Erdbebennachweis nach DIN EN 1998‑1:2023

Kennwerte, Lasten, Berechnungsvorgaben, Eigenfrequenzen und Eigenformen, Berechnungsschema, Vergleichsrechnung, Kombination, Ergebnisse, Kennwert der Empfindlichkeit gegenüber Geschossverschiebungen

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Erdbebennachweis nach DIN EN 1998‑1:2023

Kennwerte, Lasten, Berechnungsvorgaben, Eigenfrequenzen und Eigenformen, Berechnungsschema, Vergleichsrechnung, Kombination, Ergebnisse, Kennwert der Empfindlichkeit gegenüber Geschossverschiebungen

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Das nachfolgende Beispiel zeigt die Anwendung des Antwortspektrenverfahrens anhand eines unregelmäßigen räumlichen Tragwerks. Die Handhabung eines ähnlichen Modells wird auch in dem Video "https://download.infograph.de/video_de/Erdbebennachweis nach der Antwortspektrenmethode.mp4" gezeigt.

System mit Abmessungen des Beispiels Erdbebennachweis nach DIN EN 1998‑1

Material

BetonC20/25 nach DIN EN 1992‑1‑1
Betonstahl500 M / 500 S

 

Querschnittswerte

 

Kennwerte für den Erdbebennachweis

SaP,R (475 Jahre, Aachen): 2,557 m/s²

Baugrundklasse: A

Bedeutungskategorie III:

Verhaltensbeiwert:

Bodenbeschleunigung agR = 2,557 / 2,5 = 1,023 m/s²

Geologische Untergrundklasse: R

γI = 1,2

q = 0,8·1,5 = 1,2

 

Für das dargestellte Rahmentragwerk aus Stahlbeton werden die nachfolgenden Be­rech­nun­gen durchgeführt:

•Ermittlung der Eigenwerte und Eigenformen des Tragwerksmodells unter Be­rück­sich­ti­gung der Massen entsprechend Abschnitt 4.3.3.3.1 der Norm.
•Ermittlung der horizontalen statischen Ersatzlasten nach Abschnitt 4.3.3.3.1 der Norm.
•Kontrolle der effektiven modalen Massen des Tragwerksmodells.
•Statistische Kombination der modalen Schnittgrößen und Verschiebungen nach Abschnitt 4.3.3.3.2 der Norm.
•Berücksichtigung zufälliger Torsionswirkungen nach Abschnitt 4.3.3.3.3 der Norm.
•Kombination der Beanspruchung infolge der Komponenten der Erdbebeneinwirkung nach Abschnitt 4.3.3.5.1 (3) der Norm.
•Kombinationen der Erdbebeneinwirkung mit anderen Einwirkungen nach DIN EN 1990.
•Nachweise nach DIN EN 1992‑1‑1.
•Berücksichtigung der Einflüsse nach Theorie 2. Ordnung (P‑Δ‑Effekte) nach DIN EN 1998‑1, Abschnitt 4.4.2.2 (2).

Lastfall 1: Eigenlast und AusbauLastfall 2: Verkehr auf Innenflächen
Lastfall 1: Eigenlast und AusbauLastfall 2: Verkehr auf Innenflächen

Lastfall 3: Verkehr auf Außenflächen

Lastfall 3: Verkehr auf Außenflächen

Lastfall 4: Wind in x‑RichtungLastfall 5: Wind in y‑Richtung
Lastfall 4: Wind in x‑RichtungLastfall 5: Wind in y‑Richtung

 

Berechnungsvorgaben Dynamik

 

Wirkung der Massen

  in Richtung  X Y Z 

  um Achse     X Y Z 

 

Eigenwerte

  Anzahl der Eigenwerte:  5

  Maximaler Vektorraum : 10

  Iterationsgenauigkeit:  1,00 [%]

 

 

Antwortspektrum DIN EN 1998-1:2021

  Grundwerte der Bodenbeschleunigungen

    ax:  1,023 [m/s²]

    ay:  1,023 [m/s²]

    az:  0,000 [m/s²]

    Komponenten der Beschleunigungen werden getrennt aufgebracht

    Bezugssystemwinkel alpha:   0,00 [°]  Untergrundverhältnisse     : A-R

  Reaktionsparameter horizontal    S: 1,000  TB: 0,100  TC: 0,200  TD: 2,000

  Reaktionsparameter vertikal      S: 1,000  TB: 0,050  TC: 0,200  TD: 1,200

  Lehr'sches Dämpfungsmaß    : 0,050

  Bedeutungsbeiwert    GammaI: 1,200

  Verhaltensbeiwerte       qh: 1,200   qv: 1,000

Massen aus Lastfällen erzeugen

 

Lastfall     Faktor

-------------------

    1          1,00

    2          0,21

    3          0,30

 

 

Summe der aufgebrachten Massen (global)

 

                    Mx [t]      My [t]      Mz [t]

--------------------------------------------------

Eigenmassen   :    495,034     495,034     495,034

Punktmassen   :      0,000       0,000       0,000

Massen aus LF :    121,890     121,890     121,890

--------------------------------------------------

Summe         :    616,923     616,923     616,923

 

 

Eigenfrequenzen und Eigenformen
Eigenform 1Eigenform 2
Eigenform 1: f = 1,43 HzEigenform 2: f = 1,47 Hz
Eigenform 3Eigenform 4
Eigenform 3: f = 2,03 HzEigenform 4: f = 3,54 Hz

Eigenform 5

Eigenform 5: f = 3,63 Hz

 

Effektive modale Massen (global)

 

Eigenform    Mx eff [t]  My eff [t]  Mz eff [t]

-----------------------------------------------

    1           323,206     183,332       0,000

    2           209,813     329,520       0,000

    3            13,016      37,500       0,000

    4            46,327       5,072       0,034

    5             3,753      41,475       0,003

-----------------------------------------------

Summe:          596,115     596,899       0,037

Anteil der Gesamtmasse:

                 97 [%]      97 [%]       0 [%]

 

Die berücksichtigten effektiven modalen Massen betragen 97% der aufgebrachten Mas­sen. Somit ist nach Abschnitt 4.3.3.3.1 (3) der Norm die Anzahl der untersuchten Eigen­formen aus­reichend.

