Koordinatensystem, Import, Import von Stabwerken, Import der Geometrie von Bauwerkselementen, Umwandlung in Modellobjekte, Export
Das Austauschformat IFC (Industry Foundation Classes) ist eine hersteller- und länderübergreifende Schnittstelle, mit der sämtliche geometrische und alphanumerische BIM‑Daten ausgetauscht werden können.
buildingSMART International entwickelt und etabliert IFC als offenen Standard für das Bauwesen. IFC ist unter ISO 16739 als internationaler Standard registriert.
Der Datenaustausch geschieht im Rahmen der Import- und Export-Funktionen. Es kann die IFC Version IFC 2x3 oder IFC 4 verwendet werden.
Ergänzende Projektinformationen lassen sich im BIM Collaboration Format (BCF) mit Hilfe des BCF‑Editors übertragen.
Im IFC Produktmodell zeigt die z‑Achse des globalen Koordinatensystems üblicherweise von unten nach oben. Dies steht im Gegensatz zur der in InfoCAD benutzten Konvention. Damit nach dem Export oder dem Import nicht alle Objekte auf dem Kopf stehen, werden diese im Verlaufe beider Vorgänge mit einem Winkel von 180° um die globale x‑Achse gedreht.
Der Datenimport besteht aus zwei Funktionsbereichen:
| • | Import von Berechnungsmodellen (Stabwerke bzw. Modellobjekte) |
| • | Import der Geometrie von Bauwerkselementen |
1. Import von Berechnungsmodellen (Stabwerke bzw. Modellobjekte)
Der Import erfolgt für die in der Austauschdatei gespeicherten und vom Benutzter ausgewählten statischen Berechnungsmodelle (IfcStructuralAnalysisModel). Die folgende Tabelle zeigt die behandelten Objekte.
IFC Objekt |
Importiert als |
Bemerkungen |
|---|---|---|
IfcArbitraryClosedProfileDef IfcArbitraryProfileDefWithVoids |
Polygonquerschnitt |
Die Geometrie muss mit IfcPolyline beschrieben sein |
IfcAsymmetricIShapeProfileDef |
Polygonquerschnitt |
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IfcBoundaryNodeCondition |
Festhaltung, Stabgelenk |
Stabgelenke müssen im Stabsystem definiert sein |
IfcCircleHollowProfileDef |
Rohrprofil bzw. Polygonquerschnitt |
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IfcCircleProfileDef |
Polygonquerschnitt |
32 Polygonpunkte |
IfcIShapeProfileDef |
HEA‑, HEB‑, HEM- oder IPE‑Profil bzw. Polygonquerschnitt |
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IfcLShapeProfileDef |
L‑Profil bzw. Polygonquerschnitt |
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IfcMaterial |
Material |
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IfcRectangleHollowProfileDef |
Hohlprofil bzw. Polygonquerschnitt |
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IfcRectangleProfileDef |
Rechteckquerschnitt |
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IfcRelAssociatesMaterial |
Material eines Stabes |
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IfcRelAssociatesProfileProperties |
Querschnitt eines Stabes |
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IfcRelConnectsStructuralMember |
Knoten eines Stabes |
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IfcStructuralCurveMember |
Stab oder Rand |
konstanter Querschnitt |
IfcStructuralLinearAction |
Linienförmige Belastung |
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IfcStructuralLinearActionVarying |
Trapezförmige Belastung |
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IfcStructuralLoadGroup |
Lastfall |
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IfcStructuralLoadLinearForce |
Linienlast |
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IfcStructuralLoadPlanarForce |
Flächenlast |
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IfcStructuralLoadSingleDisplacement |
Lagersenkung |
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IfcStructuralLoadSingleForce |
Einzellast |
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IfcStructuralLoadTemperature |
Temperaturbelastung |
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IfcStructuralPlanarAction |
Flächenlast |
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IfcStructuralPointAction |
Punktförmige Belastung |
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IfcStructuralPointConnection |
Knoten |
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IfcStructuralProfileProperties |
Allgemeiner Stabquerschnitt |
Wird ignoriert falls ein anderer Querschnitt importiert wurde |
IfcStructuralSurfaceMember |
Modellfläche |
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IfcTShapeProfileDef |
T‑Profil bzw. Polygonquerschnitt |
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IfcUShapeProfileDef |
U‑Profil bzw. Polygonquerschnitt |
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Zum Import eines Berechnungsmodells muss entweder der FEM- oder RSW‑Modus aktiviert sein.
