Die Brückennachweise nach EN 1992‑2 (Eurocode 2, Teil 2) und DIN EN 1993‑2 (Eurocode 3, Teil 2) sind als Ergänzung zur FEM‑Analyse 3D konzipiert. Sie sind anwendbar für Brückenbauwerke und andere Ingenieurbauwerke, soweit Einwirkungen aus Straßen- oder Eisenbahnverkehr nach EN 1991‑2 (Eurocode 1, Teil 2) zu berücksichtigen sind. Als Tragwerksmodelle sind Stab‑, Flächen- und Volumentragwerke zugelassen. Im einzelnen werden folgende Normen berücksichtigt:
| • | EN 1992‑2:2005/AC:2008 als Basisdokument |
| • | DIN EN 1992‑2:2010 mit Nationalem Anhang Deutschland 2013‑04 |
| • | DIN EN 1993‑2:2010 mit Nationalem Anhang Deutschland 2022‑10 |
| • | ÖNORM EN 1992‑2:2012 mit Nationalem Anhang Österreich B 1992‑2:2019‑05 |
| • | SS EN 1992‑2:2005/AC:2008 mit Nationalem Anhang Schweden 2015‑01 (EKS 9) in Verbindung mit SS EN 1992‑1‑1:2019 (EKS 11) |
| • | BS EN 1992‑2:2005/AC:2008 mit Nationalem Anhang Großbritannien 2005 |
Die Aktivierung der gewünschten Vorschrift erfolgt im Dialog Bemessungsnormen des Extras‑Menüs. Davon abhängig werden in der Bedienungsoberfläche die entsprechenden Vorgaben und Nachweise ermöglicht. Bei der Materialauswahl stehen folgende Alternativen für Verfügung:
| • | C12/15‑EN‑D bis C100/115‑EN‑D, LC12/13‑EN‑D bis LC80/88‑EN‑D sowie das benutzerdefinierte Material CX‑EN‑D für die Bemessung nach DIN EN 1992‑2 |
| • | C12/15‑EN bis C90/105‑EN, LC12/13‑EN bis LC80/88‑EN sowie das benutzerdefinierte Material CX‑EN für die Bemessung nach den anderen Normen |
| • | S235‑EN bis S500‑EN für Baustahl nach EN 1993‑1‑1, Tabelle 3.1, bzw. EN 10025‑2 |
| • | Stahl für eine freie Definition der Materialeigenschaften |
Innerhalb eines Tragwerksmodells sind verschiedenartige Bauteile kombinierbar:
| • | Nicht vorgespannte Bauteile |
| • | Vorgespannte Bauteile mit nachträglichem Verbund |
| • | Vorgespannte Bauteile ohne Verbund |
| • | Bauteile mit externer Vorspannung |
| • | Bauteile in Mischbauweise |
| • | Stahlbauteile (z.B. für Verbundkonstruktionen) |
Die Bemessung erfolgt im Nachlauf zur statischen Berechnung. Dazu sind die berechneten Lastfälle und Lastmodellvarianten den Einwirkungen nach EN 1991‑2:2003, zuzuordnen. In den gewünschten Bemessungssituationen ermittelt das Programm unter Berücksichtigung der vorgegebenen Sicherheits- und Kombinationsbeiwerte nach EN 1990:2021 (Eurocode 0) automatisch die maßgeblichen Bemessungsschnittgrößen, und zwar entweder für das Gesamtsystem oder eine Gruppe ausgewählter Elemente.
Die Dialoge zu den Einwirkungen und zur Nachweisauswahl werden über die Berechnungseinstellungen für Beton bzw. Stahl aufgerufen. Die detaillierten Nachweisvorgaben und Bewehrungsangaben sind im Rahmen der Querschnittsdefinition einzugeben.
Bei Stäben und Bemessungsobjekten können alle Stahlbeton- und Spannbetonnachweise an Polygonquerschnitten und Stahlnachweise an vordefinierten Stahlbauprofilen, projektbezogenen Parameter- und Polygonquerschnitten oder Profilen aus der Anwenderdatenbank geführt werden. Zusätzlich sind Stahlbetonverbundquerschnitte im Grenzzustand der Tragfähigkeit nachweisbar. Allgemeine Hinweise zur Anwendung von sind dem entsprechenden Handbuchkapitel zu entnehmen.
Im dem Ordner EN 1992‑2 Brückennachweise der Datenbasis und den Ordnern der nationalen Varianten ist zusätzlich eine Einzelbemessung für frei definierte Polygonquerschnitte oder Stahlbetonverbundquerschnitte möglich.
In den nachfolgenden Ausführungen werden vorrangig die Vorschriften der EN 1992‑2 und DIN EN 1993‑2 zitiert. Auf die jeweiligen nationalen Festlegungen wird nur dann verwiesen, wenn sie abweichende oder ergänzende Regeln enthalten. Die betreffenden Passagen werden durch senkrechten Strich am Text markiert.