Brückenwiderlager

Abmessungen, Nachweise, Lasten, Einwirkungen, Bemessungsvorgaben, Ergebnisse

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Brückenwiderlager

Abmessungen, Nachweise, Lasten, Einwirkungen, Bemessungsvorgaben, Ergebnisse

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Das Beispiel zeigt die Anwendung der EN 1992‑2 bei einem Widerlager einer Straßen­brücke. Die Konstruktion besteht aus Widerlagerflügeln, einer Lagerbank und einer Pfahl­kopf­platte mit Pfählen. Die Abmessungen können den nächsten Abbildungen entnommen werden.

Statisches System des Beispiels Brückenwiderlager nach EN 1992‑2

Statisches System

Material

BetonC 30/37‑EN (Flächen),  C 40/50‑EN (Pfähle)
BetonstahlBSt 500/550, Achsabstand vom Rand 8 cm
BettungHorizontales Bettungsmodul 50 MN/m³

Querschnitt

Flügelwänded = 1,2 m (Querschnitt 1)
Lagerbankd = 1,5 m (Querschnitt 2)
Pfahlkopfplatted = 1,2 m (Querschnitt 3)
Pfähle∅ = 1,0 m (Querschnitt 4)
ExpositionsklasseXC4

 

Das abgebildete FEM‑System wird mit Schalen­elementen in Verbindung mit Biege­stäben ge­ne­riert. Die Grundlage für die Erzeugung des Trag­werks war eine 3D‑Zeich­nung aus Rändern und Modellflächen. Hierbei wurde darauf geachtet, dass sich die Modell­objekte auf den Mit­tel­linien bzw. -flächen der Trag­werks­teile befinden, da die Elemente über diese be­schrieben wer­den.

 

Abmessungen

Aufsicht der Pfahlkopfplatte

Aufsicht der Pfahlkopfplatte

Ansicht der langen Flügelwand

Ansicht der langen Flügelwand

 

Ansicht der kurzen FlügelwandAnsicht der Lagerbank

Ansicht der kurzen Flügelwand und der Lagerbank

 

Nachweise

Im Rahmen dieses Beispiels werden folgende Nachweise geführt:

Grenzzustand der Tragfähigkeit

•Biegung mit Längskraft

•Querkraft

•Versagen ohne Vorankündigung (Robustheit)

Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit

•Mindestbewehrung für die Begrenzung der Rissbreite

•Berechnung der Rissbreite

•Begrenzung der Betondruckspannungen

•Begrenzung der Betonstahlspannungen

 

Auf Grund der Durchdringung werden die Nachweise nicht für die Pfahlkopfplatte geführt. Die notwendigen Vorgaben sind weiter unten aufgeführt.

 

Lasten

Auf Grund des Umfangs wurden die Einwirkungen auf die maßgeblichen Lasten be­schränkt.

Lastfall 1G: Eigenlast
Lastfall 2G: Erddruck
Lastfall 3G: Überbau
Lastfall 4Q: UDL‑Gleichlast
Lastfall 5Q: TS‑Stellung 1
Lastfall 6Q: TS‑Stellung 2

 

Lastdaten Lastfall 1, G: Eigenlast

Lastfall 1, G: Eigenlast

Lastfall 3, G: Überbau

Lastfall 3, G: Überbau

Lastfall 2, G: Erddruck

Lastfall 2, G: Erddruck

Lastfall 4, Q: UDL‑Gleichlast

Lastfall 4, Q: UDL‑Gleichlast

Lastfall 5, Q: TS‑Stellung 1

Lastfall 5, Q: TS‑Stellung 1

Lastfall 6, Q: TS‑Stellung 2

Lastfall 6, Q: TS‑Stellung 2

 

Nachfolgend sind die für die Nachweise definierten Einwirkungen und Ein­wirkungs­kom­bi­na­ti­o­nen wiedergegeben.

