Nachweis der Schubfuge

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EN Brückennachweise > Nachweise nach EN 1992-2 (Beton) > Grenzzustände der Tragfähigkeit

Nachweis der Schubfuge

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Der Nachweis der Schubfuge erfolgt für Stäbe und Bemessungsobjekte gemäß EN 1992‑1‑1, Kapitel 6.2.5. Er wird für die Querkraft in z‑Richtung des Querschnitts geführt und ist nur für Bauteile sinnvoll, die vorwiegend in dieser Richtung beansprucht werden. Die Schubkraftübertragung in der Fuge ist gewährleistet, wenn folgende Bedingung eingehalten wird:

vEdi ≤ vRdi

(6.23)

Bemessungswert der Schubkraft in der Fuge vEdi:

vEdi = β · VEd / (z · bi)

(6.24)

Dabei ist

β das Verhältnis der Normalkraft in der Betonergänzung und der Gesamtnormalkraft in der Druck- bzw. Zugzone im betrachteten Quer­schnitt. Der Verhältnisfaktor β wird abhängig davon, ob sich die Schubfuge in der Druck- oder Zugzone befindet und ob Bewehrung im vor­han­de­nen Beton oder in der Betonergänzung aus den anderen Nachweisen ermittelt wurde, im Zustand II mit den zu VEd zugehörigen Schnittgrößen wie folgt berechnet (siehe auch Heft 600 zu 6.2.5 (1)):

Außenkante der

Schubfuge

Biegezugbewehrung

ß

Betonergänzung

 

Ergänzung

vorh. Beton

 

Zug

Zug / Druck

‑

‑

1

Druck

Druck

‑

‑

0 < Fcdi / Fcd < 1

 

Zug

ja

ja

0 < Fsd / (Fsd + Fsdi) < 1

 

 

ja

nein

0 (kein Nachweis)

 

 

nein

ja

1

 

 

nein

nein

0 (kein Nachweis)

VEd der Bemessungswert der einwirkenden Querkraft in z‑Richtung.
z der Hebelarm des zusammengesetzten Querschnitts. Der Hebelarm wird wie im Querkraftnachweis gemäß der Vorgaben im Schubquerschnitt angesetzt.
bi die Breite der Fuge.
Fcdi Betondruckkraft in der Betonergänzung in der Druckzone.
Fcd Gesamtbetondruckkraft in der in der Druckzone.
Fsdi Zugkraft der Betonstahllagen in der Betonergänzung in der Zugzone.
Fsd Gesamtzugkraft der Betonstahllagen in der Zugzone.

 

Bemessungswert der Schubtragfähigkeit in der Fuge vRdi:

vRdi = c · fctd + μ · σn + ρ · fyd (μ · sin α + cos α) ≤ 0,5 · ν · fcd

(6.25)

DIN EN 1992‑1‑1:

Der Traganteil der Verbundbewehrung aus der Schubreibung in Gl. (6.25) darf auf ρ · fyd (1,2 · μ · sin α + cos α) erhöht werden. Für sehr glatte Fugen ohne äußere Drucknormalkraft senkrecht zur Fuge darf der Reibungsanteil in Gl. (6.25) bis zur Grenze μ · σn ≤ 0,1 · fcd gemäß NPD zu 6.2.2 (6) ausgenutzt werden.

Dabei ist

c, μ Beiwerte die von der Rauigkeit der Fuge abhängen (siehe 6.2.5 (2)). Bei dynamischer oder Ermüdungsbeanspruchung wird der Wert für c gemäß EN 1992‑2, Kapitel 6.2.5 (105) zu Null angenommen.
fctd der Bemessungswert der Betonzugfestigkeit nach 3.1.6 (2)P. Bei Stahl­beton­ver­bund­quer­schnit­ten wird die maßge­ben­de Be­ton­fes­tig­keit als Mini­mum der Teil­quer­schnit­te angenommen.
σn die Spannung infolge der minimalen Normalkraft rechtwinklig zur Fuge, die gleichzeitig mit der Querkraft wirken kann (positiv für Druck mit σn < 0,6 fcd und negativ für Zug). Ist σn eine Zugspannung, ist in der Regel c · fctd mit 0 anzusetzen.

ρ = As / Ai

As die Querschnittsfläche der die Fuge kreuzenden Verbundbewehrung mit ausreichender Verankerung auf beiden Seiten der Fuge einschließlich vorhandener Querkraftbewehrung.
Ai die Fläche der Fuge, über die Schub übertragen wird.
α der Neigungswinkel der Verbundbewehrung. Dieser wird programmseitig mit 90° angesetzt.
v ein Festigkeitsabminderungsbeiwert nach 6.2.2 (6).

ÖNORM B 1992‑1‑1:

Wenn rechnerisch Fugenbewehrung erforderlich wird, dann ist für balkenartige Bauteile folgende Mindestbewehrung rechtwinklig zur Fuge einzulegen:

ρmin = 0,2 · fctm / fyk ≥ 0,001