Querschnitt und Material, Stützendefinition, Belastung, Einwirkungen, Bemessungsvorgaben, Ergebnisse, Protokoll, Nichtlineare Berechnung
Bemessen werden soll eine Randstütze nach DIN EN 1992‑1‑1 mit den Verfahren mit Nennkrümmungen gemäß dem Beispiel 10 aus dem Buch „Deutscher Beton- und Bautechnik-Verein E.V.: Beispiele zur Bemessung nach Eurocode 2, Band 1: Hochbau“. Anschließend werden die Gesamtmomente am Stützenfuß denen einer nichtlinearen Berechnung mit Theorie II. Ordnung gegenübergestellt.
Die Fertigteilbinder dienen nur der horizontalen Koppelung der vier Stützen und werden sehr steif angenommen und als Pendelstäbe abgebildet. Die Stützen sind am unteren Ende fest eingespannt gelagert und werden mit jeweils fünf Stabelementen diskretisiert. Das Eigengewicht der Fertigteilträger wird mit entsprechenden vertikalen Einzellasten (Fv siehe Abb. 1) und die exzentrische Lasteinleitung mit entsprechenden Momenten am Stützenkopf berücksichtigt. Lasten auf den auskragenden oberen Teil der Randstützen werden in Einzellasten/-momente an den Rahmenecken umgerechnet. Im Beispiel wird für die händische Berechnung der Schnittgrößen aus Wind angenommen, dass die Biegesteifigkeit der Innenstützen 1,25-mal die Biegesteifigkeit der Randstützen ist. Dies wird, um vergleichbare Schnittgrößen zu bekommen, in InfoCAD ebenfalls gemacht. Kriechen wird beim Nachweis nicht berücksichtigt.
Abb. 1: System aus Beispiel 10 (s.o.)
Abb. 2: System mit Abmessungen
Querschnitt und Material des Riegels
Materialart:Frei |
E-Modul: 100000 MN/m² (linear) |
γ: 0 kN/m³ |
Querschnittsart: Stab |
Fläche A: 10 m² |
Iy: 1,0 m4 |
Querschnitt und Material der Stützen
Materialart: Beton, C30/37-EN-D, γ = 25 kN/m³
E-Modul: Randstützen (linear): 29333,3 MN/m² Innenstützen (linear): 36666,7 MN/m² Stützen (nichtlineare): 33000 MN/m²
Betonstahl: B500B |
Abb. 3: Stützenquerschnitt [mm]
Abb. 4: Stützennummern
Knicklänge für Biegung um die y-Achse: l0,y = ßy · lcol = 2,1 · 6,2 m = 13,0 m
Abb. 5: Lastfall 1: Eigenlasten
Abb. 6: Lastfall 2: Schnee
Abb. 7: Lastfall 3: Wind
Bemessungsvorgaben DIN EN 1992‑1‑1
Qu. Expos. Vorspannung Bewehrung Ermüdung Ri. De- Spannung
klasse des Bauteils M R B Q T S B Q T P C V br. ko. C B P
2 XC4 Nicht vorgesp. . . x x . . . . . . . . . . . . .
3 XC4 Nicht vorgesp. . . x x . . . . . . . . . . . . .
(M) Mindestbewehrung zur Sicherstellung der Robustheit.
(R) Mindestbewehrung zur Begrenzung der Rissbreite.
(B) Längsbewehrung aus Bemessung sowie im Ermüdungs- und Spannungsnachweis.
(Q) (Mindest-)Querkraftbewehrung aus Tragfähigkeit und Ermüdung.
(T) Torsionsbewehrung im Tragfähigkeits- und Ermüdungsnachweis.
(S) Nachweis der Schubfuge.
(P) Spannstahl im Ermüdungs- und Spannungsnachweis.
(C) Betondruckspannungen, Beton im Ermüdungsnachweis unter Längsdruck.
(V) Beton im Ermüdungsnachweis unter Querkraftbeanspruchung.
Vorgaben für den Nachweis der Längs- und Schubbewehrung
M,N Bemessungsmodus für Biegung und Längskraft:
(ST) Standard, (SY) Symmetrisch, (DG) Druckglied.
(*) Bem. ohne Berücksichtigung vorgegebener Bewehrungsverhältnisse.
fyk Stahlgüte der Bügel.
Theta Neigung der Betondruckstreben. Der eingegebene Wert für cot Theta wird
programmseitig auf den Wertebereich nach Gl. (NA.6.7a) begrenzt.
