Hochbau – Nachweis von Stützen

Abmessungen, Querschnitte und Material, Betonstützeneingabe, Belastung, Einwirkungen, Ergebnisse, Protokoll

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EN 1992-1-1 Bemessung > Beispiele

Hochbau – Nachweis von Stützen

Abmessungen, Querschnitte und Material, Betonstützeneingabe, Belastung, Einwirkungen, Ergebnisse, Protokoll

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In diesem Beispiel soll auf die Eingabe und Bemessung mehrerer Betonstützen nach dem Verfahren mit Nennkrümmungen bei einem üblichen Hochbau eingegangen werden. Das System wurde in Anlehnung an dem Beispiel aus dem Heft „JRC Scientific and Policy Reports; Eurocode 2: Background & applications; Design of concrete buildings, Worked examples (2014)” konstruiert. In dem Literaturbeispiel werden drei Typen von Deckenkonstruktionen untersucht. Hier wird die Variante mit Stahlbetondecken mit einer Höhe von 0,21 m, welche direkt auf den Stahlbetonstützen aufliegen, ohne Unterzüge, umgesetzt. Die Untergeschosse werden nicht modelliert und die Stützen im Erdgeschoss am unteren Ende eingespannt gelagert.

Grundriss und Abmessungen des Beispiels Hochbau – Nachweis von Stützen

Grundriss und Abmessungen [m]

Seitenansicht mit Abmessungen des Beispiels Hochbau – Nachweis von Stützen        Querschnittszuordnung der Stützen

Seitenansicht mit Abmessungen [m]          Querschnittszuordnung der Stützen

 

Tabelle der Querschnittswerte

 

Tabelle der Materialkennwerte

 

Tabelle - Bewehrung für Flächenelemente

 

Tabelle - Bewehrung für Stäbe

 

Betonstützeneingabe

Es gibt zwei Möglichkeiten mehrere Betonstützen für die Bemessung mit dem Nennkrümmungsverfahren auf einmal zu definieren.

Bevor die Elemente durch Vernetzung erzeugt werden können den Rändern für die Stützen Betonstützeneigenschaften zugeordnet werden. Bei der Randdefinition ist die Bedeutung „Freier Stab“ zu wählen und dann im Dialog neben der Betonstützenauswahl der Knopf für die Betonstützeneigenschaften auszuwählen. Hier können die Eigenschaften der Betonstütze, wie z.B. die Knicklängen um die y und z Achse definiert werden. Es können mehrere Ränder auf einmal markiert und Betonstützeneigenschaften zugeordnet werden, wenn die Eigenschaften identisch sein sollen. Die Ränder, bzw. nach der Vernetzung die Stabelemente, erhalten automatisch verschiedene aufsteigende Betonstützennummern. Die Betonstützenauswahl ist nur aktiv, wenn dem Rand schon ein gültiger Polygonquerschnitt (Rechteck, Kreis) mit passendem Normbetonmaterial (EN 1992‑1‑1 oder DIN EN 1992‑1‑1) zugeordnet wurde und der Rand weniger als 60° von globaler z‑Achse abweicht. Die Handhabung wird auch in dem Video "https://download.infograph.de/video_de/Betonstütze - Nachweis mit Nennkrümmungen.mp4" gezeigt.

Dialog eines Randes mit Betonstützeneigenschaften  Dialog einer Betonstütze

Die zweite Möglichkeit ist, schon erzeugte Stabelemente Betonstützen zuzuordnen. Dazu werden die Stäbe der Stütze markiert und anschließend die Elementeigenschaften aufgerufen. Unter „Betonstütze“ können, wie zuvor beim Rand, die Betonstützeneigenschaften definiert werden. Der Dialog wird aber nur sichtbar, wenn die Voraussetzungen bezüglich Querschnittes, Material und Stabausrichtung (s.o.) erfüllt sind. Werden Stäbe markiert welche nicht zusammenhängen oder zusammenhängen aber durch Flächenelementebenen (z.B. Decken) unterteilt werden, werden diese Stabgruppen getrennt einzelnen Betonstützen zugeordnet.

