Bemessung für Biegung mit oder ohne Längskraft und Längskraft allein

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Bemessung für Biegung mit oder ohne Längskraft und Längskraft allein

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Die Bemessung für Längskraft und Biege­moment erfolgt nach DIN FB 102, Kapitel 4.3.1 [DIN EN 1992‑2, Kapitel 6.1]. Die für jede Schnitt­kraft­kombination erforderliche Bewehrung am Stahl­beton­quer­schnitt wird iterativ, nach Formulierung der Gleich­gewichts­bedingungen, unter Beachtung der in der nachfolgenden Abbildung dargestellten Grenz­dehnungs­linien ermittelt. Das endgültige Resultat ergibt sich aus dem Extrem­wert aller berechneten Bewehrungen.

Dehnungsbereiche für die Bemessung nach DIN FB 102, Kapitel 4.3.1

Dehnungsbereiche für die Bemessung

Der Anwender steuert durch die Vorgabe der Bewehrungs­geometrie und die Auswahl eines von drei Bemes­sungs­modi das Ergebnis der Bemessung.

DIN EN 1992‑2:

Bei Querschnitten, die einer Drucknormalkraft ausgesetzt sind, wird die Mindestexzentrizität nach Kapitel 6.1 (4) berücksichtigt.

 

Modus Standard

Dies ist der Normalmodus zur Bemessung für Biegung mit Längs­kraft im gesamten Bean­spru­chungs­bereich. Die Bewehrung wird soweit wie möglich im Zugbereich ein­ge­legt. Vorge­gebene Ver­hält­nis­se zwischen be­stimmt­en Bewehrungs­lagen in der Zug- bzw. Druck­zone bleiben so weit wie möglich erhalten, sofern dies in den Be­mes­sungs­vor­ga­ben nicht abgewählt wurde. Aus Gründen der Wirtschaft­lich­keit und zur Begrenzung der Druck­zonen­höhe nach DIN FB 102, Kapitel 2.5.3.4.2 (5) [DIN EN 1992‑2, Kapitel 5.4 (NA.5) und NA.11.5.2 (1)] wird im Dehnungsbereich 3 Druckbewehrung er­mittelt, so dass für die Stahl­deh­nung εs1 gilt:

Definition der Stahldehnung εs1

mit

εyd Zum Bemessungswert der Festigkeit fyd gehörende Stahldehnung.
x / d Bezogene Druckzonenhöhe.
≤ 0,45bei Betonfestigkeitsklassen bis C50/60.
≤ 0,35bei Betonfestigkeitsklassen ab C55/67 und für Leichtbeton.

In den Dehnungsbereichen 4 und 5 wird wie bei symmetrischer Bemessung verfahren. Die erforderliche Querbewehrung  von Platten nach DIN FB 102, Kapitel 5.4.3.2.1 (2)*P [DIN EN 1992‑2, Kapitel 9.3.1.1 (NA.102)], wird bei der Bemessung gemäß Benutzervorgabe berücksichtigt. Die Vorschrift für die Bewehrung von Wänden nach DIN FB 102, Kapitel 5.4.7.4 [DIN EN 1992‑2, Kapitel 9.6.3 (1)) bleibt dagegen unberücksichtigt.

 

Modus Symmetrisch

Im Gegensatz zur Standardbemessung wird in allen Dehnungsbereichen, falls er­forder­lich, die Bewehrung an allen vordefinierten Orten eingelegt. Vorge­gebene Ver­hält­nis­se zwischen be­stimmt­en Bewehrungs­lagen bleiben erhalten, sofern dies in den Bemessungsvorgaben nicht abgewählt wurde.

 

Modus Druckglied

Die Bemessung wird symmetrisch durchgeführt. Zusätzlich wird die nach DIN FB 102, Kapitel 5.4.1.2.1 (1)*P [DIN EN 1992‑2, Kapitel 9.5.2 (2)] ver­langte Mindest­bewehrung ermittelt:

As,min = 0,15 | NEd | / fyd ≥ 0,003 Ac

mit

NEd Bemessungswert der aufzunehmenden Längskraft.
fyd Bemessungswert der Festigkeit des Betonstahls an der Streckgrenze.

Die Betonstauchung nach DIN FB 102, Kapitel 4.3.1.2 (1)P(X) [DIN EN 1992‑2, Kapitel 6.1 (5)] kann nicht über­prüft werden.

 

Berücksichtigung von Spanngliedern im Verbund

In der Bemessung von Stäben und Bemes­sungs­objekten werden die Schnitt­größen des Beton­quer­schnitts um die statisch bestimmten Anteile gemindert, wie sie sich aus Vorspannung ab­züglich der Verluste aus Kriechen, Schwinden und Relaxation des Spann­stahls (CSR) ergeben. Aus­ge­nom­men sind die Situationen vor dem Verpressen der Spann­glieder. In den ver­bleibenden Schnitt­größen für den Ver­bund­quer­schnitt sind dann nur noch die Zwän­gungs­anteile aus P+CSR und die äußeren Lasten enthalten. Die durch den Benutzer lage­mäßig festgelegte Schlaff­stahl­bewehrung wird bei Bedarf solange erhöht, bis die Ver­bund­schnitt­größen aufgenommen werden können. Im Bemessungsmodus Druckglied wird bei der Ermittlung der Mindestbewehrung nach DIN FB 102, Kap. 5.4.1.2.1 (1)* [DIN EN 1992‑2, Kap. 9.5.2 (2)] die Spann­stahl­flä­che angerechnet.

Die Lage der Spannstränge im Querschnitt, die Spann­kraft­verluste aus CSR, die statisch be­stimmten Anteile sowie die Schnitt­größen des Beton­quer­schnitts und Verbund­quer­schnitts wer­den im aus­führ­lichen Protokoll ausgegeben.

Da bei Flächentragwerken eine Trennung in statisch bestimmte und unbestimmte Anteile der Schnittgrößen aus Vorspannung nicht möglich ist, wird bei der Bemessung der Längsbewehrung die Vorspannung vollständig auf der Einwirkungsseite berücksichtigt, während auf der Widerstandsseite nur Schlaffstahl und Beton wirksam werden. Die Dehnungsreserven der im Verbund liegenden Spannglieder bleiben folglich ungenutzt.