 

Einwirkungen (Teil 1, G1) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 2, G2) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 3, QUDL) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 4, QTS) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 5, Situation SK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 6, Sicherheitsbeiwerte SK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 7, Kombinationsbeiwerte SK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 8, Situation CK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 9, Sicherheitsbeiwerte CK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 10, Kombinationsbeiwerte CK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 11, Situation HK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 12, Sicherheitsbeiwerte HK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 13, Kombinationsbeiwerte HK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 14, Situation QK) nach EN 1992‑2

 

Einwirkungen (Teil 15, Sicherheitsbeiwerte QK) nach EN 1992‑2

 

Auf Grund der geringen Druckkräfte und der hohen Biegemomente ist in einigen Bereichen bei der Tragsicherheit der Bauzustand (G1) maßgebend.

 

Nachfolgend sind beispielhaft die Auflagerreaktionen Rz für die Charakteristische (sel­tene) Kombination dargestellt.

 

1. Seltene (charakteristische) Situation

Auflagerreaktionen Rz der 1. Seltene (charakteristische) Situation

Auflagerreaktionen Rz

Bemessungsvorgaben EN 1992‑2

 Qu. Expos.   Vorspannung      Bewehrung    Ermüdung     Ri.  De-  Spannung

     klasse   des Bauteils     M R B Q T S  B Q T P C V  br.  ko.  C B P

   1 XC4      Nicht vorgesp.   x x x x . .  . . . . . .   x    .   x x .

   2 XC4      Nicht vorgesp.   x x x x . .  . . . . . .   x    .   x x .

   4 XC4      Nicht vorgesp.   . x x x . .  . . . . . .   x    .   x x .

 

(M) Mindestbewehrung zur Sicherstellung der Robustheit.

(R) Mindestbewehrung zur Begrenzung der Rissbreite.

(B) Längsbewehrung aus Bemessung sowie im Ermüdungs- und Spannungsnachweis.

(Q) (Mindest-)Querkraftbewehrung aus Tragfähigkeit und Ermüdung.

(T) Torsionsbewehrung im Tragfähigkeits- und Ermüdungsnachweis.

(S) Nachweis der Schubfuge.

(P) Spannstahl im Ermüdungs- und Spannungsnachweis.

(C) Betondruckspannungen, Beton im Ermüdungsnachweis unter Längsdruck.

(V) Beton im Ermüdungsnachweis unter Querkraftbeanspruchung.

 

Vorgaben für den Nachweis der Längs- und Schubbewehrung

M,N     Bemessungsmodus für Biegung und Längskraft:

        (ST) Standard, (SY) Symmetrisch, (DG) Druckglied.

        (*) Bem. ohne Berücksichtigung vorgegebener Bewehrungsverhältnisse.

fyk     Stahlgüte der Bügel.

Theta   Neigung der Betondruckstreben.

P.      Balken werden wie Platten bemessen.

K.      Bemessung für resultierende Querkraft am Kreis-/Ringquerschnitt.

Asl     Vorh. Biegezugbewehrung nach Bild 6.3, autom. Erhöhung bis Maximum.

rhow    Faktor für Mindestbewehrungsgrad rho.w,min nach Kap. 9.3.2(2).

as      Faktor für Biegebewehrung von Platten in Querrichtung nach 9.3.1.1(2).

Red.    Reduktionsfaktor der Vorspannung zur Bestimmung der Zugzone für die

        Verteilung der Robustheitsbewehrung bei Flächenelementen.

 

                Roh-                                 Asl [cm²]              Red.

 Qu. Beton      dichte   Bem.   fyk   cot     Bem.   Bild 6.3     Faktor    Vor-

                [kg/m³]  M,N   [MPa]  Theta   P.K.  vorh.  max   rhow  as   spg.