P. Balken werden wie Platten bemessen.
K. Bemessung für resultierende Querkraft am Kreis-/Ringquerschnitt.
Asl Vorh. Biegezugbewehrung nach Bild 6.3, autom. Erhöhung bis Maximum.
rhow Faktor für Mindestbewehrungsgrad rho.w,min nach Gl. (9.5a/bDE).
as Faktor für Biegebewehrung von Platten in Querrichtung nach 9.3.1.1(2).
cvl Verlegemaß der Längsbewehrung zur Begrenzung des Hebelarms z.
Red. Reduktionsfaktor der Vorspannung zur Bestimmung der Zugzone für die
Verteilung der Robustheitsbewehrung bei Flächenelementen.
Roh- Asl [cm²] Red.
Qu. Beton dichte Bem. fyk cot Bem. Bild 6.3 Faktor Bem. cvl Vor-
[kg/m³] M,N [MPa] Theta P.K. vorh. max rhow as x,y [mm] spg.
2 C30/37-EN-D . ST 500 1,00 . . 0,00 . 1,00 . . 38 .
3 C30/37-EN-D . ST 500 1,00 . . 0,00 . 1,00 . . 38 .
Schubquerschnitte
kb, kd Faktor zur Berechnung des inneren Hebelarms z aus der Nutzbreite bn
bzw. der Nutzhöhe d.
Qu. Breite [m] Nutzbreite Höhe [m] Nutzhöhe Torsionsquerschn. [m]
bw bw.nom bn [m] kb h h.nom d [m] kd z1 z2 tef K.
2 0,400 . . . . . 0,412 0,90 . . . .
3 0,400 . . . . . 0,412 0,90 . . . .
Betonstützeneigenschaften
Nr. Bezeichnung Knicklänge um y-Achse Äquiv. Lambda.lim
Definition L0,y [m] Moment vereinf.
1 Randstütze l Benutzer 13,00 . .
2 Randstütze r Benutzer 13,00 . .
Abb. 8: Schnittgrößen Nx; LF 1, Eigengewicht
Abb. 9: Schnittgrößen My; LF 1, Eigengewicht
Abb. 10: Schnittgrößen Nx; LF 2, Schnee
Abb. 11: Schnittgrößen My; LF 2, Schnee
Abb. 12: Schnittgrößen My; LF 3, Wind
Abb. 13: Schnittgrößen Nx min, max; 1. Ständige und vorübergehende Situation
Abb. 14: Schnittgrößen My min, max; 1. Ständige und vorübergehende Situation
Abb. 15: Biegebewehrung As; Tragfähigkeit
Protokoll Stützennachweis für Stützenfuß rechte Randstütze
Nachweis der Betonstützen nach dem Nennkrümmungsverfahren
Die berechnete erforderliche Bewehrung wird immer symmetrisch ermittelt, enthält
die vorgegebene Grundbewehrung sowie die Mindestbewehrung für Stützen nach
9.5.2 (2). Bei Stützen unter Drucknormalkraft wird die Mindestexzentrizität nach
6.1 (4) berücksichtigt.
Die maximale Bewehrung aller Nachweisorte in der Stütze wird gemäß 5.8.8.3 als
konstante Bewehrung über die gesamte Stütze angesetzt.
L0 Knicklänge der Stütze [m]
phi Endkriechzahl nach 3.1.4
c Vom Krümmungsverlauf abhängiger Beiwert nach 5.8.8.2 (4)
y,z Drehachse für Schlankheiten, Krümmungen und Stabmomente
Lambda vorh. Aus der Knicklänge ermittelte vorhandene Schlankheit
Lambda lim Grenzwert der Schlankheit nach 5.8.3.1 (1)
n Bezogene Normalkraft n = NEd/(Ac*fcd)
Kr Krümmungsbeiwert in Abhängigk. von der Normalkraft nach 5.8.8.3 (3)
Kphi Krümmungsbeiwert zur Berücksicht. des Kriechens nach 5.8.8.3 (4)
1/r Krümmung nach 5.8.8.3 (1)
M1 Moment nach Theorie I. Ordnung [kNm]. Optional wird das äquivalente
Moment nach 5.8.8.2 (2) angesetzt, wenn keine Querbelastung
ermittelt wurde. In diesem Fall wird der Wert mit "+" markiert.
Mi Moment aus Stützenimperfektion nach 5.2 (7) [kNm]
M2 Nennmoment nach Theorie II. Ordnung nach 5.8.8.2 (2) [kNm]
Mmin Moment aus Mindestexzentrizität nach 6.1 (4) [kNm]
MEd Zu bemessendes Moment MEd = M1+Mi+M2 > Mmin [kNm]
As,tot Gesamtbewehrung am Nachweisort [cm²]
Ergibt sich aus dem tatsächlichen Moment mehr Bewehrung als aus dem
äquivalenten Moment mit Zusatzmomenten, wird dies mit "!" markiert.
