Holznachweise an einer Gelenkpfette

Nachweisvorgaben, Einwirkungen, Ausnutzung, Ausführliches Protokoll

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EN 1995-1-1 Holznachweise > Beispiele

Holznachweise an einer Gelenkpfette

Nachweisvorgaben, Einwirkungen, Ausnutzung, Ausführliches Protokoll

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Das Beispiel wurde in Anlehnung an das Buch

Gerhard Werner; Karlheinz Zimmer.
Holzbau 2 - Dach- und Hallentragwerke nach DIN 1052 (neu 2008) und Eurocode 5.

4., neu bearbeitete Auflage. Springer-Verlag, Berlin 2010.

gewählt.

An der unten dargestellten Sparrenpfette werden eine Stab­werks­analyse sowie Holznachweise durchgeführt. Die Achsen des als Gelenkpfette ausgebildete Systems verlaufen parallel zur Traufe bzw. Dachfläche. Daher sind die Querschnitte um 11,8° verdreht. Die Innenfelder haben bis zum Gelenk G1 den Querschnitt 1 (Rechteck 100/160). Das Endfeld hat bis zum Gelenk G1 den Querschnitt 2 (Rechteck 120/160). Beide Querschnitte sind aus Nadelholz der Festigkeitsklasse C24 und der Nutzungsklasse 2 zugeordnet.

Statisches System, Abmessungen und Lasten des Beispiels Holznachweise an einer Gelenkpfette nach EN 1995‑1‑1

Statisches System, Abmessungen [m] und Lasten [kN/m]

 

Summe der aufgebrachten Lasten und Auflagerreaktionen des Beispiels Holznachweise an einer Gelenkpfette nach EN 1995‑1‑1

 

Zur Durchführung der Nachweise sind die Einwirkungen zu­zu­ordnen, wie sie im nach­folgen­den Protokoll ab­ge­druckt sind. Das Nach­weis­programm führt die erforderlichen Schnitt­größen­kombinationen durch und weist die Quer­schnitts­trag­fähig­keit sowie die Verformungen nach.

 

Nachweise nach EN 1995‑1‑1:2014

 

Der Nachweis der Querschnittstragfähigkeit erfolgt nach EN 1995‑1‑1, Kap. 6.1.

Der Beiwert für die Systemfestigkeit nach Kap. 6.6 wird zu ksys = 1 angenommen.

Der Einfluss der Bauteilgröße wird gemäß Kapitel 3.2 und 3.3 berücksichtigt.

Als maßgebende Größe h für den Faktor kh nach Gl. (3.1) bzw. (3.2) wird für

Biegung die maximale und für Zug die minimale Querschnittsabmessung verwendet.

 

Die Einwirkungen werden nach EN 1990, Gl. (6.10), mit Teilsicherheits- und

Kombinationsbeiwerten nach EN 1990:2021 kombiniert.

 

Alle Variationen des Zusammenwirkens veränderl. Einwirkungen werden untersucht.

 

 

Spannungsermittlung

 

Die Längs- und Schubspannungen werden für polygonal berandete, homogene Quer-

schnitte infolge Längskraft, Biegemomenten, Querkräften und Torsion berechnet.

Die Ermittlung der Schubkenngrößen erfolgt nach der Boundary-Element-Methode.

Die Berechnungspunkte für alle Spannungen sind Randpunkte des Querschnitts.

 

 

Teilsicherheitsbeiwerte für Bauholz

 

                                    gamma.M

Ständige und vorüberg. Komb.          1,30 (Vollholz)

                                      1,25 (Brettschichtholz)

Außergew. Kombination                 1,00

 

 

Charakteristische Materialkennwerte

 

Festigkeiten und Rohdichten nach EN 338:2016 und EN 14080:2013 [MN/m², kg/m³].

