Ermüdung von Längsbewehrung, Schubbewehrung und Spannstahl

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Ermüdung von Längsbewehrung, Schubbewehrung und Spannstahl

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Der Ermüdungsnachweis wird nach Kapitel 6.8 der EN 1992‑1‑1 geführt. Die Ermittlung der Stahl­spannungen erfolgt für Längs­bewehrung aus Biegung und Längs­kraft sowie für Spann­stahl in Stäben und Bemessungs­objekten unter Annahme eines gerissenen Beton­quer­schnitts. Für Schub- und Längs­bewehrung aus Querkraft und Torsion werden die Spannungen gemäß 6.8.2 (3) auf der Grundlage eines Fach­werk­modells mit der Druck­streben­neigung tan Θfat = √ tan Θ ≤ 1 nach Gl. (6.65) berechnet. Dabei ist Θ der bei dem zugehörigen Nachweis im Grenzzustand der Tragfähigkeit angesetzte Winkel zwischen Beton­druck­streben und Trägerachse. Spann­stahl­spannungen in Flächen­elementen werden am unge­rissenen Be­tonquer­schnitt ermittelt. Für Spann­glieder ohne Verbund und externe Spann­glie­der wird kein Nachweis geführt.

DIN EN 1992‑1‑1:

Die Druckstrebenneigung ist nach Heft 600 des DAfStb, Gl. (H.6‑26), zu ermitteln.

 

Vereinfachter Nachweis

Nach Kapitel 6.8.6 kann ausreichender Widerstand gegen Ermüdung angenommen werden, wenn unter der häufigen Einwirkungs­kombination die Spannungs­schwing­breite für nicht­ge­schweißte Bewehrungs­stäbe 70 MN/m² und für geschweißte Bewehrungs­stäbe 35 MN/m² nicht übersteigt. Die Bedingung nach Kapitel 6.8.6 (3) für Kopplungen in Spann­beton­bau­teilen wird programm­seitig nicht überprüft.

DIN EN 1992‑1‑1:

Für geschweißte Bewehrungs­stäbe ist der vereinfachte Nachweis nicht zulässig.

 

Nachweis über schadensäquivalente Schwingbreiten

Der Nachweis gilt nach Kapitel 6.8.5 (3) als erbracht, wenn für Beton­stahl und Spann­stahl Gl. (6.71) erfüllt ist:

γF,fat · Δσs,equ(N*) ≤ ΔσRsk(N*) / γs,fat

(6.71)

mit

γF,fat = 1 gemäß Kapitel 2.4.2.3 und 6.8.4 (1).
γs,fat = 1,15 für Betonstahl und Spannstahl gemäß Kapitel 2.4.2.4.
ΔσRsk(N*) Zulässige charakteristische Spannungsschwingbreite bei N* Lastzyklen gemäß den Wöhlerlinien nach Tab. 6.4N für Spannstahl bzw. Tab. 6.3N für Betonstahl.
Δσs,equ(N*) Schadensäquivalente Schwingbreite mit Δσs,equ = λs · Δσs gem. Gl. (NN.101) bzw. Gl. (NN.106) in EN 1992‑2.
λs Korrekturbeiwert gemäß EN 1992‑2, Anhang NN.2 bzw. NN.3.
Δσs Maximale Spannungs­schwingbreite aus der zyklischen Einwirkung Qfat.

 

Berechnungsmethode

Als vorhandene Längsbewehrung wird das Maximum aus Robustheits‑, Riss- und Biege­beweh­rung an­genom­men. Falls damit die Bean­spruchung aus der Nachweis­kom­bi­na­ti­on im Zustand II nicht aufnehmbar ist, wird mit der vorhandenen Bewehrung und den Nach­weis­schnitt­größen eine erneute Bemes­sung durchgeführt.

Die sich aus dem Dehnungs­zustand im Zustand II bzw. am Fach­werk­modell ergebende maxi­male Spannungs­schwing­breite je Stahl­lage wird für jede Nach­weis­situation getrennt ermittelt. Bei Längsbewehrung wird das unterschiedliche Verbund­verhalten von Betonstahl und Spannstahl durch Erhöhung mit dem Beiwert η nach Gl. (6.64) berücksichtigt. Wenn bei Längs- oder Schub­bewehrung die resultierende Schwingbreite die zulässige Spannungs­schwing­breite übersteigt, wird die er­forder­liche Bewehrung solange iterativ erhöht, bis der Nach­weis für alle Situationen erfüllt ist. In den Bemes­sungs­modi Symmetrisch und Druckglied wird die Längs­bewehrung an allen vor­definier­ten Orten eingelegt. Vorge­gebene Ver­hält­nis­se zwischen einzelnen Bewehrungs­lagen bleiben er­halten.

Die zulässigen Spannungsschwingbreiten sowie die Beiwerte η und λ werden vom Benutzer im Quer­schnitts­dialog vor­ge­geben.

Die für den Nachweis maßgebliche, gegebenen­falls erhöhte Bewehrung wird im Nach­weis­pro­to­koll ausgegeben und für die graphische Darstellung ge­speichert.

 

Sonderfall

Gemäß EN 1992‑2, Kapitel 6.8.1 (102), ist der Ermüdungsnachweis für Beton- und Spannstahl in den Bereichen nicht erforderlich, wo unter der häufigen Einwirkungskombination und Pk nur Druckspannungen am Druckrand vorkommen. Die Auswahl dieser Option erfolgt im Querschnittsdialog.

DIN EN 1992‑2:

Die Option ist bei Überbauten für Beton- und Spannstahl ohne Schweißverbindungen oder Kopplungen anwendbar, wenn unter der häufigen Kombination Dekompression nachgewiesen wird.

 

ÖNORM B 1992‑2:

Die Option ist für Beton- und Spannstahl ohne Schweißverbindungen anwendbar, sofern unter der häufigen Kombination gemäß Tabelle 2AT nur Druckspannungen auftreten.

 

Programmseitig wird geprüft, ob der Querschnittsrand, der dem Spannglied am nächsten liegt, unter der häufigen Einwirkungskombination mit den charakteristischen Werten Pk,sup und Pk,inf der Vorspannung unter Druck steht. Bei nicht eindeutiger Spanngliedführung werden beide Seiten untersucht. Die Beurteilung der normgerechten An­wen­dungs­vor­aus­set­zun­gen obliegt dem Anwender.