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Beim Modell nach De Vree wird sowohl bis zum Erreichen der maximalen Zug‑ ( ft ) als auch Druckspannung ( fc ) von einem elastischen Materialverhalten ausgegangen. Qualitativ identisch ist auch der Spannungs-Dehnungsverlauf nach Erreichen der jeweiligen Fließspannung (Entfestigung). In InfoCAD wird eine Kombination aus äquivalenter Verzerrung nach De Vree et al. (1995)
und exponentieller Schädigungsfunktion nach Peerlings (1999)
verwendet, wobei D(η) = 0, wenn η ≤ η0. Bei letztgenannter Formulierung wird die Restzug- bzw. Restdruckfestigkeit über den Parameter A (σRest = (1 – A)·σc,t ) und die Schädigungsentwicklung (langsame oder schnelle Zunahme der Schädigung) über den Parameter B gesteuert, siehe Abbildung 1.
| Abbildung 1: | Einaxiales Spannungs-Verzerrungsdiagramm (de Vree / Peerlings) |
Mit zunehmender Steifigkeitsdegradation nähert sich die Schädigung asymptotisch dem Wert 1 an. Neben der dreidimensionalen Ansicht ist in Abbildung 2 auch die Schädigungsfläche für den ebenen Spannungszustand (σ3=0) dargestellt. Anhand derer (vgl. mit Kupfer et al. (1969)) und der einaxialen Spannungs-Verzerrungsbeziehung wird deutlich, dass das Druckverhalten von Beton mit diesem Schädigungsmodell nicht adäquat abgebildet werden kann.
| Abbildung 2: | Schädigungsfläche (de Vree) im Hauptspannungsraum, fc = 20 MPa, ft = 2 MPa |
Zum einen wird der nichtlineare Zusammenhang zwischen Spannungen und Verzerrungen nicht realitätsnah wiedergegeben, dies gilt sowohl vor als auch nach Erreichen der Druckfestigkeit fc, und zum anderen wird das Druck-Druck-Versagen deutlich überschätzt. Problemstellungen mit dominierendem Zugversagen können mit diesem Modell jedoch hinreichend genau prognostiziert werden. Das Pendant zur Schädigungsfläche von de Vree ist die Fließfläche nach Raghava (1973) (bzw. Mises-Schleicher (1926)) bei plastischem Materialverhalten, siehe Abbildung 9. In Analogie zur Fließfläche (Raghava → Mises) degeneriert im ebenen Spannungszustand (σ3=0) die Schädigungsfläche bei identischen Werten der Zug- und Druckfestigkeit ( ft = fc → K = 1, siehe Gl. V2) zu einer zum Spannungsursprung symmetrischen Ellipse.