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Die Berücksichtigung des Kriechens und Schwindens erfolgt ebenso wie die Vorspannung durch Definition eines entsprechenden Lastfalls (Lastart Kriechen und Schwinden) in der FEM‑Berechnung. Dabei ist neben dem kriecherzeugenden Dauerlastfall anzugeben, ob die Schnittkraftumlagerung zwischen Beton und Spannstahl berücksichtigt werden soll. Diese Option ist nur bei im Verbund liegenden Spanngliedern sinnvoll.
Die Eingabe der maßgeblichen Kriech- und Schwindbeiwerte für die Berechnung des Lastfalls Kriechen und Schwinden erfolgt im Querschnittsdialog. Alternativ können dort die Beiwerte gemäß Heft 525, Kapitel 9.1.4 [DIN EN 1992‑2, Anhang B], berechnet werden.

Berechnungsgrundlage für die im Programm verwendeten Ansätze zur Erfassung von Betonkriechen und Schwinden ist ein zeitabhängiges Spannungs-Dehnungs-Gesetz nach Trost.
\begin{align*}
\sigma_{\mathrm{b}}(t) = \frac{E_{\mathrm{b}}}{1+\rho \cdot \varphi} \left({\varepsilon_{\mathrm{b}}(t) - \varphi \cdot \varepsilon_{\mathrm{b,0}} - \varepsilon_{\mathrm{b,S}}}\right)
\end{align*}
Hierin bedeuten:
| σb(t) | Betonspannung aus Kriechen und Schwinden zum Zeitpunkt t. |
| Eb | E‑Modul des Betons. |
| ρ | Relaxationskennwert nach Trost für den Zeitpunkt t (i.d.R. ρ = 0,80). |
| φ | Kriechzahl für den Zeitpunkt t. |
| εb(t) | Betondehnung aus Kriechen und Schwinden zum Zeitpunkt t. |
| εb,0 | Betondehnung aus kriecherzeugenden Dauerlasten. |
| εb,s | Betondehnung aus Schwinden. |
Unter Beachtung dieser Beziehungen werden eine zeitabhängige Gesamtsteifigkeitsmatrix und zugehörige Lastvektoren aufgebaut, aus denen sich die Schnittgrößen und Verformungen des Betons ergeben. Sofern im Lastfall gewählt, werden im weiteren die resultierenden Spannungsänderungen im Spannstahl ermittelt. Ein eventueller Einfluss aus der Relaxation des Spannstahls bleibt dabei unberücksichtigt. Nach Zilch/Rogge (2002, S. 256) lässt sich dieser getrennt berechnen (s. nächster Abschnitt) und mit den Änderungen aus Kriechen und Schwinden zu den gesamten zeitabhängigen Spannkraftverlusten zusammenfassen:
Δσp,csr = Δσpr + Ep · Δεcpt
mit
| Δσpr | Spannkraftverlust aus Relaxation des Spannstahls. |
| Δεcpt | Dehnungsänderung des Betons aus Kriechen und Schwinden. |
| Ep | E‑Modul des Spannstahls. |