Berechnung der Rissbreite

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Nachrechnungsrichtlinie Brückennachweise > Nachweise im Grenzzustand der Gebrauchstauglichkeit

Berechnung der Rissbreite

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Der Nachweis der Rissbreite erfolgt durch direkte Berechnung nach DIN FB 102, Kapitel 4.4.2.4 [DIN EN 1992‑2, Kapitel 7.3.4], mit der Einwirkungskombination gemäß Benutzerauswahl. Der Grenz­durch­messer und die maßgebende Betonzugfestigkeit fct,eff werden im Quer­schnitts­dialog ein­ge­geben.

 

In Abhängigkeit von der Betonrandspannung σc im Zustand I sind folgende Riss­zu­stän­de zu unter­scheiden (vgl. Heft 525, S. 191, und Leitfaden zum DIN FB 102, S. 24):

σc  fct,eff Stadium der Einzelrissbildung
σc > fct,eff Stadium der abgeschlossenen Rissbildung

mit

fct,eff Effektive Betonzugfestigkeit in Abhängigkeit vom Betonalter.

 

Durch Begrenzung des maximalen Rissabstands und der Differenz der Dehnungen sind die Formeln in DIN FB 102, Kapitel 4.4.2.4, gemäß Heft 525, S. 104, sowohl für das Stadium der Einzel­riss­bildung als auch für das ab­ge­schlossene Riss­bild anwendbar. Im Programm wird deshalb die Riss­breite für alle Fälle mit σc > 0 nach­ge­wiesen.

 

Die Durchführung des Nachweises gliedert sich programm­seitig in folgende Schritte:

Dehnungszustand II unter der Nachweis­kombination mit Span­nungs-Dehnungs-Linie gemäß DIN FB 102, Bild 4.1 [DIN EN 1992‑2, Bild 3.2], ermitteln. Bei Stäben und Bemes­sungs­objekten werden dabei alle im Verbund liegenden Spann­glieder auf der Wider­stands­seite be­rück­sichtigt.
Effektive Zugzone Ac,eff bestimmen (siehe nächster Abschnitt), Beton­stahl­lagen und Spann­stahl­lagen in­ner­halb Ac,eff ermitteln.
Bewehrungsgrad berechnen:
eff ρ = (As + ξ1² · Ap) / Ac,eff 

(4.200a)

[(7.10)]

ρtot = (As + Ap) / Ac,eff 

(4.200b)

mit

ξVerbundbeiwert lt. Benutzervorgabe.
As, Ap Betonstahl, Spannstahl innerhalb Ac,eff
Für jede Betonstahllage einzeln bestimmen:

Differenz der mittleren Dehnungen von Beton und Betonstahl

εsm ‑ εcm= [σs ‑ 0,4 fct,eff / eff ρ (1 + αE · eff ρ)] / Es  0,6 σs / Es

(4.202)

[(7.9)]

mit

α= Es / Ecm
σσ2 + 0,4 fct,eff (1/eff ρ ‑ 1/ρtot 
σs wird programmseitig auf fyk begrenzt

(4.199)

σBetonstahlspannung aus Dehnungszustand II.
fct,eff Wirksame Betonzugfestigkeit gemäß Vorgabe.

 

Maximaler Rissabstand

sr,max ds / (3,6 eff ρ σs · ds / (3,6 fct,eff 

(4.203)

[(7.11)]

Wenn im Querschnittsdialog eine Obergrenze für den Rissabstand angegeben wurde, lassen sich damit die Besonderheiten der Gleichung (4.204) [Gleichung (7.13) und (7.14)] berück­sichtigen.

 

Rechenwert der Rissbreite

wsr,max · ( εsm ‑ εcm ) 

(4.201)

[(7.8)]

Im Protokoll wird die Lage mit der größten rechnerischen Rissbreite nach­ge­wiesen. Sofern im Querschnittsdialog gewählt, wird dabei von einer innerhalb Ac,eff konstanten, mittleren Stahldehnung ausgegangen.

Bei gezogenem Querschnitt erfolgt die Untersuchung für jede der beiden effektiven Zug­zo­nen getrennt. Das Maximum wird im Protokoll aus­ge­geben.

 

Je nach Auswahl in den Berechnungseinstellungen wird die Rissbreite alternativ wie folgt nachgewiesen:

a)Der Nachweis erfolgt mit der vorhandenen Bewehrung aus der Betonstahlbeschreibung des Querschnitts. Bei Überschreitung der zulässigen Rissbreite wird eine Warnung ausgegeben. Die Ausnutzung wk / wk,zul kann im Protokoll und in der graphischen Darstellung geprüft werden.
b)Falls der Nachweis der Mindestbewehrung zu Begrenzung der Rissbreite nicht gewählt ist, er­mittelt das Programm automatisch eine zur Einhaltung der Rissbreite erforderliche Riss­be­weh­rung, sofern dies in den Querschnittseinstellungen nicht abgewählt wurde. Dazu erfolgt eine Bemessung mit der für die Berechnung der Rissbreite maß­gebenden Nach­weis­kombination. Die so ermittelte Bewehrung wird im Nach­weis­protokoll durch Aus­ru­fungs­zei­chen ! gekennzeichnet. Die Rissbreite wird dann für die endgültige Längsbewehrung (Maximum aus Robust­heits‑, Riss- und Biegebewehrung einschließlich einer evtl. Erhöhung aus dem Ermü­dungs­nach­weis) nach­ge­wiesen und zusammen mit der maßgebenden Betonstahlspannung für die graphische Darstellung gespeichert.