Einfachheitshalber werden für alle Stützen die Geschosshöhen als Knicklängen um die y und z Achse angenommen. Zudem wird das äquivalente Moment nach Gl. (5.32) verwendet und die Grenzschlankheiten mit den vereinfachten Annahmen für Faktoren A, B, C nach Gl. (5.13) berechnet. Insgesamt ergeben sich so 120 Betonstützen und jede Stütze besteht aus 5 Stabelementen. Hier ein Auszug aus den Betonstützeneigenschaften:

Tabelle der Betonstützen

System (3D) mit Betonstützennummern

Betonstützennummern

 

Belastung

LF 1: Eigenlast

LF 2: Gewicht Einrichtung: 3 kN/m² Gleichlast auf allen Decken

LF 3: Gewicht Fassade: 8 kN/m Linienlast entlang Deckenränder

LF 4: Wind in globaler x-Richtung

LF 5: Wind in globaler y-Richtung

LF 6: Schneelast: 1,7 kN/m² Gleichlast auf oberster Decke

LF 7 – 66: Verkehrslast auf Decke: 2 kN/m² Gleichlast feldweise eingegeben

LF 1-3: gleiche Last auf allen Etagen

LF 1-3: gleiche Last auf allen Etagen

LF 6: Schneelast

LF 6: Schneelast

LF 4: Wind in global x-Richtung

LF 4: Wind in global x-Richtung

LF 5: Wind in global y-Richtung

LF 5: Wind in global y-Richtung

LF 7: Verkehrslast auf Decke 5. OG (1. Feld)

LF 7: Verkehrslast auf Decke 5. OG (1. Feld)

LF 8: Verkehrslast auf Decke 5. OG (2. Feld)

LF 8: Verkehrslast auf Decke 5. OG (2. Feld)

 

 

EN 1992‑1‑1 Einwirkungen

 

Standard Bemessungsgruppe

 

G - Eigenlast

Gamma.sup / gamma.inf = 1,35 / 1

Lastfälle

---------

1    Eigengewicht

2    Gewicht Einrichtung

3    Gewicht Fassade

 

QN - Nutzlast, Verkehrslast

Gamma.sup / gamma.inf = 1,5 / 0

Kombinationsbeiwerte psi für: Hochbauten

Nutzlasten - Kategorie A: Wohngebäude

Psi.0 / Psi.1 / Psi.2 = 0,7 / 0,5 / 0,3

Lastfälle 1. Variante, inklusiv

-------------------------------

7    Verkehr auf Decke (1)

8    Verkehr auf Decke (2)

...

66   Verkehr auf Decke (60)

 

QS - Schnee- und Eislast

Gamma.sup / gamma.inf = 1,5 / 0

Kombinationsbeiwerte psi für: Hochbauten

Schneelasten - Orte in CEN-Mitgliedsstaaten niedriger als 1000 m ü. NN

Psi.0 / Psi.1 / Psi.2 = 0,5 / 0,2 / 0

 

Lastfälle 1. Variante, inklusiv

-------------------------------

6    Schneelast

 

QW - Windlast

Gamma.sup / gamma.inf = 1,5 / 0

Kombinationsbeiwerte psi für: Hochbauten

Windlasten

Psi.0 / Psi.1 / Psi.2 = 0,6 / 0,2 / 0

 

Lastfälle 1. Variante, exklusiv

-------------------------------

4    Wind globale x-Richtung

5    Wind globale y-Richtung

 

1. Ständige und vorübergehende Situation

Endzustand

G  - Eigenlast

QN - Nutzlast, Verkehrslast

QS - Schnee- und Eislast

QW - Windlast

 

Ergebnisse Bemessung nach EN 1992‑1‑1

Bewehrung Tragfähigkeit Stäbe

Bewehrung Tragfähigkeit Stäbe [cm²]

 

Weitere Ergebnisse an Stütze Achse C2 (EG bis 5. OG):

Normalkraft aus SK1 der Stütze Achse C2      Moment My aus SK1 der Stütze Achse C2      Moment Mz aus SK1 der Stütze Achse C2      Gesamtbewehrung Tragfähigkeit der Stütze Achse C2

Normalkraft [kN], Moment My [kNm], Moment Mz [kNm] aus
1. ständig und vorübergehender Situation, Gesamtbewehrung Tragfähigkeit [cm²]

 

Protokoll Stützennachweis Stütze Nr. 16 (Achse C2, Erdgeschoss, oberes Stützenende):

 

Nachweis der Betonstützen nach dem Nennkrümmungsverfahren

Die berechnete erforderliche Bewehrung wird immer symmetrisch ermittelt, enthält

die vorgegebene Grundbewehrung sowie die Mindestbewehrung für Stützen nach

9.5.2 (2). Diese Bewehrung wird konstant für alle Stäbe der Stütze angesetzt.