 

Material         fmk   ft0k   fc0k    fvk   rhok

C24             24,0   14,5   21,0    4,0  350,0

 

 

Querschnittswerte

 

Kl.      Nutzungsklasse

A        Querschnittsfläche [mm²]

d,h,b    Durchmesser, Höhe, Breite [mm]

Iy..Iyz  Trägheitmomente [m4]

                                         d,h          Iy          Ix

Querschnitt         Material  Kl.     A    b          Iz         Iyz

   1 Innenfeld      C24       2   16000  160  3,4133e-05  3,2598e-05

                                         100  1,3333e-05  0,0000e+00

   2 Endfeld        C24       2   19200  160  4,0960e-05  4,9752e-05

                                         120  2,3040e-05  0,0000e+00

 

EN 1995‑1‑1 Einwirkungen

 

Standard Bemessungsgruppe

 

G - Eigenlast

 

Gamma.sup / gamma.inf = 1,35 / 1

 

Lasteinwirkungsdauer: Ständig

 

Lastfälle

---------

1    Eigenlast und Eindeckung

 

QS - Schnee- und Eislast

 

Gamma.sup / gamma.inf = 1,5 / 0

 

Lasteinwirkungsdauer: Kurz

 

Kombinationsbeiwerte psi für: Hochbauten

Schneelasten - Orte in CEN-Mitgliedsstaaten niedriger als 1000 m ü. NN

Psi.0 / Psi.1 / Psi.2 = 0,5 / 0,2 / 0

 

Lastfälle 1. Variante, inklusiv

-------------------------------

2    Scheelast (kurzzeitig)

 

QW - Windlast

 

Gamma.sup / gamma.inf = 1,5 / 0

 

Lasteinwirkungsdauer: Kurz

 

Kombinationsbeiwerte psi für: Hochbauten

Windlasten

Psi.0 / Psi.1 / Psi.2 = 0,6 / 0,2 / 0

 

Lastfälle 1. Variante, exklusiv

-------------------------------

3    Windlast (kurzzeitig)

 

1. Ständige und vorübergehende Situation

 

Endzustand

 

G  - Eigenlast

QS - Schnee- und Eislast

QW - Windlast

 

1. Seltene (charakteristische) Situation

 

Endzustand

 

G  - Eigenlast

QS - Schnee- und Eislast

QW - Windlast

 

1. Quasi-ständige Situation

 

Endzustand

 

G  - Eigenlast

QS - Schnee- und Eislast

QW - Windlast

Biegemoment min/max My des Beispiels Holznachweise an einer Gelenkpfette nach EN 1995‑1‑1

Biegemoment min/max My [kNm]

Biegemoment min/max Mz des Beispiels Holznachweise an einer Gelenkpfette nach EN 1995‑1‑1

Biegemoment min/max Mz [kNm]

 

Max. Querschnittsausnutzung

 

Ausnutzung  Verhältnis der Absolutbeträge von Spannung und Festigkeit.

Zug         Zug in Faserrichtung nach Gl. (6.1).

Druck       Druck in Faserrichtung nach Gl. (6.2).

Biegung     Biegung nach Gl. (6.11) und (6.12).

Biegung,Zug Biegung und Zug nach Gl. (6.17) und (6.18).

Bieg.,Druck Biegung und Druck nach Gl. (6.19) und (6.20).

Schub       Schub nach Gl. (6.13).

Torsion     Torsion nach Gl. (6.14).

x           Abstand vom Stabanfang [m].

SK          Ständige und vorüberg. Komb.

