Antwortspektrumverfahren

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Antwortspektrumverfahren

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Das Antwort­spektrum­verfahren wird zur Berechnung der Form­änderungen und Schnitt­größen von erd­beben­bean­spruch­ten Trag­werken ein­ge­setzt. Hierbei wird nicht die direkte Fuß­punkt­erregung des zu analysierenden Systems untersucht, sondern die Ma­xi­mal­antwort der signifikanten Eigen­formen mit Hilfe eines Beschleunigungs-Antwort­spektrums berechnet. Dieses kann entweder einer Be­mes­sungs­norm entnommen werden oder im Sonder­fall durch Integration der Be­wegungs­gleichung gewonnen werden.

Beispiel einer normierte Bodenbeschleunigung aus Erdbeben

Auf üb = 1,0 m/s² normierte Bodenbeschleunigung aus Erdbeben

 

Die Bewegungsgleichung (12) in modalen Koordinaten lautet in abgewandelter Form:

Bewegungsgleichung (12) in modalen Koordinaten - Gleichung 18

(18)

 

Deren Lösung erhält man zu:

xi(t) = ßi S*d(t)

(19)

 

unter Verwendung des DUHAMEL‑Integrals

Verwendung des DUHAMEL‑Integrals - Gleichung 20

(20)

hierin bedeuten

ßAnteilsfaktor
ωEigenkreisfrequenz der i‑ten Eigenform
ξLehr'sches Dämpfungsmaß der i‑ten Eigenform
üb(tBodenbeschleunigung durch Erdbeben

 

Der Vektor ts gibt die anteiligen Kotenverschiebungen wieder, die sich bei Aufbringung einer Ein­heits­verformung der gelagerten Systemknoten ergeben. Innerhalb des Pro­gramms wird davon aus­ge­gangen, dass es sich hierbei um kinematische Ver­schie­bungen des Gesamt­systems handelt (siehe „System­er­regung durch Boden­be­schleu­ni­gung“).

Kinematische Verschiebungen des Gesamtsystems

Die Ordinaten der Verschiebungs‑, Geschwindigkeits- und Beschleunigungs-Ant­wort­spektren ergeben sich aus den Maximal­ordinaten von S*d(t) für unter­schied­liche Schwingzeiten.

Sd = Sv(1/ωi) = Sa(1/ωi²) = max S*d(t|

(21)

Diese werden in der Regel noch normiert und geglättet (siehe auch Antwortspektren der unterschiedlichen Normen).

 

Die nachfolgende Abbildung zeigt ein auf Basis der oben abgebildeten Boden­be­schleu­ni­gung berechnetes ungeglättetes, elastisches Be­schleu­ni­gungs-Ant­wort­spek­trum. Hierbei wurde eine Dämpfung von 5% zugrundegelegt.

Elastisches Beschleunigungs-Antwortspektrum infolge der abgebildeten Bodenbeschleunigung

Aus dem Beschleunigungs-Antwortspektrum werden für die weitere Berechnung sta­ti­sche Ersatz­lasten der jeweiligen Eigenform in folgenden Weise ermittelt:

HE,i = ‑ßi Sa,i M φi

(22)

Hieraus ergeben sich für jede Eigenform Verformungen und Schnittgrößen, die vor der weiteren Verwendung ggf. noch statistisch überlagert werden dürfen.

Eine wichtige Kenngröße zur Beurteilung, ob genügend Modalbeiträge berücksichtigt worden sind, ist die sogenannte effektive modale Masse. Diese ergibt sich unter Be­ach­tung von (8) zu:

Effektive modale Masse - Gleichung 23

(23)

Bei Erfassung aller Eigenformen entspricht diese der Gesamtmasse des untersuchten Tragwerks. In der Regel wird gefordert, dass die effektive modale Masse mindestens 90% der Gesamtmasse betragen soll (siehe EC 8 usw.) Diese Forderung wird bei üblichen Hochbauten schon durch die Berücksichtigung der ersten signifikanten Eigen­formen erfüllt.

Bei Tragwerken mit vielen torsionsweichen Stäben und rotatorischer Massen­belegung oder quasi starren Teilsystemen kann die Erfüllung dieser Forderung jedoch pro­ble­ma­tisch werden, da dann eine sehr große Anzahl von Eigenformen zu berechnen ist. Deshalb sollte in diesem Fall über eine Abänderung des Rechen­modells oder der ge­wähl­ten Massen­be­legung nach­ge­dacht werden.

Die in den Eigenmassen des Tragwerks nicht enthaltenen Aus­bau­massen sowie die nach Norm zu berücksichtigenden Massenanteile infolge Verkehr sind durch geeignete Massen aus Lastfällen oder Punktmassen vom Benutzer fest­zu­legen.

 

ZPA‑Methode

Die ZPA‑Methode (Zero-Period-Acceleration) stellt eine Möglichkeit dar, fehlende effektive Massen zu berücksichtigen. Sie wird auch statische Korrektur genannt. Hierbei werden zusätzliche statische Lastfälle berechnet, welche die fehlenden effektiven Massen mit einem anzugebenden Spektralwert erfassen. Unter der Annahme, dass die nicht erfassten Moden höherer Ordnung keine dynamische Verstärkung aufweisen, kann diese Methode sinnvoll sein.

Im Allgemeinen kann für jede Beschleunigungsrichtung der statische Korrekturlastvektor pc wie folgt berechnet werden:

ZPA‑Methode: Statischer Korrekturlastvektor pc - Gleichung 24

(24)

Mit der modalen Last ri nach Gleichung 12 und dem Ansatz aus Gleichung 18 für die Erdbebenlast folgt:

ZPA‑Methode: Modalen Last ri nach Gleichung 12 und 18

Die Beschleunigung üb(t) ist durch einen ausgesuchten Spektralwert Sa,ZPA (meist Sa(T=0)) des Antwortspektrums definiert. Aus Gleichung 24 ergibt sich:

ZPA‑Methode: Statischer Korrekturlastvektor pc

Der Ausdruck ψ in der Gleichung kann als eine Art Eigenform des noch nicht erfassten Massenanteils angesehen werden. Die effektiven Massen des ZPA‑Anteils aller k Knoten der Massenmatrix betragen:

ZPA‑Methode: Meff,ZPA

Die Ergebnisse der zusätzlichen statischen Lastfälle (Korrekturlasten) werden bei der statistischen Überlagerung ebenfalls wie weitere Eigenformen behandelt. Als Überlagerungsvorschrift wird die SRSS‑Methode verwendet, da für den ZPA‑Anteil keine Eigenfrequenz vorliegt.