Eigenformen, Beurteilung der Eigenfrequenzen, Untersuchung der erzwungenen Schwingungen
Dieses Beispiel behandelt die Modellierung und Berechnung eines Maschinenfundamentes, welches durch zwei unterschiedlich frequente Erreger, einen Motor (Betriebsdrehzahl: 25 Hz) und einen Verdichter (Betriebsdrehzahl: 50 Hz), dynamisch belastet wird. Das Fundament wird aus Beton C35/45 erstellt. Zur Berücksichtigung aller Exzentrizitäten wurde ein Volumenmodell gewählt. Das Stabwerk für den Motor und den Verdichter erfasst die Lage der Maschinenmassen (Lagerwellen) und die Lastangriffspunkte für die Unwuchten. Damit können die Verschiebungen und Beschleunigungen des Systems an diesen Stellen berechnet werden. Den Stäben ist keine Masse (g = 0) zuzuordnen, da diese in den Punktmassen für die Maschinen enthalten sind. Um Zwängungen zu vermeiden sind in den Stäbe der Lagerwellen Normalkraftgelenke definiert. In der nachfolgenden Abbildung ist das System mit den Massen und Unwuchtkräften [kN] der Maschinen dargestellt.
Punktmassen
Für die Steifigkeiten der Stäbe werden folgende Werte verwendet:
Die sechs Auflager sind mit zwei unterschiedlichen Federelementen ausgestattet (Federsteifigkeiten [MN/m]).
|
Eigenform 1: ω = 2,81 Hz |
Eigenform 2: ω = 2,88 Hz |
Eigenform 3: ω = 3,59 Hz |
Eigenform 4: ω = 4,00 Hz |
Eigenform 5: ω = 4,54 Hz |
Eigenform 6: ω = 5,29 Hz |
Eigenform 7: ω = 27,56 Hz |
Eigenform 8: ω = 34,81 Hz |
Eigenform 9: ω = 66,66 Hz |
Eigenform 10: ω = 70,82 Hz |
Gemäß der zurückgezogenen DIN 4024, Teil 1, Abschnitt 5.3.2 konnte das Schwingungsverhalten des Maschinenfundamentes anhand der Eigenfrequenzen beurteilt werden. Wenn die folgenden Bedingungen 1 und 2 erfüllt waren, durfte auf weitere Untersuchungen des Schwingungsverhaltens verzichtet werden:
1. |
Eigenfrequenz 1. Ordnung |
f1(z) |
≤ 0,8 ⋅ fm |
|
f4 |
≤ 0,8 ⋅ 25 Hz |
|
4,0 |
≤ 20 Hz |
2. |
Eigenfrequenzen höherer Ordnung |
fn |
≤ 0,9 ⋅ fm und |
fn+1 |
≥ 1,1 ⋅ fm |
|
f6 |
≤ 0,9 ⋅ 25 Hz |
f7 |
≥ 1,1 ⋅ 25 Hz |
|
5,3 |
≤ 22,5 Hz |
27,6 |
≥ 27,5 Hz |
bzw.
f8 |
≤ 0,9 ⋅ 50 Hz |
f9 |
≥ 1,1 ⋅ 50 Hz |
|
34,8 |
≤ 45 Hz |
66,7 |
≥ 55 Hz |
Bezeichnungen:
| fm | Maschinenfrequenz (25 bzw. 50 Hz) |
| f1 | Erste Eigenfrequenz mit ihrer Eigenform in Richtung des Erregers (Hier: z‑Richtung) |
| fn | Höchste Eigenfrequenz unterhalb der Maschinenfrequenz |
| fn+1 | Niedrigste Eigenfrequenz oberhalb der Maschinenfrequenz |
Untersuchung der erzwungenen Schwingungen
Ist eine positive Beurteilung des Schwingungsverhaltens nicht möglich, kann eine genauere Untersuchung über die Ermittlung der erzwungenen Verschiebungsgrößen notwendig sein.
Eine Berechnungen des stationären Responses bei einer Lehr'sches Dämpfung aller 10 Eigenfrequenzen von 2 % getrennt für die verschieden frequenten Erreger ergibt folgende Maximalamplituden der Verschiebungen uz [μm] der Lagerwellen welche in der nachfolgenden Tabelle zusammengestellt ist. Man liegt auf der sicheren Seite der Abschätzung, wenn man die Maximalwerte der Einzelverformungen der Knoten entsprechend der unteren Tabelle addiert. Im eingeschwungenen Zustand entspricht die Summe der Einzelverformungen der Knoten fast genau den Ergebnissen der Zeitschrittintegration, welche im nachfolgenden Abschnitt dargestellt ist.
Lastfall |
Knoten |
Knoten |
Knoten |
Knoten |
|---|---|---|---|---|
Pz des Motor bei 25 Hz |
2,007 |
0,488 |
0,398 |
0,916 |
Pz des Verdichters bei 50 Hz |
0,010 |
0,124 |
0,169 |
0,155 |
Py des Motor bei 25 Hz |
0,014 |
0,129 |
0,007 |
0,031 |
Py des Verdichters bei 50 Hz |
0,003 |
0,008 |
0,003 |
0,002 |
Summe der Amplituden [μm] |
2,034 |
0,749 |
0,577 |
1,104 |
Eine modale Zeitschrittintegration mit 6000 Zeitschritten mit je 0,002 [s] Dauer mit der gleichzeitigen Wirkung aller dynamischen Lastanteile ergibt folgende Verformungen der Lagerwelle des Motors über die Zeit.
Die Maximalamplitude der Verschiebung uz an den Knoten 135 bis 138 der Lagerwellen betragen nach 12 Sekunden (eingeschwungener Zustand):
Untersuchung |
Knoten 135 |
Knoten 136 |
Knoten 137 |
Knoten 138 |
||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
stationärer Response:Σ|uz| |
2,03 |
μm |
0,75 |
μm |
0,58 |
μm |
1,10 |
μm |
modale Analyse |
2,05 |
μm |
0,53 |
μm |
0,58 |
μm |
1,10 |
μm |