Mit den weiter unten dargestellten Spannungs-Dehnungs-Linien lassen sich bei bekanntem Dehnungszustand durch Integration der Normalspannungen am Querschnitt die resultierenden Schnittgrößen Nx, My und Mz ermitteln. Zur Bestimmung des Dehnungs- und Spannungszustandes am Querschnitt werden folgende Annahmen getroffen:
| • | Die Querschnitte bleiben bei der Verformung zu jedem Zeitpunkt eben, auch wenn der Querschnitt infolge Überschreitens der Betonzugfestigkeit gerissen ist. |
| • | Zwischen Beton und Bewehrung herrscht vollkommener Verbund. |
| • | Die Zugfestigkeit des Betons wird standardmäßig vernachlässigt, kann jedoch auf Wunsch berücksichtigt werden. |
| • | Im Zugbereich der Spannungs-Dehnungs-Linien kann einer der beiden folgenden Verläufe zugrunde gelegt werden. |
| εct | Dehnung bei Erreichen der Betonzugfestigkeit |
| εctu | Dehnung nach Überschreiten der spezifischen Bruchenergie Gf |
\begin{align*}
G_\mathrm{f}=G_\mathrm{fo}\cdot
\left({\frac{f_\mathrm{cm}}{f_\mathrm{cmo}}}\right)^{0,7}
\end{align*}
|
\begin{align*}
G_\mathrm{fo}\approx
3,0\cdot10^{-5}
\ \frac{\mathrm{MNm}}{\mathrm{m}^2}
\end{align*}
|
\begin{align*}
f_\mathrm{cmo}=10
\ \frac{\mathrm{MN}}{\mathrm{m}^2}
\end{align*}
|
| fcm | mittlere Betondruckfestigkeit |
| • | Die Mitwirkung des Betons auf Zug zwischen den Rissen (tension stiffening) wird durch eine verbleibende Zugspannung σ = c·fctm bzw. c·ßbz erfasst. Die Konstante c ist vom Benutzer einstellbar (Standard: 0,1). |

|
| a) | Stahlbetonquerschnitt mit spannungsauslösenden Dehnungen |
| b) | Beton- und Stahlspannungen |
| c) | Resultierende Schnittgrößen |
|
In Abhängigkeit von der gewählten Materialart kommen nachfolgende zur Anwendung. Der Zugbereich des Betons wird nur optional aktiviert.