Flachdecke mit Kragarm im Zustand II

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Flachdecke mit Kragarm im Zustand II

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Dieses Beispiel behandelt eine Flachdecke, welche bereits in dem  Abschnitt EN 1992‑1‑1 Bemessung untersucht wurde. Für die genannte Decke sollen, im Vergleich zu der elastischen Berechnung, Verformungen im Zustand II in den Grenzzuständen der Gebrauchstauglichkeit und der Tragfähigkeit ermittelt werden.

System mit Abmessungen des Beispiels Flachdecke mit Kragarm im Zustand II  

System mit Abmessungen in [m] und Belastung aus 
„Beispiele zur Bemessung nach Eurocode 2 – Band 2: Ingenieurbau“

Belastung

Lastfall 1, G Ständige Lasten

Lastfall 1,
G Ständige Lasten [kN/m²]

Lastfall 2 bis 9, Q Feld 1 bis 8

Lastfall 2 bis 9,
Q Feld 1 bis 8 [kN/m²]

 

Auf Grund der zu erwartenden Normal­kräfte in der Fläche sind bei der nichtlinearen Sys­tem­ana­ly­se Scha­len­ele­men­te zu verwenden und es ist auf eine möglichst zwängungsfreie horizontale Lagerung zu achten.

Da die im Rahmen der nichtlinearen Sys­tem­ana­ly­se berücksichtigte Längs­be­weh­rung einen we­sent­li­chen Einfluss auf die Verformungen hat, ist eine realistische Be­weh­rungs­an­ord­nung zu ge­währ­leis­ten. Aus diesem Grund wird zu­nächst eine linear-elastische statische Be­rech­nung der Lastfälle 1 bis 9 mit an­schlie­ßen­der Bemessung nach EN 1992‑1‑1 unter Verwendung der nach­fol­gend an­ge­ge­be­nen Grund­be­weh­rung durchgeführt.

 

Für die spätere nichtlineare Sys­tem­ana­ly­se sind bereits die Lastfälle 21 bis 24 mit Lastgruppen ein­ge­ge­ben worden.

 

In dem Lastfall 22 wird das nicht­lineare Kriechen des Betons mit dem Kriech­bei­wert φ = 2,5 und das Schwind­maß des Betons mit εcs = ‑40·10‑5 angesetzt.

  Dialog Einstellungen - Statik

Tabelle: Betonstahl für Flächenelemente

 

Biegebewehrung aus Bemessung der ständigen und vorübergehenden Situation

Gegenüber der vorgenannten Grundbewehrung ergibt sich nur in den Stütz- und Eckbereichen in den oberen Bewehrungslagen eine rechnerische Bewehrungserhöhung, welche in etwa der im Literaturbeispiel vorgesehenen konstruktiven Bewehrungszulage entspricht.

Bewehrungszulage asx.1

Bewehrungszulage asx.1 [cm²/m]

Bewehrungszulage asy.1 

Bewehrungszulage asy.1 [cm²/m]

 

Berechnungsvorgaben

Nach der elastischen statischen Berechnung der Lastfälle 1 bis 9 und der anschließenden Bemessung nach EN 1992‑1‑1 wird in den Berechnungseinstellungen zur Statik die nichtlineare Systemanalyse gewählt und folgende Vorgaben eingestellt.

Dialog Vorgaben: Nichtlineare Systemanalyse (Gebrauchstauglichkeit)

 

Bei den Lastfällen (21 und 22) für die Ge­brauchs­taug­lich­keit wird in der Zugzone des Betons mit Entfestigung und einer Rest­zug­fes­tig­keit von c·fctm,fl = 0,1·3,9 = 0,39 MN/m² gerechnet.

 

Der Lastfall 23 für die Tragfähigkeit wird ohne Be­rück­sich­ti­gung der Beton­zug­fes­tig­keit gerechnet.

 

Um die Rechengenauigkeit zu erhöhen ist in den Last­grup­pen die Feh­ler­schran­ke auf 0,1 % herab gesetzt. Deshalb wird die Anzahl der maximalen Iterationen je Laststufe auf 500 erhöht.

 

Verformungen

Nachfolgend werden die unterschiedlichen Verformungsergebnisse gegenüber gestellt. Um Sie besser vergleichen zu können, werden alle nichtlinear berechneten Lastfälle, auch der im GZT, mit der Belastung G+0,3·Q gerechnet. In allen Fällen kann ein Lastfaktor von 1,0 erreicht werden.

Farbdarstellung der Verformungen uz (Lastfall 21)

Lastfall 21: Verformungen uz [mm]

Farbdarstellung der Verformungen uz (Lastfall 22)

Lastfall 22: Verformungen uz [mm]

 

Nachfolgend sind die maximalen rechnerischen Verformungen im Zustand II den im Zustand I ermittelten Ergebnissen gegenübergestellt (siehe Beispiel EN zur 1992‑1‑1):

 

 

max uz [mm]

Lastfall

Berechnung

  Literatur 

(11)

G+0,3·Q mit elastischem Materialverhalten  (Zustand I)

10

10

(12)

Kriechen (φ=2,5 unter LF 11) mit elastischem Materialverhalten  (Zustand I)

23

-

(13)

Summe (Lastfall 11 + Lastfall 12)  (Zustand I)

33

-

 21

Nl. GZG (G+0,3·Q, φ und εcs=0 mit Entfestigung)

18

20

 22

Nl. GZG (G+0,3·Q, φ=2,5 und εcs=‑40·10‑5 mit Entfestigung)

43

40

 23

Nl. GZT (G+0,3·Q, φ und εcs=0 ohne Betonzugfestigkeit)

56

-

Die Differenzen zu den Ergebnissen des Literaturbeispiels lassen sich mit dem unterschiedlichen Ansatz der Bewehrungszulagen erklären (s. oben).

 

Betonspannungen

Schnittdarstellung der Betonspannungen in y‑Richtung an der Unterseite (Lastfall 22)

Lastfall 22: Betonspannungen [MN/m²] in y‑Richtung an der Unterseite