Feuchtegehalt und Lasteinwirkungsdauer

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DIN 1052 Holznachweise > Grenzzustände der Tragfähigkeit > Baustoffeigenschaften

Feuchtegehalt und Lasteinwirkungsdauer

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Der Feuchtegehalt und die Lasteinwirkungsdauer beeinflussen nach Kapitel 7.1.3 (1) die Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaften des Holzes und sind deshalb bei der Bemessung für den mechanischen Widerstand über einen Modifikationsbeiwert zu berücksichtigen. Dies erfolgt im Programm automatisch mit den vom Anwender vorgegebenen Eigenschaften.

 

Nutzungsklasse

Zur Festlegung des Feuchtegehalts sollen Tragwerke den in Kapitel 7.1.1 beschriebenen drei Nutzungklassen zugeordnet werden. Die Zuordnung wird über die Material­eigenschaften im Querschnittsdialog vorgenommen. Damit lassen sich für einzelne Teile des Tragwerks unterschiedliche Nutzungsklassen festlegen.

Dialog Elementeigenschaften - Material für Nachweise nach DIN 1052

 

Lasteinwirkungsdauer

Für die Ermittlung von Festigkeitseigenschaften sind die Einwirkungen nach Kapitel 7.1.2 einer der Klassen nach Tabelle 3 zuzuweisen. Die Zuordnung erfolgt innerhalb des Einwirkungsdialogs, wobei die Klassifizierung nach Tabelle 4 vorgeschlagen wird.

 

Modifikationsbeiwert kmod

Der Modifikationsbeiwert berücksichtigt den Einfluss des Feuchtegehalts und der Lastein­wir­kungs­dauer auf die Materialfestigkeiten. Zahlenwerte für den Beiwert kmod werden in Tabelle F.1 der Norm angegeben. Im Nachweis der Querschnitts­trag­fähigkeit dient er zur Festlegung der Festigkeiten nach Gl. (3):

 

Xd = kmod · Xk / γM

(3)

 

Dabei ist

Xd der Bemessungswert der Festigkeitseigenschaft;
Xk der charakteristische Wert der Festigkeitseigenschaft;
γM der Teilsicherheitsbeiwert für die Baustoffeigenschaft.

 

Besteht eine Lastkombination aus Einwirkungen, die zu verschiedenen Klassen der Lasteinwirkungs­dauer gehören, dann ist nach Kapitel 7.1.3 (1) der Wert von kmod zu verwenden, der zu der Einwirkung mit der kürzesten Dauer gehört. Der Einfluss des Modifikationsbeiwertes auf den Bemessungswert der Beanspruchbarkeit kann nach Kapitel 5.4 (1) bewirken, dass eine Einwir­kungskombination maßgebend ist, die nicht den maximalen Bemessungswert der zugehörigen Beanspruchung liefert. Im Nachweis werden deshalb immer alle möglichen Kombinationen von Lastfällen untersucht.

 

Jeder zu untersuchende Schnittkraftsatz liefert über die beteiligten Einwirkungen die maßgebende Lasteinwirkungsdauer, die zusammen mit der Nutzungsklasse den Beiwert kmod für das Material festlegt. Das nachfolgende Beispiel verdeutlicht den Sachverhalt, wobei die relevanten Größen im Protokoll durch Unterstreichung hervorgehoben wurden.

 

Tragwerk mit Belastung  Schnittgrößen min/max My; 1. Ständige und vorübergehende Situation

Tragwerk mit Belastung        Schnittgrößen min/max My; 1. Ständige und vorübergehende Situation

Einw.

Lastfall

Bezeichnung

Lastdauer

G

1

Eigenlast, ständige Lasten

Ständig

QS

2

Schnee

Mittel

QW

3

Wind von links

Kurz

 

4

Wind von rechts

Kurz

 

Ort 1

 

Stab 3: x = 0,00 m (Stablänge 6,50 m)

Querschnitt 1: Rechteck, GL32H, Klasse 1, h/b=900/300 mm, A=270000 mm²

kred=0,70, khy=1,00

 

1. Ständige und vorüberg. Komb. (SK.1): G+QS+QW

 

Maßgebende Schnittgrößen aus 16 Schnittkraftsätzen

Satz     Nx[kN]    Qz[kN]   My[kNm]  Lastdauer kmod

1    :   -29,77     -0,00    378,10  Ständig   0,60

5    :   -51,20    -25,96    403,77  Kurz      0,90

 

Lastfallkombinationen der maßgebenden Schnittkraftsätze

Satz   Kombination

1    : 1,35*L1

5    : 1,35*L1+0,75*L2+1,50*L3

 

Im Nachweis liefern die beiden protokollierten Schnittkraftsätze die jeweils höchste Ausnutzung für Biegung (Satz 1) sowie Querkraft (Satz 5). Der Schnittkraftsatz mit dem größten Biegemoment am Nachweisort (My = 457,88 kNm) ist dagegen aufgrund des Einflusses von kmod auf die Beanspruchbarkeit nicht maßgebend.