Dynamische Zugüberfahrt

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Dynamische Zugüberfahrt

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Mit dem Programm kann auf einfache Weise die dynamische Beanspruchung durch vordefinierte Regelzüge wie ICE, Thalys etc. oder selbst definierte Zuglasten untersucht werden. In diesem Beispiel soll ein ICE 1 über eine 32 m lange Einfeldbrücke aus Stäben fahren.

System mit ICE1, Abmessungen und der Resonanzgeschwindigkeit des Beispiels Dynamische Zugüberfahrt

System mit ICE1, Abmessungen und der Resonanzgeschwindigkeit

 

Querschnitt

Querschnitt

C 50/60 nach EN 1992‑1‑1

Torsionssteifigkeit Ix = 4,00188 m4

 

Ausbaulast

Ausbaulast (7,8 t/m)

 

Neben der Systemeingabe und den statischen Lastfällen sind folgende Schritte erforderlich:

•Definition des Fahrweges und Festlegung der Zugeigenschaften
•Massenbelegung und Dämpfung
•Dynamische Zeitschrittberechnung
•Ergebnisse darstellen und weiterverarbeiten

 

Fahrweg und Zugdefinition

Die Beschreibung des Fahrwegs erfolgt durch die Eingabe eines Linienzuges auf dem Tragwerk. Es ist lediglich erforderlich, dass der Fahrweg innerhalb der Querschnittsabmessungen der Elemente liegt. Exzentrizitäten bzgl. der Stabachsen werden automatisch berücksichtigt.

In einem Lastfall ist die Lastart Dynamische Zuglast zu wählen und der Fahrweg des Lastenzuges einzugeben. Dieser kann über Flächenelemente und Stäbe mit Polygonquerschnitt führen. Nach Beendigung der Eingabe des des Linienzuges erscheint der Dialog zur Zugdefinition:

Dialog Dynamische Zuglast - ICE 1

In diesem ist der gewünschten Zugtyp sowie die zu untersuchende Geschwindigkeit einzustellen. Sollen mehrere Züge bzw. Fahrwege gleichzeitig untersucht werden (z.B. für eine Zugbegegnung), so kann mit der Startzeit der zeitlichen Versatz gesteuert werden. Wenn ein benutzerdefinierter Zug gewählt wurde, können in der Rubrik Zug die Achsabstände und die Achslasten editiert werden. Es können auch aus der Zwischenablage Daten einfügt werden.

 

Damit ist die Definition eines Fahrweges abgeschlossen.

 

Der Zug wird in der Berechnung als Gruppe von Einzellasten, die den Fahrweg entlang fahren, berücksichtigt. Die Achslasten wirken dabei immer in Richtung der globalen Z‑Achse.

 

Massenbelegung und Dämpfung

Für die dynamische Berechnung sind die berücksichtigten Massen wichtig. Im Standardfall werden nur die Eigenmassen des Tragwerks erfasst. Die zusätzlichen Massen des Ausbaus wie z.B. des Schotterbetts können durch Massen aus Lastfällen erfasst werden.

 

Summe der aufgebrachten Massen (global)

                    Mx [t]      My [t]      Mz [t]

--------------------------------------------------

Eigenmassen   :    550,459     550,459     550,459

Punktmassen   :      0,000       0,000       0,000

Massen aus LF :    249,541     249,541     249,541

--------------------------------------------------

Summe         :    800,000     800,000     800,000

 

Des weiteren sollte eine sinnvolle Dämpfung des Systems berücksichtigt werden.

Tabelle Modale Dämpfung

 

Dynamische Zeitschrittberechnung

Dynamische Zuglasten werden nur im Rahmen einer dynamischen Berechnung berücksichtigt. Die Eingaben hierfür erfolgen auf der Registerkarte Dynamik der Berechnungseinstellungen.

Dialog Berechnungseinstellungen - Dynamik: Modale Zeitschrittintegration

Die Zugüberfahrt kann mit der direkten oder der modalen Zeitschrittintegration analysiert werden.

 

Die Anzahl der zu berücksichtigenden Eigenwerte ist system­ab­hängig. Die Dauer und die Anzahl der Zeit­schrit­te sollte so gewählt werden, dass diese den ge­wünsch­ten Berechnungs­zeit­raum bzw. die Fahr­stre­cke des Zuges ergeben.

 

Die Dauer der zu wählenden Zeitschritte wird we­sent­lich durch das Schwingungs­verhalten des Trag­werkes bestimmt. Diese sollten kürzer als 1/10 der Schwingzeit der maßgebenden Eigenfrequenz sein.

 

Im Rahmen der Berechnung werden dann die Eigen­fre­quen­zen, die Eigen­formen und alle Zeit­schritte berechnet. Dabei werden für jeden Zeitschritt die De­for­ma­tion­en, Geschwindigkeiten, Beschleu­ni­gungen so­wie Schnitt­größen ermittelt und ab­ge­spei­chert.

 

Ergebnisse darstellen und weiterverarbeiten

Eigenform 1

Eigenform 1: Eigenfrequenz = 2,10 Hz

Eigenform 2

Eigenform 2: Eigenfrequenz = 8,40 Hz

Eigenform 3

Eigenform 3: Eigenfrequenz = 14,28 Hz

Eigenform 4

Eigenform 4: Eigenfrequenz = 18,90 Hz

Eigenform 5

Eigenform 5: Eigenfrequenz = 21,69 Hz

Verformung bei Zugüberfahrt des ICE 1 mit 200 km/h (100‑fach überhöht)

Verformung bei Zugüberfahrt des ICE 1 mit 200 km/h (100‑fach überhöht)

 

Neben den Eigenformen mit ihren Eigenfrequenzen können die Ergebnisse der Zugüberfahrt für jeden Knoten über den Berechnungszeitraum aufgetragen werden. Der Darstellungsbereich wird dabei in 2 Fenster aufgeteilt. Im linken Fenster ist der Knoten auszuwählen, für den der Ergebnisverlauf aufgetragen werden soll.

Schwingung: Vertikalverschiebung in Feldmitte

Vertikalverschiebung in Feldmitte

Schwingung: Vertikalbeschleunigung in Feldmitte

Vertikalbeschleunigung in Feldmitte

Einige dynamische Ergebnisse wie Deformationen und Schnittgrößen können zusätzlich für jeden gespeicherten Zeitschritt am System dargestellt werden.

 

Mit der Lastfallkombination können die 'Hüllkurven' aller Zeitschritte für die Deformationen und die Schnittgrößen ermittelt werden und gegebenenfalls mit statischen Lastfällen überlagert werden.

 

Lastfallkombination 1, ICE 1, 200 km/h

Deformationen uz min, max aus Lastfallkombination 1

Deformationen uz min, max aus Lastfallkombination 1 [mm]

Geschwindigkeiten vz min, max aus Lastfallkombination 1

Geschwindigkeiten vz min, max aus Lastfallkombination 1 [mm/s]

Beschleunigungen az min, max aus Lastfallkombination 1

Beschleunigungen az min, max aus Lastfallkombination 1 [m/s²]