Beispiel
Die folgenden Abbildungen zeigen den Import eines Stabwerkes aus der Datei „gtstrudl_physical.ifc“.
Quelle: http://cic.nist.gov/vrml/cis2.html (NIST, National Institute of Standards and Technology).
![]() |
| Dialog zur Auswahl der Importdaten | Importiertes Stabwerk |
Die Datei beinhaltet ein Berechnungsmodell mit dem Namen „Loads and Results Exported from GTSTRUDL“ und gleichzeitig Bauwerkselemente verschiedener Typen, deren Import abgeschaltet wurde.
2. Import der Geometrie von Bauwerkselementen
Für diesen Funktionsbereich kommen in der Austauschdatei gespeicherte Objekte des Konstruktionsmodells in Frage, deren Typ von IfcBuildingElement abgeleitet ist. Das sind zum Beispiel IfcBeam, IfcColumn, IfcSlab und IfcWall(StandardCase). Berücksichtigt werden nur Objekte mit der geometrischen Darstellung SweptSolid, Clipping, Brep und MappedRepresentation. In InfoCAD werden daraus spezielle Zeichnungsobjekte erzeugt, die es erlauben, insbesondere die Geometrie der Bauwerkselemente weiter zu verwenden. Mit den Fangmodi Ende, Mitte und Normale können z.B. charakteristische Punkte zur Bestimmung von Abmessungen oder zur Konstruktion von Modellobjekten benutzt werden.
Beispiel
Bauwerkselemente aus der Datei „gtstrudl_physical.ifc“. Quelle: http://cic.nist.gov/vrml/cis2.html
(NIST, National Institute of Standards and Technology)
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Die linke Abbildung zeigt einige weitere Eigenschaften, die zusätzlich zur Geometrie der Bauwerkselemente importiert werden. Dazu gehören:
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Importierte Bauwerkselemente deren geometrische Darstellung auf der Extrusion einer Grundfläche basiert (IfcExtrudedAreaSolid) sowie die Bauwerkselemente
| • | IfcBeam |
| • | IfcColumn |
| • | IfcMember |
| • | IfcSlab |
| • | IfcWall(StandardCase) |
können mit Hilfe des Programms in Modellobjekte umgewandelt werden (Umwandeln im Kontextmenü, FEM‑Modus). Die linienförmigen Bauteile werden dabei zu Rändern mit der Bedeutung Freier Stab. Der erzeugte Stabquerschnitt entspricht der für die Grundfläche verwendeten Profildefinition. Objekte mit dem Ursprung IfcWall, deren Grundfläche aus einem Polygonzug mit genau vier Punkten besteht, und IfcSlab werden in Modellflächen konvertiert.
Die folgende Abbildung zeigt einen Teil der Bauwerkselemente aus der Datei „AC‑90Smiley‑West‑14‑07‑2005.ifc“, sowie die daraus erzeugten Modellflächen. Quelle: http://www.iai.fzk.de/www‑extern.
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Geometrie der Bauwerkselemente |
Modellobjekte unverschnitten |
Modellobjekte verschnitten |
Da die Modellobjekte durch die Wand- bzw. Plattenachsenflächen gebildet werden, ergeben sich normalerweise Klaffungen zwischen den Nachbarobjekten. Zur Abhilfe werden alle Objekte während der Umwandlung miteinander verschnitten und gegebenenfalls geringfügig verkleinert oder vergrößert. Zusätzlich werden nahe am Rand liegende Öffnungen angepasst. Mit den beschriebenen Zusatzoperationen erreicht man einen verbesserten Zusammenhang der Modellobjekte. Dadurch wird in vielen Fällen eine manuelle Nachbearbeitung vermieden.
Die Funktion betrifft Modellobjekte und Stabwerke. Folgende Daten werden exportiert:
Modellobjekte
| • | Modellränder mit Attribut „freier Stab“ |
| • | Modellflächen |
Stabwerk, sofern keine Modellobjekte vorhanden sind
| • | Statisches Berechnungsmodell ohne Ergebnisse |
| • | Konstruktionsmodell des Stabwerkes mit den Objekten IfcBeam, IfcColumn |

Mit InfoCAD exportiertes Stabwerk dargestellt in IfcStoreyView
(Forschungszentrum Karlsruhe, Institut für angewandte Informatik)