 

Querschnitt         Material  Ergebnis          Stab Ort  x[m] Komb.  Ausnutzung

   1 Innenfeld      C24       Zug                         -.-   -.-   -.-

                              Druck                       -.-   -.-   -.-

                              Biegung              7  11  3,00 SK.1   0,66

                              Biegung, Zug                -.-   -.-   -.-

                              Biegung, Druck              -.-   -.-   -.-

                              Schub                8  11  3,00 SK.1   0,26

                              Torsion                     -.-   -.-   -.-

 

   2 Endfeld        C24       Zug                         -.-   -.-   -.-

                              Druck                       -.-   -.-   -.-

                              Biegung              1   9  2,40 SK.1   0,73

                              Biegung, Zug                -.-   -.-   -.-

                              Biegung, Druck              -.-   -.-   -.-

                              Schub                2  11  3,00 SK.1   0,26

                              Torsion                     -.-   -.-   -.-

 

Ausnutzungen beim Nachweis „Biegung“

Ausnutzungen beim Nachweis „Biegung“

 

Nachfolgend wird zusätzlich ein Aus­zug aus dem aus­führ­lichen Pro­to­koll für Stab 1, Ort 9 abgedruckt.

 

Nachweis der Querschnittstragfähigkeit für Stäbe 

 

Die Ergebnisse stellen die Extrema aller Kombinationen dar.

 

Ausnutzung  Verhältnis der Absolutbeträge von Spannung und Festigkeit.

kmod        Modifikationsbeiwert für Lastdauer und Feuchtegehalt, Gl. (2.17).

km          Beiwert zur Reduktion der Biegespannung nach Kap. 6.1.6(2).

khy, khz    Beiwerte zur Erhöhung der Biegefestigkeiten nach Gl. (3.1), (3.2).

kht         Beiwert zur Erhöhung der Zugfestigkeit nach Gl. (3.1), (3.2).

kcr         Beiwert zur Reduktion der Schubfestigkeit nach Gl. (6.13a).

kshape      Beiwert zur Erhöhung der Schubfestigkeit nach Gl. (6.14).

ft0d        Zugfestigkeit in Faserrichtung = kmod · ft0k / gamma.M [MN/m²].

fc0d        Druckfestigkeit in Faserrichtung = kmod · fc0k / gamma.M [MN/m²].

fmd         Biegefestigkeit = kmod · fmk / gamma.M [MN/m²].

fvd         Festigkeit für Querkraft & Torsion = kmod · fvk / gamma.M [MN/m²].

x           Abstand vom Stabanfang [m].

y, z        Ort im Querschnittspolygon [m].

 

 

Stab 1

 

Ort 9

 

Stab 1: x = 2,40 m (Stablänge 3,00 m)

Querschnitt 2: Endfeld, C24; Klasse 2; h/b=160/120 mm; A=19200 mm²

km=0,70; khy/khz/kht=1,00/1,00/1,05; kcr=0,67; kshape=1,07

 

1. Ständige und vorüberg. Komb. (SK.1): G+QS+QW

 

Maßgebende Schnittgrößen aus 10 Schnittkraftsätzen

Satz     Nx[kN]    Qy[kN]    Qz[kN]   Mx[kNm]   My[kNm]   Mz[kNm] Lastdauer kmod

3    :     0,00      0,03      0,15     -0,00      5,23      1,09 Kurz      0,90

 

Lastfallkombination des maßgebenden Schnittkraftsatzes

Satz   Kombination

3    : 1,35*L1+1,50*L2

 

Nachweis für Biegung

 

Max. Ausnutzung nach Gleichung (6.11) und (6.12)   :  0,73    

zug. Sigma.myd / (khy·fmd)     :  -10,217 / 16,615 :  0,61

     Sigma.mzd / (khz·fmd)     :   -2,846 / 16,615 :  0,17

     Qu.pkt. y / z [m]         :    0,000 /  0,000

     Situation / Satz          :     SK.1 /      3

 

Nachweis für Schub

 

Max. Ausnutzung nach Gleichung (6.13)              :  0,01    

zug. Tau.yd    / (kcr·fvd)     :    0,002 /  1,855 :  0,00

     Tau.zd    / (kcr·fvd)     :    0,011 /  1,855 :  0,01

     Tau.d     / (kcr·fvd)     :    0,012 /  1,855 :  0,01

     Qu.pkt. y / z [m]         :    0,060 /  0,080

     Situation / Satz          :     SK.1 /      3

 

Es folgt das ausführliche Protokoll der nachzuweisenden Deformationen für Stab 1, Ort 10, den Ort mit der maximalen Anfangs- und Endverformung.