Ort 1 - Ort der maximalen Bewehrung in der Stütze
Stütze 2, Stab 16, x = 0,00 m (Stablänge 1,24 m, Stützenlänge 6,20 m)
Querschnitt 2: Polygon - C30/37-EN-D
phi=0,00; c=9,87;
Knicklänge: L0=13,00 m (Benutzereingabe)
Querschnittswerte A [m²] ys [m] zs [m] Iy [m4] Iz [m4] Iyz[m4]
brutto: 0,180 0,200 0,225 0,0030 0,0024 0,0000
1. Ständige und vorüberg. Komb. (SK.1): G+QS+QW, Endzustand
Betonschnittgrößen
Satz Nx[kN] My[kNm]
Nx- : -683,99 -32,10
Nx+ : -431,10 -20,00
My- : -632,99 -99,83
My+ : -431,10 -20,00
Lastfallkombinationen der maßgebenden Schnittkraftsätze
Satz Kombination
Nx- : 1,35*L1+1,5*L2
Nx+ : 1*L1
My- : 1,35*L1+0,75*L2+1,5*L3
My+ : 1*L1
Nachweis nach dem Nennkrümmungsverfahren
Maßgebender Schnittkraftsatz: SK.1,My-
Bestimmung der Grenzschlankheit
Lambda
n vorh. lim
0,21 100,07 > 35,18
Bestimmung der Zusatz- und Bemessungsmomente
M1 Mi Kr Kphi 1/r M2 MEd
[kNm] [kNm] [1/m] [kNm] [kNm]
-99,83 -16,52 1,00 1,00 0,0117 -127,09 -243,45
Bemessung
NEd MEdy As,tot
[kN] [kNm] [cm²]
-632,99 -243,45 16,10
Vergleich mit Literatur für maßgebende Lastfallkombination und rechte Randstütze
|
|
Literaturbeispiel |
InfoCAD |
|---|---|---|---|
NEd |
[kN] |
-633 |
-632,99 |
MEd |
[kNm] |
‑100 |
-99,83 |
ei |
[mm] |
21 |
26,1 |
Mi |
[kNm] |
‑13 |
‑16,52 |
Kr |
|
1 |
1 |
Kφ |
|
1 |
1 |
(1/r) |
[1/m] |
0,0118 |
0,0117 |
e2 |
[mm] |
199 |
200,8 |
M2 |
[kNm] |
‑126 |
‑127,09 |
Mtot = MEd+Mi + M2 |
[kNm] |
-239 |
-243,45 |
As,tot |
[cm²] |
16,2 |
16,10 |
Beim automatischen Ansatz der Imperfektion wird in InfoCAD von einer Einzelstütze ausgegangen. Dabei wird in Gleichung (5.1) mit m = 1 statt 4 gerechnet, wodurch αm = 1,0 statt 0,79 angesetzt wird. Dadurch ist die Ausmitte aus Imperfektion und damit das Gesamtmoment etwas größer als im Literaturbeispiel. Dennoch kommt in InfoCAD eine etwas geringere Bewehrung heraus, da hier eine genaue nichtlineare Querschnittsbemessung durchgeführt wird und nicht vereinfacht mit einem Bemessungsdiagramm gearbeitet wird.
Nichtlineare Berechnung mit Theorie II. Ordnung
Zum Vergleich wird eine nichtlineare Berechnung unter Berücksichtigung der Theorie II. Ordnung durchgeführt. Dabei wird die vorher ermittelte Bewehrung von 16,06 cm² in allen Stützen angesetzt und eine Schiefstellung von 1/315 als Vorverformung berücksichtigt. Verglichen werden sollen die Gesamtmomente mit denen aus der vorherigen Stützenbemessung. Dazu wird der maßgebende Schnittkraftsatz, wie folgt, als Lastgruppe definiert und zwar einmal ohne und einmal mit Berücksichtigung von Kriechen ( φ (∞, t0 ) = 2,35 ):
Abb. 16: Schnittgrößen My; LF 11, LK2: 1,35*G+0,75*S+1,5*W ohne Kriechen
Abb. 17: Schnittgrößen My; LF 21, LK2: 1,35*G+0,75*S+1,5*W mit Kriechen
Selbst mit Kriechen liegt das Fußmoment der rechten Randstütze mit -222,37 kNm noch deutlich unterhalb des Moments aus dem Stützennachweis von -243,45 kNm (Literatur: -239 kNm). Das Verfahren mit Nennkrümmungen liegt, wie erwartet, auf der sicheren Seite.