   1 C30/37-EN        .   SY    500   1,75    . .   0,00   0,00  1,00 0,20   .  

   2 C30/37-EN        .   SY    500   1,75    . .   0,00   0,00  1,00 0,20   .  

   4 C40/50-EN        .   DG    500   1,75    . x   0,00    .    1,00  .     .  

 

Schubquerschnitte (Standardbemessung)

bw.nom  Rechnerische Querschnittsbreite bei Vorspannung nach 6.2.3(6).

h.nom   Rechnerische Querschnittshöhe bei Vorspannung nach 6.2.3(6).

kb, kd  Faktor zur Berechnung des inneren Hebelarms z aus der Nutzbreite bn

        bzw. der Nutzhöhe d.

z1, z2  Höhe und Breite des Kernquerschnitts für Torsion.

tef     Wanddicke des Torsionskastens.

K.      Kastenquerschnitt; Ermittlung der Tragfähigkeit nach Gl. (6.29).

 

 Qu.   Breite [m]   Nutzbreite   Höhe [m]     Nutzhöhe    Torsionsquerschn. [m]

       bw   bw.nom  bn [m] kb    h     h.nom  d [m]  kd    z1     z2    tef  K.

   1  1,000   .      .     .    1,200   .     1,120 0,90   .      .     .     . 

   2  1,000   .      .     .    1,500   .     1,420 0,90   .      .     .     . 

 

Schubquerschnitte (Kreis-, Kreisringbemessung nach Bender et al. ¹)

D, Di   Kreisdurchmesser, Innendurchmesser des Kreisrings.

Neig.   Neigung der Wendelbewehrung: 90° = ringförmige Einzelbügel.

Faktor  Wirksamkeitsfaktor zur Berechnung des Widerstands der Zug-, Druckstrebe.

bw      Effektive Querschnittsbreite, bei Kreisring max. doppelte Wanddicke.

kd      Faktor zur Berechnung des inneren Hebelarms z aus der Nutzhöhe d.

z1, z2  Höhe und Breite des Kernquerschnitts für Torsion.

tef     Wanddicke des Torsionskastens.

R.      Kreisringquerschnitt; Ermittlung der Tragfähigkeit nach Gl. (6.29).

¹       Bender et al., Beton- und Stahlbetonbau 105 (2010), Heft 7, S. 421-432.

 

 Qu.     D      Di  Wendel-  Wirks.  Breite  Nutzhöhe    Torsionsquerschn. [m]

        [m]    [m]  Neig.[°] Faktor  bw [m]  d [m]  kd    z1     z2    tef  R.

   4  1,000   .      90,00    0,75    0,707  0,627 0,90  0,530  0,530 0,177 .

 

Vorgaben für den Nachweis der Rissbreiten

ds      Größter vorhandener Stabdurchmesser der Betonstahlbewehrung [mm].

max.s   Größter vorhandener Stababstand der Betonstahlbewehrung [mm].

sr,max  Oberer Grenzwert für den maximalen Rissabstand nach Gl. (7.11) [mm].

Xi1     Verbundbeiwert für Spannstahl bei Stabquerschnitten.

k       Beiwert zur Berücksichtigung nichtlinear verteilter Zugspannungen.

kt      Beiwert für die Dauer der Lasteinwirkung bei Berechnung der Rissbreite.

Fakt.   Abminderungsfaktor für fctm nach Kap. 7.3.2 (As) bzw. 7.3.4 (wk).

Komb.   Kombination für Nachweis der Mindestbewehrung (As) und Rissbreite (wk):

        CK, HK, QK = Charakteristische, häufige, quasi-ständige Kombination,

        ZZ, BO, BU = Zentrischer Zug, Biegezug oben, Biegezug unten,

        KL = Einwirkungskombination gemäß Expositionsklasse.