 

Berechnungsschema

Berechnungsschema

Nach Abschnitt 4.3.3.5.1 (3) ist der Nachweis der horizontalen Erdbebeneinwirkung in zwei zu­ein­ander senkrechten Richtungen zu führen. Das oben abgebildete Be­rech­nungs­schema zeigt die Vorgehensweise. Die statistische Überlagerung der Modal­bei­träge wird programmseitig durch­ge­führt. Die zufälligen Torsionswirkungen nach Abschnitt 4.3.3.3.3 (1) der Norm können für dieses Tragwerk in der nachfolgenden Weise Berück­sichtigung finden.

 

Vergleichsrechnung

Fundamentschub

Formel für den Fundamentschub Fb

= 0,595·1,023·1,2·617

= 450 kN für T = 1/1,43 = 0,7 s 

mit

Formel für den Fundamentschub Fi des Massenpunktes i

M1i = e1i·Fi = hi·Li²/6

Lastordinate der Trapezlast des Geschosses i

hi = ±0,3·Fi /Li

Exzentrizität von Fi

eai = ±0,05·Li

Bezogenes Bemessungsspektrum

System mit Massenpunkten und linearer Eigenform

Decke über

Geschoss

Höhe

zi [m]

Masse

mi [t]

si·mi

[tm]

H‑Kraft

Fi [kN]

Breite

Lxi [m]

Trapezlast

hxi [kN/m]

Breite

Lyi [m]

Trapezlast

hyi [kN/m]

3

10,5

125

125

153

8

± 5,7

13

± 3,5

2

7,0

234

157

192

12

± 4,8

19,5

± 3,0

1

3,5

257

86

105

12

± 2,6

19,5

± 1,6

Summe

 

617

367

450

 

 

 

 

Lastfall 51: Zufällige Torsion (x)        Lastfall 52: Zufällige Torsion (y)

Lastfall 51: Zufällige Torsion (x)Lastfall 52: Zufällige Torsion (y)

 

 

Kombination der Beanspruchung

Kombination der Beanspruchung infolge der Komponenten der Erdbebeneinwirkung nach Abschnitt 4.3.3.5.1 (3) der Norm.

Lastfallkombination 1, Edx "+" 0,3·Edy

 

Lastfallkombination 2, 0,3·Edx "+" Edy

 

 

Kombinationen der Erdbebeneinwirkung mit anderen Einwirkungen nach DIN EN 1990.

Einwirkungen (Teil 1) nach DIN EN 1992‑1‑1

 

Einwirkungen (Teil 2, G) nach DIN EN 1992‑1‑1

 

 

 

Einwirkungen (Teil 3, QW) nach DIN EN 1992‑1‑1

Einwirkungen (Teil 4, QN) nach DIN EN 1992‑1‑1

 

 

Einwirkungen (Teil 5, AE) nach DIN EN 1992‑1‑1

Einwirkungen (Teil 6, Situation SK) nach DIN EN 1992‑1‑1

Einwirkungen (Teil 7, Situation Erdbeben) nach DIN EN 1992‑1‑1

 

 

Ergebnisse

Die nachfolgend abgebildeten Schnittgrößen min/max Mz zeigen für eine ausgesuchte Stab­gruppe den unterschiedlichen Einfluss von Windkraft (ständige und vor­über­gehende Situation) und Erdbeben­einwirkung (Erdbeben­situation). Man erkennt, dass hier die Ein­wirkungen aus Erdbeben maßgebend werden.

Ausgewählte Schnittgrößen min,max Mz aus Situation SK

Ausgewählte Schnittgrößen min,max Mz aus ständiger und vorübergehender Situation [kNm]

Ausgewählte Schnittgrößen min,max Mz aus Erdbebensituation

Ausgewählte Schnittgrößen min,max Mz aus Erdbebensituation [kNm]

Kombinationsinfo - Schnittgrößen Stab 1 - Ort 1, Knoten 1 - Mz min,max

 

 

Berücksichtigung der Einflüsse nach Theorie 2. Ordnung (P‑Δ‑Effekte)

Die Berechnung erfolgt hier exemplarisch für die unterste Etage nach Abschnitt 4.4.2.2 (2) der Norm.

Farbdarstellung: Max Deformation uy, Erdbebensituation

Maximale Deformation in y‑Richtung infolge der Erdbebensituation

Tabelle der Lastsummen

Ptot = Σ Gk + Σ ψ2·Qk = 5675 + 0,3 · (624 + 819) = 6108 kN

dr = ds = de · q = 7,3·1,2 = 8,8 mm ;   h = 3500 mm;   Vtot = Fb = 450 kN

Empfindlichkeitsbeiwert der gegenseitigen Stockwerksverschiebung

Empfindlichkeitsbeiwert der gegenseitigen Stockwerksverschiebung θ - Gleichung 4.28

=> Wirkungen nach Theorie 2.Ordnung müssen nicht berücksichtigt werden.