrung aus Querkraft- und Torsion werden die Spannungen gemäß II‑4.3.7.3 (4)*P auf der Grundlage eines Fach­werk­modells mit der Druck­streben­neigung tan Θfat = √ tan Θ nach Gl. (4.187) berechnet. Dabei ist Θ der bei dem zugehörigen Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit angesetzte Winkel zwischen Beton­druck­streben und Trägerachse. Spann­stahl­spannungen in Flächen­elementen werden am un­ge­ris­senen Beton­quer­schnitt ermittelt. Für Spann­glieder ohne Verbund und externe Spann­glieder wird kein Nach­weis geführt.

 

Vereinfachter Nachweis

Nach Abschnitt II‑4.3.7.5 (101) kann ausreichender Widerstand gegen Ermüdung angenommen werden, wenn unter der häufigen Einwirkungskombination die Spannungsschwingbreite für ungeschweißte Bewehrungsstäbe 70 MN/m² nicht übersteigt.

 

Nachweis über schadensäquivalente Schwingbreiten

Der Nachweis gilt als erbracht, wenn für Beton­stahl und Spann­stahl gilt:

γF,fat · γEd,fat · Δσs,equ ≤ ΔσRsk(N*) / γs,fat

(4.191)

mit

γF,fat = γEd,fat = 1
γs,fat = 1,15 für Betonstahl und Spannstahl mit neuer Zulassung.
= 1,25 für Spannstahl mit Zulassung nach DIN 4227‑1 gem. ARS 11/03 (13).
ΔσRsk(N*) Zulässige charakteristische Spannungsschwingbreite bei N* Lastzyklen gemäß den Wöhlerlinien nach II‑4.3.7.7 für Spannstahl bzw. II‑4.3.7.8 für Betonstahl.
Δσs,equ Schadensäquivalente Schwingbreite mit Δσs,equ = λs · Δσs gem. Gl. (A.106.1) bzw. Gl. (A.106.6).
λs Korrekturbeiwert gemäß Anhang II‑A.106.2 bzw. II‑A.106.3.
Δσs Berechnete Schwingbreite aus der zyklischen Einwirkung Qfat, bei Längsbewehrung aus Biegung und Längs­kraft ein­schließlich des Erhöhungs­fak­tors η gemäß 4.3.7.3 (3)*P Gl. (4.193) zur Berück­sichtigung des unter­schied­lichen Ver­bund­ver­haltens von Beton- und Spann­stahl.

Die Werte für ΔσRsk(N*), η und λs werden vom Benutzer im Quer­schnitts­dialog vor­ge­geben.

 

Berechnungsmethode

Als vorhandene Längsbewehrung wird das Maximum aus Robustheits‑, Riss- und Bie­ge­be­weh­rung angenommen. Falls damit die Beanspruchung aus der Ermü­dungs­kom­bi­na­tion im Zustand II nicht aufnehmbar ist, wird mit der vorhandenen Bewehrung und den Nach­weis­schnitt­größen eine erneute Bemessung durchgeführt.

 

Die sich aus dem Dehnungszustand im Zustand II bzw. am Fach­werk­modell ergebende maxi­male Spannungs­schwing­breite je Stahllage wird für jede Nach­weis­situation getrennt ermittelt. Durch Multiplikation mit den Beiwerten η und λs wird die schadens­äqui­valente Schwing­breite Δσs,equ erhalten. Wenn diese bei Längs- oder Schub­bewehrung die zulässige Spannungs­schwing­breite über­steigt, wird die erforderliche Bewehrung solange iterativ erhöht, bis der Nachweis für alle Situa­tionen erfüllt ist. In den Bemes­sungs­modi Symmetrisch und Druckglied wird die Längs­bewehrung an allen vordefinierten Orten eingelegt. Vor­ge­gebene Verhältnisse zwischen einzelnen Be­weh­rungs­lagen bleiben er­hal­ten.

 

Die für den Nachweis maßgebliche, gegebenen­falls erhöhte Bewehrung wird im Nach­weis­protokoll ausgegeben und für die graphische Dar­stel­lung ge­spei­chert.