Methode Nachweismethode für Mindestbewehrung (kc) und Rissbreite (wk):

kc      Berechnung des Beiwerts kc für Stege/Gurte nach Gl. (7.2/7.3).

        auto = Gl. (7.2) für rechteckige, Gl. (7.3) für sonstige Querschnitte.

wk      Berech. = Direkte Berechnung der Rissbreite nach Kap. 7.3.4,

        Stabab. = Begrenzung der Stababstände nach Tab. 7.3N,

        Ber.(M) = Direkte Berechnung für mittlere Stahldehnung innerh. Ac,eff,

        Abs.(M) = Begr. der Stababstände für mittl. Stahldehnung innerh. Ac,eff.

RI      Ringförmige Bestimmung von Ac,eff gemäß Wiese et al., Beton- und

        Stahlbetonbau 2004, Heft 4, S. 253 ff.

 

Qu.   wmax ds  max  sr    Beiwerte     Fakt.fctm  Komb.  Methode       RI   

        [mm]    s  max   Xi1  k   kt   As   wk    As wk  kc    wk           

   1  0,30 16    .   .   .   0,65 0,4  0,71 1,00  KL KL  auto  Berech.  .   

   2  0,30 16    .   .   .   0,65 0,4  0,71 1,00  KL KL  auto  Berech.  .   

   4  0,30 16    .   .   .   0,65 0,4  0,71 1,00  KL KL  auto  Berech.  x   

 

Vorgaben für den Nachweis der Betonspannungen und Betonstahlspannungen

Sigma.c    Betondruckspannung im Gebrauchszustand.

Sigma.s    Betonstahlspannung im Gebrauchszustand.

(CK),(QK)  Charakteristische, Quasi-ständige Kombination.

(HK),(KL)  Häufige Kombination, Kombination gemäß Expositionsklasse.

 

 Qu.    fck(t)  zul.sigma.c(t)      zul.sigma.c    zul.sigma.s   Dekompression

       [MN/m²]     (CK, QK)        (CK)      (QK)      (CK)     Komb.  Spannung

   1       .          .        0,60 fck       .      0,80 fyk      .         . 

   2       .          .        0,60 fck       .      0,80 fyk      .         . 

   4       .          .        0,60 fck       .      0,80 fyk      .         . 

 

Ergebnisse

Den Verlauf der erforderlichen Längsbewehrung zeigen die nächsten Abbildungen.

Erforderliche horizontale innere Längsbewehrung, Tragfähigkeit - Lange Flügelwand

Lange Flügelwand

Erforderliche horizontale innere Längsbewehrung, Tragfähigkeit - LagerbankErforderliche horizontale innere Längsbewehrung, Tragfähigkeit - Kurze Flügelwand
LagerbankKurze Flügelwand

Erforderliche horizontale innere Längsbewehrung für die Tragfähigkeit [cm²/m]

Maximal erforderliche horizontale innere Längsbewehrung - Lange Flügelwand

Lange Flügelwand

Maximal erforderliche horizontale innere Längsbewehrung - LagerbankMaximal erforderliche horizontale innere Längsbewehrung - Kurze Flügelwand
LagerbankKurze Flügelwand

Maximal erforderliche horizontale innere Längsbewehrung [cm²/m]

Horizontale Längsbewehrung entlang der Oberkante für die TragfähigkeitMaximal erforderliche horizontale Längsbewehrung entlang der Oberkante
Bewehrung für die TragfähigkeitMaximal erforderliche Bewehrung

Horizontale Längsbewehrung entlang der Oberkante [cm²/m]

Querkraftbewehrung in den PfählenTragfähigkeitsbewehrung in den Pfählen
Querkraftbewehrung [cm²/m]Tragfähigkeitsbewehrung [cm²]
Bewehrung zur Rissesicherung in den PfählenMaximal erforderliche Bewehrung in den Pfählen
Bewehrung zur Rissesicherung [cm²]Maximal erforderliche Bewehrung [cm²]
Betondruckspannungen σc/σc.zul in den PfählenBetonstahlspannungen σs/σs.zul in den Pfählen
Betondruckspannungen σc /σc.zul [MN/m²]Betonstahlspannungen σs /σs.zul [MN/m²]