 

Nachweis der Stabdeformationen

 

Die Ergebnisse stellen die Extrema aller Kombinationen dar.

 

Klasse     Nutzungsklasse

kdef       Verformungsbeiwert nach Tab. 3.2.

L          Benutzerdefinierte Länge des Feldes (Bild 7.1) [m].

w.inst,    Zulässige Durchbiegung für Anfangs-, Endverformungsnachweis gemäß

w.fin      Benutzervorgabe.

Ausnutz.   Verhältnis der Anfangs-, Endverformung zur zulässigen Durchbiegung.

Richtung   Nachzuweisende Verformungsrichtung gemäß Benutzereingabe.

           y; z; y,z   Lokale y-, z-Richtung oder y- und z-Richtung.

           r           Richtung der resultierenden Verformung.

u.max      Maximale Verformung in ausgewählter Nachweisrichtung [mm].

u.zul      Zulässige Durchbiegung berechnet aus L und w.inst, bzw. w.fin [mm].

Sit./Satz  Für den Nachweis maßgebende Situation und Satz der Verformungen.

 

Stab 1

 

Ort 10

 

Stab 1: x = 2,70 m (Stablänge 3,00 m)

Querschnitt 2: Endfeld, C24; Klasse 2; kdef=0,80; L=6,00 m;

w.inst=L/300; w.fin=L/250; Richtung=r;

 

1. Charakteristische (seltene) Kombination (CK.1): G+QS+QW

 

Maßgebende lokale Verformungen

Satz      uy[mm]    uz[mm]    ur[mm]

3    :      9,6      25,9      27,6

 

Lastfallkombination des maßgebenden Verformungssatzes

Satz   Kombination

3    : L1+L2

 

1. Quasi-ständige Kombination (QK.1): G+QS+QW

 

Maßgebende lokale Verformungen

Satz      uy[mm]    uz[mm]    ur[mm]

1    :      5,0      13,5      14,4

 

Lastfallkombination des maßgebenden Verformungssatzes

Satz   Kombination

1    : L1

 

Nachweis der Stabdeformationen

 

Anfangsverformung [mm]:

Richtg.  Sit./Satz    u.max    u.zul    Ausnutz.

   r     CK.1 / 3       27,6     20,0    1,38 >1

 

Endverformung [mm]:

Richtg.  Sit./Satz    u.max    u.zul    Ausnutz.

   r     QK.1 / 1       14,4     24,0    0,60

 

Beim Nachweis der Anfangsverformungen kommt es zu einer Überschreitung der zulässigen Durchbiegung an mehreren Stellen. Das Literaturbeispiel bezieht sich auf die DIN 1052, wo beim Nachweis der Anfangsdurchbiegung nur die Verformungen aus Verkehrslasten die Grenze von L/300 einhalten müssen (Lastfall 2, Stab 1, Ort 10: ur = 19,61 mm < 20 mm).

Bei der EN 1995‑1‑1 muss die Verformung aus der charakteristischen Situation herangezogen werden, also zusätzlich die Verformung aus ständigen Lasten (Lastfall 1, Stab 1, Ort 10: ur = 8,02 mm). Durch die Wahl eines größeren Pfetten­quer­schnitts kann dieser Nachweis eingehalten werden.

 

Anfangsverformung in resultierender Richtung

Anfangsverformung in resultierender Richtung [mm]

Ausnutzung Anfangsverformung / zul. Durchbiegung

Ausnutzung Anfangsverformung / zul. Durchbiegung

Endverformung in resultierender Richtung

Endverformung in resultierender Richtung [mm]

Ausnutzung Endverformung / zul. Durchbiegung

Ausnutzung Endverformung / zul. Durchbiegung