Die Tragwerksanalyse für den Brandfall erlaubt die Untersuchung von ebenen und räumlichen Stab- und Flächentragwerken innerhalb der Programmsysteme Ebene Stabwerke, Räumliche Stabwerke und Finite Elemente. Dabei kommen Stahl‑, Stahlbeton‑, Holz und Verbundquerschnitte unter Berücksichtigung der folgenden Normen zur Anwendung:
| • | EN 1992‑1‑2:2004+A1:2019 (Eurocode 2) |
| • | EN 1993‑1‑2:2005+AC:2009 (Eurocode 3) |
| • | EN 1994‑1‑2:2005+A1:2014 (Eurocode 4) |
| • | EN 1995‑1‑2:2004+AC:2009 (Eurocode 5) |
Als Querschnittsformen können Stahlbauprofile, Polygonquerschnitte und Kombinationen aus diesen sowie Flächenquerschnitte benutzt werden. Bei der Materialauswahl stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:
| • | Beton nach DIN 1045‑1, EN 1992‑1‑1, DIN EN 1992‑1‑1, ÖNORM B 4700 und SIA 262 |
| • | Baustahl nach DIN 18800 und EN 10025‑2 |
| • | Stahl mit anwenderdefinierten Kennwerten |
| • | Holz nach EN 338:2016 und EN 14080:2013 (nur Stäbe) |
| • | Frei definierbares Material |
Die Bearbeitung gliedert sich im Regelfall in folgende Arbeitsschritte:
1. Tragwerksbemessung für Standardeinwirkungen
| • | Tragwerksdefinition mit den statisch wirksamen Querschnitten. |
| • | Schnittgrößenermittlung für die maßgebenden Lastfälle. |
| • | Beschreibung der Einwirkungskombinationen nach der anzuwendenden nationalen Norm. |
| • | Spannungsnachweise für Stahlbauteile, Bewehrungsermittlung für Stahlbetonbauteile. |
2. Thermische Berechnung zur Ermittlung der Querschnittstemperaturen
| • | Definition der für den Brandfall maßgebenden Querschnitte (Funktion Thermische Berechnung im Querschnittsdialog). |
| • | Festlegung der Brandeinwirkung für die betroffenen Querschnittsränder. |
| • | Berechnung des Temperaturverlaufs im Querschnitt (über Dialog Thermische Berechnung oder mit Funktion Querschnittstemperaturen im Berechnungsmenü). |
3. Nichtlineare Systemanalyse für den Brandfall
| • | Eingabe eines maßgebenden Lastfalls. Hierzu werden die vorhandenen Lastfälle mit Hilfe der Lastart Lastgruppe zusammengestellt und gewichtet. |
| • | Ergänzung des Lastfalls mit der Lastart Brandfall. |
| • | Auswahl dieses Lastfalls auf der Registerkarte Brandfall in den Berechnungseinstellungen für die Nichtlineare Systemanalyse. |
| • | Auswahl der unter Punkt 1 ermittelten Bewehrung, sofern relevant. |
| • | Durchführung der Stabwerks- bzw. FEM‑Berechnung zur Ermittlung der Tragfähigkeit im Brandfall. |
Wenn unterschiedliche Brandfälle zu untersuchen sind, können den Querschnittsrändern unter Punkt 2 mehrere Brandeinwirkungen zugeordnet werden. Die einzelnen Brandfälle werden dabei nummeriert. Anschließend ist unter Punkt 3 für jeden Brandfall ein Nachweislastfall zu erzeugen, wobei in der Lastart Brandfall auf diese Nummer Bezug genommen wird.