Bemessung für Querkraft

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DIN Fachbericht Brückennachweise > Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit

Bemessung für Querkraft

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Die Bemessung für Querkraft umfasst die Ermittlung der Querkraftbewehrung und den Nach­weis der Betondruckstreben nach FB 102, Abschnitt 4.3.2. Es gelten folgende Be­son­der­heiten:

•Die Neigung der Querkraftbewehrung wird mit 90° angenommen.
•In der Berechnung wird der Wert für cot Θ auf den nach Gl. (4.122) zulässigen Bereich begrenzt (Verfahren mit veränderlicher bzw. be­an­spruch­ungs­ab­hän­giger Druck­stre­ben­neigung), sofern im Querschnittsdialog nicht der Nachweis mit einem konstanten Wert gewählt wurde. Die tatsächlich wirksame Neigung der Beton­druck­streben wird für jeden Nach­weis­ort im Protokoll aus­ge­geben. Ausgabe 2009: Bei senkrechten Bügeln oder Längszugbelastung sollte cot Θ gemäß II‑4.3.2.4.4 (1)*P die Grenze 1,0 nicht unterschreiten. Dies wird programm­seitig gewährleistet, sofern der Anwender nicht einen kleineren Wert vorgibt.
•In der berechneten Bügelbewehrung ist die Mindestbewehrung nach II‑5.4.2.2 (3)*P und (4)*P enthalten, wobei der Bewehrungsgrad ρ nach Tabelle II‑5.7 mit dem Faktor gemäß Benutzereingabe gewichtet wird. Bei Flächen wird Mindestbewehrung nur dann ermittelt, wenn Querkraftbewehrung rechnerisch erforderlich ist (vgl. NABau Nr. 131).
•Bei Stäben und Bemes­sungs­objekten wird die Schub­be­mes­sung ge­trennt für die Querkräfte Qy und Qz durchgeführt.
•Platten- und Schalenelemente werden für die Querkraft qr = √(qx² + qy²) bemessen. Für die zugehörige Längskraft wird, je nachdem was ungünstig wirkt, die Haupt­druck- oder die Haupt­zug­kraft eingesetzt. Falls gewählt, wird alternativ der Nachweis gemäß Abschnitt II‑4.3.2.2 (5)* (Ausgabe 2009) getrennt für die Bewehrungsrichtungen x und y geführt. Für die zugehörige Längs­kraft wird dann die in Bewehrungsrichtung wirkende Normalkraft eingesetzt. Wenn Querkraftbewehrung erforderlich ist, wird diese aus beiden Richtungen addiert.
•Es erfolgt keine Verminderung der Einwirkung auflagernaher Lasten nach II‑4.3.2.2 Absatz (10) und (11).
•Bei Stäben und Bemes­sungs­objekten werden die maßgebenden Werte des Ersatz­recht­ecks unabhängig von der normalen Quer­schnitts­geometrie vom Anwender definiert. Die Bei­werte zur Berechnung des inneren Hebel­arms z aus der Nutz­breite und Nutz­höhe sind ebenfalls vor­zu­ge­ben. Alternativ kann der Hebelarm aus der Biegebemessung benutzt werden.
•Bei Flächen­elementen wird normalerweise mit dem Hebelarm z = 0,9 d gerechnet. Falls gewählt, wird alternativ der Hebelarm aus der Biegebemessung verwendet.
•Gemäß II‑4.3.2.4.2 (2)* wird der innere Hebelarm auf das Maximum aus z = d ‑ cv,l ‑ 30 mm und z = d ‑ 2cv,l begrenzt (Ausgabe 2009 und Auslegung Nr. 24 des NABau). Dabei ist cv,l das Verlegemaß der Längs­bewehrung in der Beton­druck­zone. Wenn cv,l nicht angegeben ist, nimmt das Programm statt dessen den kleinsten Achs­ab­stand der Längs­bewehrung vom Querschnittsrand, d1.
•Bei Querschnitten mit interner Vorspannung wird der Bemes­sungs­wert der Quer­trag­fähig­keit VRd,max gemäß II‑4.3.2.2 (8)*P mit dem Nennwert bw,nom der Quer­schnitts­breite ermittelt.
•Ausgabe 2009: Die Quer­trag­fä­hig­keit VRd,max wird gemäß II‑4.3.2.2 (4)P nur für Querkräfte VEd > VRd,ct geprüft.
•Die Notwendigkeit einer Querkraftbewehrung wird nach II‑4.3.2.3 untersucht. Dabei erfolgt ebenfalls keine Verminderung der Einwirkung auflagernaher Lasten.

 

Nachfolgend sind die verwendeten Formeln aus FB 102 wiedergegeben.

