Ermittlung des Wirkungsbereichs Ac,eff

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Ermittlung des Wirkungsbereichs Ac,eff

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Der Wirkungsbereich der Bewehrung Ac,eff definiert nach EN 1992‑1‑1, Bild 7.1, den Bereich eines recht­eckigen, einachsig bean­spruchten Beton­quer­schnitts, in dem die Modell­an­nahmen nach Heft 466 des Deutschen Ausschusses für Stahlbeton (DAfStb) an­wend­bar sind. Die Über­tragung dieses Modells auf beliebige Quer­schnitte und Bean­spruchungs­situationen ist programm­seitig möglich, liegt jedoch im Ermessen und in der Ver­ant­wortung des Anwenders.

Bei der Bestimmung von Ac,eff wird im Programm folgen­der­maßen vorgegangen:

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Zugzone Act im Zustand I ermitteln, bei Berechnung der Mindest­bewehrung mit der zum Erstriss führenden Bean­spruchung, bei Berechnung der Riss­breite mit der Nach­weis­kombi­nation gemäß Expositions­klasse. Bei vor­ge­spann­ten Querschnitten werden die vorgegebenen Streufaktoren der Vorspannung berücksichtigt.

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Schwerelinie der Bewehrung als Regressions­grade durch die Beton­stahl­lagen in der Zug­zone bestimmen. Im Ebenen Stab­werk und bei Flächen­elementen wird eine horizontale Linie durch den Schwer­punkt der gezogenen Bewehrungs­lagen an­ge­nommen.

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Abgeschnittene Restfläche Ar bis zum Rand und Summe der Schnitt­längen ls er­mit­teln. Der mittlere Randabstand wird dann zu d1 = Ar / ls angenommen, aller­dings nicht kleiner als der kleinste Rand­abstand der Beton­stahl­lagen in der Zugzone.

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Schwerelinie um den Betrag 1,5 · d1 parallel verschieben. Mit h – d = d1 ergibt sich die Höhe von Ac,eff gemäß 7.3.2 (3) zu hc,ef = 2,5 · (h – d) ≤ h / 2. Dieser Wert wird gemäß DIN EN 1992‑1‑1 bzw. ÖNORM B 1992‑1‑1, Abschnitt 7.3.2 (3), auf (h – x) / 2 begrenzt (x = Druck­zonen­höhe im Zustand I).

 

DIN EN 1992‑1‑1 und ÖNORM B 1992‑1‑1:
Falls im Querschnittsdialog die Mindestbewehrung für dickere Bauteile unter zentrischem Zwang gewählt wurde, ergibt sich die Höhe von Ac,eff gemäß Bild NA.7.1 d) bzw. Gl. (16AT) zu hc,ef ≥ 2,5 d1. Im Nachweis der Rissbreite kommt diese Vergrößerung von hc,ef nicht zur Anwendung (vgl. Anmerkungen in Heft 600 zu Kap. 7.3.2 (NA.5) und 7.3.4 (2)).

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Das sich so ergebende Polygon wird mit der Zugzone verschnitten und definiert dann den Wirkungsbereich Ac,eff .

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Wenn alle Betonstahllagen des Querschnitts gezogen sind, werden zwei Zonen ermittelt, und zwar eine für die Lagen oberhalb des Schwerpunkts und eine zweite für die Lagen unterhalb des Schwerpunkts. Die Fläche jeder Zone wird auf Ac / 2 begrenzt.

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die vom Programm ermittelten Wirkungs­bereiche in typischen Situationen. Der letzte Fall (Randbalken) weicht von den Modell­an­nah­men in Heft 466 jedoch soweit ab, dass eine Anwendung fragwürdig ist.

Wirkungsbereich der Bewehrung am Rechteckquerschnitt unter einachsiger Biegung, Normalkraft mit Doppelbiegung und zentrischem Zug

Wirkungsbereich der Bewehrung am Rechteckquerschnitt unter einachsiger Biegung, Normal­kraft mit Doppel­biegung und zentrischem Zug

Wirkungsbereich der Bewehrung an einem Brückenquerschnitt unter einachsiger Biegung

Wirkungsbereich der Bewehrung an einem Brückenquerschnitt unter einachsiger Biegung

Wirkungsbereich der Bewehrung an einem Randbalken unter einachsiger Biegung

Wirkungsbereich der Bewehrung an einem Randbalken unter einachsiger Biegung

 

Ringförmige Ermittlung von Ac,eff

Bei kreisförmigen Voll- und Hohlquerschnitten kann im Querschnittsdialog gewählt werden, dass der Wirkungsbereich der Bewehrung Ac,eff für den Nachweis der Mindestbewehrung und der Rissbreite nach Wiese et al. (2004) ringförmig ermittelt wird. Damit lassen sich z.B. die Besonderheiten von Bohrpfählen und Schleuderbetonstützen berücksichtigen. Zur Bestimmung von Ac,eff wird dabei folgendermaßen vorgegangen:

•Zugzone Act im Zustand I ermitteln, bei Berechnung der Mindestbewehrung mit der zum Erstriss führenden Beanspruchung, bei Berechnung der Rissbreite mit der Nachweiskombination gemäß Expositionsklasse. Bei vor­ge­spann­ten Querschnitten werden die vorgegebenen Streufaktoren der Vorspannung berücksichtigt.
•Mittleren Radius rs der Betonstahllagen in der Zugzone bestimmen. Mit dem Kreisradius r des Außenrands ergibt sich der mittlere Randabstand zu d1 = r – rs.
•Der Wirkungsbereich Ac,eff wird dann ringförmig mit der Breite 2,5 · d1 angenommen und mit der Zugzone Act verschnitten.
•Wenn alle Betonstahllagen des Querschnitts gezogen sind, werden zwei ringförmige Zonen ermittelt, und zwar eine für die Lagen oberhalb des Schwerpunkts und eine zweite für die Lagen unterhalb des Schwerpunkts.

 

Die nachfolgenden Abbildungen zeigen beispielhaft ringförmige Wirkungsbereiche.

Wirkungsbereich der Bewehrung am Vollquerschnitt unter Biegung mit Längskraft sowie am Hohlquerschnitt unter zentrischem Zug

Wirkungsbereich der Bewehrung am Vollquerschnitt unter Biegung mit Längskraft sowie am Hohlquerschnitt unter zentrischem Zug.