Bei Stützen unter Drucknormalkraft wird die Mindestexzentrizität nach 6.1 (4)

berücksichtigt.

L0           Knicklänge der Stütze [m]

phi          Endkriechzahl nach 3.1.4

c            Vom Krümmungsverlauf abhängiger Beiwert nach 5.8.8.2 (4)

y,z          Drehachse für Schlankheiten, Krümmungen und Stabmomente

Lambda vorh. Aus der Knicklänge ermittelte vorhandene Schlankheit

Lambda lim   Grenzwert der Schlankheit nach 5.8.3.1 (1)

phi,eff      Effektive Kriechzahl nach 5.8.4 (2)

Omega        Mechanischer Bewehrungsgrad Omega = As*fyd/(Ac*fcd)

M01/M02      Momentenverhältnis der Stützenendmomente nach Theorie I.Ordnung

             |M02| > |M01|

n            Bezogene Normalkraft n = NEd/(Ac*fcd)

A,B,C        Faktoren nach 5.8.3.1 (1)

Kr           Krümmungsbeiwert in Abhängigk. von der Normalkraft nach 5.8.8.3 (3)

Kphi         Krümmungsbeiwert zur Berücksicht. des Kriechens nach 5.8.8.3 (4)

1/r          Krümmung nach 5.8.8.3 (1)

M1           Moment nach Theorie I. Ordnung [kNm]. Optional wird das äquivalente

             Moment nach 5.8.8.2 (2) angesetzt, wenn keine Querbelastung

             ermittelt wurde. In diesem Fall wird der Wert mit "+" markiert.

Mi           Moment aus Stützenimperfektion nach 5.2 (7) [kNm]

M2           Nennmoment nach Theorie II. Ordnung nach 5.8.8.2 (2) [kNm]

Mmin         Moment aus Mindestexzentrizität nach 6.1 (4) [kNm]

MEd          Zu bemessendes Moment MEd = M1+Mi+M2 > Mmin [kNm]

As,tot       Gesamtbewehrung am Nachweisort [cm²]

             Ist die Bewehrung zur Einhaltung der Grenzschlankheit maßgebend,

             wird dies mit "*" markiert.

             Ergibt sich aus dem tatsächlichen Moment mehr Bewehrung als aus dem

             äquivalenten Moment mit Zusatzmomenten, wird dies mit "!" markiert.

 

Stütze 16

 

Stab 10722

 

Ort 1 - Ort der maximalen Bewehrung in der Stütze

Stütze 16, Stab 10722, x = 0,00 m (Stablänge 0,80 m, Stützenlänge 4,00 m)

Querschnitt 4: Polygon - C30/37-EN

phi=0,00; c=9,87;

Knicklängen: L0,y=4,00 m (=L, Bild 5.7a))

             L0,z=4,00 m (=L, Bild 5.7a))

Querschnittswerte     A [m²]   ys [m]   zs [m]   Iy [m4]   Iz [m4]   Iyz[m4]

          brutto:      0,175    0,125    0,350    0,0071    0,0009    0,0000

 

1. Ständige und vorüberg. Komb. (SK.1): G+QN+QS+QW, Endzustand

Betonschnittgrößen

Satz     Nx[kN]   My[kNm]   Mz[kNm]

Nx-  : -2180,66     -3,39     45,33

Nx+  : -1289,78     -2,86     33,09

My-  : -2016,65    -10,36     40,39

My+  : -1464,70      4,48     30,34

Mz-  : -1496,87     -2,42     22,44

Mz+  : -1911,43     -4,05     52,66

 