 

Bauteile ohne rechnerisch erforderliche Querkraftbewehrung

Ausgabe 2003

VRd,ct = [ 0,10 · κ · η1 · (100 ρl · fck)1/3 – 0,12 · σcd ] · bw · d

(4.118a:2003)

mit einem Mindestwert von

VRd,ct,min = [ η1 · vmin – 0,12 · σcd ] · bw · d

 

vmin = 0,035 · κ3/2 · fck1/2

(4.118b:2003)

 

In der Außergewöhnlichen Bemessungssituation gilt nach II‑4.3.2.3 (101)

VRd,ct = [ 0,115 · κ · η1 · (100 ρl · fck)1/3 – 0,12 · σcd ] · bw · d

(4.118c:2003)

mit einem Mindestwert von

VRd,ct,min = [ η1 · vmin – 0,12 · σcd ] · bw · d

 

vmin = 0,040 · κ3/2 · fck1/2

(4.118d:2003)

 

Ausgabe 2009

VRd,ct = [ 0,15/γc · κ · η1 · (100 ρl · fck)1/3 – 0,12 · σcd ] · bw · d

(4.118a:2009)

mit einem Mindestwert von

VRd,ct,min = [ η1 · vmin – 0,12 · σcd ] · bw · d

 

Formel zur Berechnung von νmin nach DIN FB 102

(4.118b:2009)

Dabei ist

γc der Teilsicherheitsbeiwert für bewehrten Beton nach II‑2.3.3.2 (1)P, Tab. 2.3.
κ1 = 0,0525 für d ≤ 600 mm
= 0,0375 für d ≥ 800 mm
Im Bereich 600 mm < d < 800 mm darf κ1 linear interpoliert werden.

 

Formel zur Berechnung von κ nach DIN FB 102 mit d in mm

VRd,ct der Bemessungswert der aufnehmbaren Querkraft eines Bauteils ohne Quer­kraft­be­weh­rung.
η1= 1,0 für Normalbeton; für Leichtbeton nach DIN 1045‑1, Tabelle 10.
ρl der Längsbewehrungsgrad mit
Formel zur Berechnung von ρl nach DIN FB 102
Asl die Fläche der Zugbewehrung, die mindestens um das Maß d über den betrachteten Querschnitt hinaus geführt und dort wirksam verankert wird (siehe Abb. II‑4.12). Bei Vorspannung mit sofortigem Verbund darf die Spannstahlfläche voll auf Asl an­ge­rechnet werden.
bw die kleinste Querschnittsbreite innerhalb der Zugzone des Querschnitts in mm.
d die statische Nutzhöhe der Biegebewehrung im betrachteten Querschnitt in mm.
fck der charakteristische Wert der Betondruckfestigkeit in N/mm².
σcd der Bemessungswert der Betonlängsspannung in Höhe des Schwerpunkts des Quer­schnitts mit
σcd = NEd / Ac in N/mm².
NEd der Bemessungswert der Längskraft im Querschnitt infolge äußerer Ein­wir­kungen oder Vorspannung (NEd < 0 als Längsdruckkraft).

 

Bauteile mit rechnerisch erforderlicher Querkraftbewehrung

Gleichung 4.27 nach DIN FB 102

(4.27)

Dabei ist

VRd,sy der Bemessungswert der durch die Tragfähigkeit der Querkraftbewehrung. begrenzten aufnehmbaren Querkraft.
Asw die Querschnittsfläche der Querkraftbewehrung.
sw der Abstand der zur Bauteilachse rechtwinkligen Bewehrung in Richtung der Bau­teil­achse gemessen.
z der innere Hebelarm.
cot Θdie Neigung der Druckstreben des Fachwerks:

Gleichung 4.122 nach DIN FB 102

(vgl. ARS 11/2003 (11) bzw. Ril 804.4201 (10))

(4.122)

Ausgabe 2009: cot Θ < 1 sollte nur in Ausnahmefällen verwendet werden. Bei Längs­zug­belastung gilt diese Untergrenze generell (vgl. auch Heft 525, Ber. 1:2005‑05). Im Programm wird die Grenze eingehalten, sofern der Anwender nicht einen kleineren Wert vorgegeben hat.

Gleichung 4.123:2003 nach DIN FB 102

(4.123:2003)

Gleichung 4.123:2009 nach DIN FB 102

(4.123:2009)

Dabei ist

ßct = 2,4
cj = 0,5
η1= 1,0 für Normalbeton; für Leichtbeton nach DIN 1045‑1, Tabelle 10.
σcd der Bemessungswert der Betonlängsspannung in Höhe des Schwerpunkts des Quer­schnitts mit
σcd = NEd / Ac in N/mm².
NEd der Bemessungswert der Längskraft im Querschnitt infolge äußerer Ein­wir­kungen oder Vorspannung (NEd < 0 als Längsdruckkraft).
VEd der Bemessungswert der einwirkenden Querkraft.

Gleichung 4.26 nach DIN FB 102

(4.26)

mit

VRd,max Bemessungswert der durch die Druckstrebenfestigkeit begrenzten auf­nehm­baren Querkraft. Die Spannungen in den Druckstreben sind zu begrenzen auf den Wert

σc ≤ αc · fcd

(4.21)

αc Abminderungsbeiwert für die Druckstrebenfestigkeit.
αc = 0,75 η1 mit η1 = 1,0 für Normalbeton; für Leichtbeton nach DIN 1045‑1, Tab. 10.

 

Der Zugkraftanteil in der Längsbewehrung infolge Querkraft ergibt sich nach Abb. 4.13 zu

ΔFsd = 0.5·|VEd|·(cot Θ – cot α ).

 

Querkraftbewehrung

Gleichung 5.16 nach DIN FB 102

(5.16)

Dabei ist

ρw der Bewehrungsgrad der Querkraftbewehrung.
α der Winkel zwischen Querkraftbewehrung und Balkenachse.
min ρw Mindestwert von ρw nach II‑5.4.2.2 (4)*P
Allgemein: ρw = 1,0 ρ
Platten: ρw = 0,6 ρ
Gegliederte Querschnitte mit vorgespanntem Zuggurt: ρw = 1,6 ρ
ρ der Wert nach FB 102, Tabelle 5.7.