Nachweisschnittgrößen

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Nachweisschnittgrößen

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Aus der Berechnung von Lastfällen ergibt sich je Lastfall eine Satz Schnittgrößen am Nachweisort (z.B. Nx, My). Die Nachweisschnittgrößen werden dann aus den Ergebnissen der Lastfälle mit den für die Tragfähigkeit, Ermüdung und Gebrauchstauglichkeit maßgebenden Kombinationsvorschriften bestimmt. Hierfür kann in den Be­rech­nungs­ein­stel­lun­gen eine der folgenden Methoden gewählt werden:

Min/Max-Kombination
Zum Schnittgrößensatz mit dem Minimum bzw. Maximum einer Schnittgröße werden die Ergebnisse eines Lastfalls addiert, wenn dadurch der Betrag des Extremwerts erhöht wird. Ergebnissätze aus veränderlichen Einwirkungen, in denen die Steuergröße kleiner als der Schwellenwert 10-3 ist, werden nicht kombiniert. Die Min/Max-Kombination liefert unabhängig von der Anzahl der Lastfälle eine konstante Anzahl von Sätzen und stellt damit für die Nachweise eine besonders wirtschaftliche Lösung dar.
Vollständige Kombination
Zur Bestimmung der Nachweisschnittgrößen werden alle sich aus der Kombinationsvorschrift ergebenden Möglichkeiten des Zusammenwirkens von Einwirkungen berücksichtigt. Die Anzahl der Sätze steigt exponentiell mit der Anzahl inklusiver Lastfälle und kann dadurch einen hohen Zeit- und Speicherbedarf für die Nachweise zur Folge haben.

 

Bei Stäben, Bemessungsobjekten und Rotationselementen werden die resultierenden Schnittgrößensätze direkt in die Nachweise eingeführt. Bei Flächenelementen werden hieraus zunächst Bemessungsschnittgrößen abgeleitet, wie im folgenden Abschnitt näher beschrieben wird.

 

Die für die Nachweise relevanten Schnittgrößen werden im ausführlichen Nachweisprotokoll dokumentiert. Unabhängig von der getroffenen Auswahl werden für die graphische Darstellung die Ergebnisse der Min/Max-Kombination gespeichert. Über die Kontextfunktion Kombinationsinfo lassen sich die an der Kombination beteiligten Lastfälle anzeigen.

 

Die Unterschiede der beiden vorgenannten Kombinationsmethoden werden aus nachfolgendem Beispiel eines einachsig beanspruchten Stabs ersichtlich. Die dargestellten Lastfälle 2, 3 und 4 können gleichzeitig wirken (inklusiv). Alle Sicherheits- und Kombinationsbeiwerte werden für das Beispiel mit 1 angenommen.

Einwirkungen

Nx

My

Lastfall

G - ständig

‑15

40

1

Q - veränderlich

0

20

2

 

5

10

3

 

0

‑10

4

Schnittgrößen der Lastfälle

Extremwert

Nx

My

Kombination

min Nx

‑15

40

L1

max Nx

‑10

50

L1+L3

min My

‑15

30

L1+L4

max My

‑10

70

L1+L2+L3

Ergebnisse der Min/Max-Kombination

Satz

Nx

My

Kombination

1

‑15

40

L1

2

‑15

60

L1+L2

3

‑10

50

L1+L3

4

‑15

30

L1+L4

5

‑10

70

L1+L2+L3

6

‑15

50

L1+L2+L4

7

‑10

40

L1+L3+L4

8

‑10

60

L1+L2+L3+L4

Ergebnisse der vollständigen Kombination

 

 

Bemessungsschnittgrößen bei Flächenelementen

Bei Flächenelementen entsprechen die Bemessungs­schnitt­größen einem plasti­zi­täts­theo­re­tischen Ansatz nach Wolfensberger und Thürlimann. Hierin findet die Ab­wei­chung der Bewehrung von der Rissrichtung Berücksichtigung. Da z.Z. im Bereich der kombinierten Beanspruchung von Stahl­beton­flächen­trag­werken durch Biegung und Normalkraft u. E. keine genaueren Erkenntnisse vorliegen, werden im Sinne des statischen Grenzwertsatzes der Plastizitätstheorie die Be­mes­sungs­schnitt­größen für Biegung und Normalkraft unabhängig ermittelt und dann ge­mein­sam der Bemessung in den beiden Bewehrungsrichtungen zugrundegelegt. Diese Vor­gehens­weise sollte immer ein auf der sicheren Seite liegendes Ergebnis liefern.

 

Abhängig von der Art des Flächenelementes und der Bewehrungs­führung werden in den Nachweisen die nach­folgend auf­ge­führten Varianten von Bemessungs­schnitt­größen verwendet.

 

Orthogonale Flächenbewehrung

Platten

mx

±

|mxy

 

my

±

|mxy|

Scheiben

nx

±

|nxy

 

ny

±

|nxy|

Schalen

mx

±

|mxy| und

nx

±

|nxy|

 

my

±

|mxy| und

ny

±

|nxy|

 

Schiefwinklige Flächenbewehrung

Die Biegebemessung von Platten mit schiefwinkligen Bewehrungs­scharen erfolgt nach Kuyt bzw. Rüsch. Hierbei errechnen sich die Bemessungs­momente mit Hilfe der Haupt­momente m1, m2 entsprechend den z.B. in Heft 166 DAfStB an­ge­ge­benen Gleichungen.

Bei Lastfallkombinationen wird entsprechend mit den Extremwerten von m1, m2 gerechnet. Bei kombinierter Beanspruchung (Biegung und Längskraft) werden neben den Bemessungs­momenten unabhängig Bemessungs­normal­kräfte aus n1, n2 ermittelt. Diese werden dann gemeinsam der Bemessung zugrundegelegt. Auch hierbei sollte sich eine obere Grenze der Beanspruchung er­geben.

Koordinatensysteme der schiefwinkligen Flächenbewehrung und der Hauptbiegemomente m1,2

Koordinatensysteme

Extremwerte (Hauptbiegemomente):

Formel zur Berechnung der Hauptbiegemomente m1,2 (Teil 1)

Formel zur Berechnung der Hauptbiegemomente m1,2 (Teil 2)

mit m1 m2

Der m1 zugeordnete Winkel δ ist:

Formel zur Berechnung des zu den Hauptbiegemoment m1 gehörenden Winkels δ

 

Bemessungsmomente:

Formel zur Berechnung des Bemessungsmomentes mη

Formel zur Berechnung des Bemessungsmomentes mξ

Für die Bemessungsnormalkräfte gelten die Formeln entsprechend.