Lastfallkombinationen der maßgebenden Schnittkraftsätze

Satz   Kombination

Nx-  : 1,35*L1+1,35*L2+1,35*L3+0,75*L6+1,5*L12+1,5*L13+1,5*L14+1,5*L15+

     : 1,5*L16+1,5*L22+1,5*L23+1,5*L24+1,5*L26+1,5*L32+1,5*L33+1,5*L35+

     : 1,5*L36+1,5*L42+1,5*L43+1,5*L45+1,5*L46+1,5*L52+1,5*L53+1,5*L55+

     : 1,5*L56+1,5*L62+1,5*L63+1,5*L65+1,5*L66

Nx+  : 1*L1+1*L2+1*L3+1,5*L5+1,05*L7+1,05*L8+1,05*L9+1,05*L10+1,05*L11+

     : 1,05*L17+1,05*L18+1,05*L19+1,05*L20+1,05*L25+1,05*L27+1,05*L28+

     : 1,05*L29+1,05*L30+1,05*L31+1,05*L34+1,05*L37+1,05*L38+1,05*L39+

     : 1,05*L40+1,05*L41+1,05*L44+1,05*L47+1,05*L48+1,05*L49+1,05*L50+

     : 1,05*L51+1,05*L54+1,05*L57+1,05*L58+1,05*L59+1,05*L60+1,05*L61+1,05*L64

My-  : 1,35*L1+1,35*L2+1,35*L3+0,9*L4+1,5*L7+1,5*L8+1,5*L12+1,5*L13+1,5*L17+

     : 1,5*L18+1,5*L22+1,5*L23+1,5*L28+1,5*L33+1,5*L37+1,5*L39+1,5*L40+

     : 1,5*L42+1,5*L48+1,5*L51+1,5*L53+1,5*L57+1,5*L59+1,5*L61+1,5*L62+

     : 1,5*L64+1,5*L66

My+  : 1*L1+1*L2+1*L3+0,75*L6+1,5*L10+1,5*L11+1,5*L14+1,5*L15+1,5*L20+1,5*L24+

     : 1,5*L25+1,5*L27+1,5*L29+1,5*L30+1,5*L32+1,5*L34+1,5*L35+1,5*L38+

     : 1,5*L43+1,5*L45+1,5*L46+1,5*L47+1,5*L49+1,5*L50+1,5*L52+1,5*L54+

     : 1,5*L55+1,5*L56+1,5*L58+1,5*L60+1,5*L63+1,5*L65

Mz-  : 1*L1+1*L2+1*L3+0,9*L4+1,5*L12+1,5*L13+1,5*L15+1,5*L25+1,5*L32+1,5*L33+

     : 1,5*L35+1,5*L37+1,5*L38+1,5*L39+1,5*L52+1,5*L53+1,5*L55+1,5*L57+

     : 1,5*L58+1,5*L59+1,5*L61+1,5*L64

Mz+  : 1,35*L1+1,35*L2+1,35*L3+0,9*L5+0,75*L6+1,5*L7+1,5*L8+1,5*L14+1,5*L17+

     : 1,5*L18+1,5*L24+1,5*L27+1,5*L28+1,5*L34+1,5*L42+1,5*L43+1,5*L44+

     : 1,5*L47+1,5*L48+1,5*L49+1,5*L54+1,5*L62+1,5*L63+1,5*L65

 

Nachweis nach dem Nennkrümmungsverfahren

Maßgebender Schnittkraftsatz: SK.1,Mz+

 

Bestimmung der Grenzschlankheit

                                             Lambda

   phi,eff Omega M01/M02   A    B    C    n  vorh.     lim

y:  0,00    0,12    0,00 0,70 1,10 0,70 0,55  19,79 >  14,59

z:  0,00    0,12    0,00 0,70 1,10 0,70 0,55  55,43 >  14,59

 

Bestimmung der Zusatz- und Bemessungsmomente

         M1       Mi   Kr  Kphi   1/r      M2    Mmin     MEd

       [kNm]    [kNm]            [1/m]   [kNm]   [kNm]   [kNm]

y:     -1,70+  -19,11 0,80 1,00 0,0058  -18,10  -44,60   -44,60

z:     52,66    19,11 0,80 1,00 0,0184   56,90   38,23   128,67

 

Bemessung

      NEd     MEdy     MEdz  As,tot

     [kN]    [kNm]    [kNm]   [cm²] 

 -1911,43   -44,60   128,67   9,98