Nachweis gegen Biegedrillknicken

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Nachweis gegen Biegedrillknicken

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Der Nachweis der Tragsicherheit stabilitätsgefährdeter Stabwerke darf nach DIN 18800, Teil 2 in zwei Schritten erfolgen. Zunächst wird der Nachweis des Biege­knickens nach Theorie 2. Ordnung am Gesamtsystem geführt. Im Anschluss daran wird der Biegedrillknicknachweis am Ersatz­stab unter Zugrundelegung der vorher ermittelten Stab­end­schnitt­größen erbracht. Die Feld­momente aus ggf. vorhandenen Stablasten dürfen hierbei nach Theorie 1. Ordnung berechnet werden.

 

Das vorliegende Berechnungsprogramm führt den Nachweis gegen Biege­drill­knicken am Ersatz­stab nach der Methode ’elastisch-plastisch’ durch. Hierfür gelten die nachfolgenden Voraussetzungen:

•Die Berechnung der Schnittgrößen erfolgt nach der Elastizitätstheorie.
•Der Ersatzstab wird als gerade angenommen.
•Querschnitt und Material sind über die Stablänge konstant.
•Die Querschnittsabmessungen sind klein gegenüber den übrigen Abmessungen.
•Die mathematische Krümmung wird linearisiert.
•Der Einfluss der Schubverformungen auf die Schnittgrößen bleibt unberücksichtigt.
•Die Belastung wird langsam auf ihren Endwert gesteigert und erfährt durch die Systemverformung keine Richtungs­abweichung.
•Die Einwirkungen in z‑Richtung greifen im Abstand zp vom Schubmittelpunkt an.
•Die Einwirkungen in y‑Richtung greifen im Schubmittelpunkt an.
•Der Ersatzstab ist beidseitig gabelgelagert.
•Blechbeulen wird nicht erfasst.
•Torsionseinwirkungen werden nicht erfasst.

 

Berechnung der plastischen Schnittgrößen

Die Ermittlung der plastischen Schnittgrößen erfolgt durch Integration der Spannungen am Querschnitt, wie oben beschrieben.

Eine Begrenzung der vollplastischen Grenzmomente ist nach DIN 18800, Teil 2 nicht notwendig.

Ist die Querkraftausnutzung größer 0,33 in z‑Richtung bzw. größer 0,25 in y‑Richtung, muss gemäß DIN 18800, Teil 2, Abschnitt 3.4.2.2, Element (315), der Einfluss der Querkräfte auf die Tragfähigkeit des Querschnitts berücksichtigt werden. Dies geschieht durch Reduktion der Fließ­spannung im Steg bzw. in den Gurten.

 

Berechnung von NKi,z

Gemäß DIN 18800 Teil 2 Abschnitt 3.4.3 ist NKi die Normalkraft unter der kleinsten Verzweigungslast für das Ausweichen rechtwinklig zur z‑Achse oder die Drillknicklast. Dies wird im Programm mit folgender Formel untersucht.

Formel zur Berechnung von NKi,z,d nach DIN 18800‑2

Es wird noch darauf hingewiesen, dass immer nur Knicken rechtwinklig zur z‑Achse untersucht wird, selbst wenn Knicken rechtwinklig zur y‑Achse eine kleinere Knicklast hat (siehe Erläuterungen zu DIN 18800, Seite 178).

 

Berechnung des idealen Biegedrillknickmomentes MKi,y

DIN 18800 stellt die nachfolgende Gleichung zur Berechnung von MKi,y zur Verfügung:

Formel zur Berechnung von MKi,y nach DIN 18800‑2

 

Diese Formel ist nur für doppeltsymmetrische I‑Profile anwendbar. Zusätzlich gestaltet sich bei allgemeinerem Momentenverlauf die Bestimmung des Momentenbeiwertes ζ recht aufwendig. Bei einfach­symmetrischen Profilen ist eine Ermittlung von MKi,y in der o.a. Form nicht mehr möglich.

Um bei Bedarf beliebige einfachsymmetrische Profile unter allgemeiner Beanspruchung berechnen zu können, wurde im vorliegenden Programmodul eine Methode zur direkten Ermittlung von MKi,y implementiert.

Die Lösung erfolgt durch Variation des elastischen Potentials ∏ unter Vernachlässigung der Terme aus der rechnerischen Durchbiegung w. Für die unbekannten Funktionen v und φ wird ein mehrgliedriger Reihenansatz gemacht, der die Randbedingungen erfüllt.

 

Formel für das elastischen Potentials ∏

Der geometrisch nichtlineare Anteil aus Einwirkungen in z‑Richtung wird durch eine Gleichlast qz erfasst. Diese wird so gewählt, dass das gleiche maximale Feldmoment erzeugt wird, wie durch die gegebene Einwirkung.

Das hieraus resultierende Eigenwertproblem liefert den kleinsten positiven Verzweigungs­last­faktor ηKi,y und damit das gesuchte Biege­drill­knick­moment MKi,y. Dieses wird gem. DIN 18800, Teil 2, Abschnitt 1.3, Anmerkung 5, für jede Nachweisstelle berechnet.

Formel zur Berechnung von MKi,y,d nach DIN 18800‑2

Das beschriebene Verfahren bietet den Vorteil, dass der Benutzer keine Angaben zum Momentenbeiwert ζ machen muss.