Bemessung für Torsion und kombinierte Beanspruchung

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Bemessung für Torsion und kombinierte Beanspruchung

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Die Bemessung für Torsion geschieht nach EN 1992‑1‑1, Kapitel 6.3. Sie beinhaltet die Ermittlung der Schräg­zug­bewehrung und der Längs­bewehrung nach Gleichung (6.28) sowie den Nachweis der Beton­druck­streben bei gleich­zeitig wirkender Quer­kraft nach Formel (6.29) der Norm.

Der zu Grunde liegende Ersatz­quer­schnitt ist, unabhängig von der normalen Quer­schnitts­geometrie, vom Anwender definiert. Der Nachweis für Kastenquerschnitte gemäß EN 1992‑2, Bild 6.104 wird nicht geführt.

 

Druckstrebenneigung

Für die Druckstrebenneigung gelten nach 6.3.2 (2) die Regeln in Kapitel 6.2.3 (2) für Querkraft.

DIN EN 1992‑2:

Bei kombinierter Beanspruchung aus Torsion und anteiliger Querkraft ist in Gleichung (6.107aDE) für VEd die Schubkraft der Wand VEd,T+V nach Gleichung (NA.6.27.1) und in Gleichung (6.7bDE) für bw die effektive Dicke der Wand tef ein­zu­setzen. Mit dem gewählten Winkel Θ ist der Nachweis sowohl für Querkraft als auch für Torsion zu führen. Die so ermittelten Bewehrungen sind zu addieren.

VEd,T+V = VEd,T + VEd · tef / bw

(NA.6.27.1)

Alternativ kann im Querschnittsdialog für Torsion eine Druckstrebenneigung von 45° oder 30° (vgl. Kapitel 6.3.2 (102)) oder für Querkraft und Torsion ein konstanter Wert cot Θ gewählt werden (vgl. Auslegung Nr. 24 des NABau zu DIN 1045‑1). Bei Kastenquerschnitten kann die Wandstärke tef für beide Richtungen des Querschnitts getrennt definiert werden.

 

Torsionsbewehrung

Die erforderliche Bewehrung ist gemäß Kapitel 6.3.2 (3) zu ermitteln:

Σ Asl · fyd / uk = TEd / 2Ak · cot Θ

bzw.

Asw · fyd / s = TEd / 2Ak · tan Θ

(6.28)

 

 

Dabei ist

Asl die Querschnittsfläche der Torsionslängsbewehrung. Die Möglichkeit zur Minderung der Torsionslängsbewehrung in Druckgurten wird nicht genutzt.
Asw die Querschnittsfläche der Torsionsbewehrung rechtwinklig zur Bauteilachse.
uk der Umfang der Fläche Ak .
s der Abstand der Torsionsbewehrung gemessen entlang der Bauteilachse.
Ak die durch die Mittellinien der Wände ein­ge­schlossene Fläche.

 

Bei näherungsweise rechteckigen Vollquerschnitten unter kombinierter Beanspruchung ist nach Absatz (5) nur die Mindest­bewehrung erforderlich, falls die Bedingung der Gleichung (6.31) erfüllt ist:

TEd / TRd,c + VEd / VRd,c ≤ 1,0

(6.31)

 

Dabei ist

TRd,cdas Torsionsrissmoment, das nach Zilch (2006, S. 290) zu TRd,c = fctd · WT ermittelt wird.
VRd,cder Querkraftwiderstand nach Gleichung (6.2).

DIN EN 1992‑1‑1:

Die Bedingung (6.31) wird durch folgende Gleichungen ergänzt:

Gleichung NA.6.31.1 nach DIN EN 1992‑1‑1

(NA.6.31.1)

Gleichung NA.6.31.2 nach DIN EN 1992‑1‑1

(NA.6.31.2)

Wenn eine der vorgenannten Bedingungen bei Voll- oder Kastenquerschnitten nicht eingehalten wird, muss die erforderliche Schub- und Torsionsbewehrung ermittelt werden.

 

Druckstrebentragfähigkeit

Um die Druckstrebentragfähigkeit eines auf Torsion und Querkraft beanspruchten Bauteils nicht zu überschreiten, ist folgende Bedingung zu erfüllen:

TEd / TRd,max + VEd / VRd,max ≤ 1,0

(6.29)

Dabei ist

TEdder Bemessungswert des Torsionsmoments.
VEdder Bemessungswert der Querkraft.
TRd,maxder Bemessungswert des aufnehmbaren Torsionsmoments gemäß

TRd,max = 2 ν · αcw · fcd · Ak · tef,i · sin Θ · cos Θ

(6.30)


mit αcw nach Gleichung (6.9) und ν nach Gl. (6.6N) für Normalbeton sowie Gl. (11.6.6N) für Leichtbeton.

 

DIN EN 1992‑1‑1:

Für Kompaktquerschnitte wird die InteraktionsGleichung (NA.6.29.1) benutzt:

(TEd / TRd,max )² + (VEd / VRd,max )² ≤ 1,0

(NA.6.29.1)

In Gleichung (6.30) wird für Kastenquerschnitte ν = η1 · 0,75 angenommen, in allen anderen Fällen
ν = η1 · 0,525 · min (1,0; 1,1 – fck / 500) gemäß NDP zu 6.2.2 (6) mit η1 = 1 für Normalbeton, nach Gl. (11.1) für Leichtbeton.

 

ÖNORM B 1992‑1‑1:

Für Vollquerschnitte darf die folgende Interaktionsgleichung benutzt werden:

(TEd / TRd,max )² + (VEd / VRd,max )² ≤ 1,0

(9AT)

Bei Stahlbetonverbundquerschnitten wird die maßgebende Betonfestigkeit in TRd,max und VRd,max als Mini­mum der Teil­quer­schnit­te an­ge­nom­men.