Ermüdung von Beton unter Längsdruckbeanspruchung

<< Hier Klicken, um das Inhaltsverzeichnis anzuzeigen >>

Nachrechnungsrichtlinie Brückennachweise > Nachweise gegen Ermüdung

Ermüdung von Beton unter Längsdruckbeanspruchung

Vorherige Seite   Hauptseite  Nächste Seite Seite drucken

Der Ermüdungsnachweis für Beton unter Längsdruckbeanspruchung erfolgt für Biegung und Längs­kraft nach DIN FB 102, Kapitel 4.3.7.3 [DIN EN 1992‑2, Kapitel 6.8.7], am gerissenen Querschnitt. Dabei wird gemäß Auswahl in den Berechnungseinstellungen entweder die vorhandene Bewehrung aus der Betonstahlbeschreibung oder die endgültige Längs­be­weh­rung einschließlich einer evtl. Erhöhung aus dem Ermüdungsnachweis für Betonstahl berück­sichtigt. Bei Straßen­brücken braucht der Nachweis gemäß Kapitel 4.3.7.1 (102), Buchstabe (g), [Kapitel 6.8.1 (102), Buchstabe g)], nicht geführt zu werden, wenn im Gebrauchszustand die Betondruckspannung auf 0,6 fck begrenzt wird.

 

Vereinfachter Nachweis

Der Nachweis gilt als erbracht, wenn nach DIN FB 102 Gl. (4.188), bzw. DIN 1045‑1 Gl. (123) [DIN EN 1992‑2, Gl. (6.77)], eingehalten wird.

Gleichung 4.188 nach DIN FB 102

 

für Beton bis C50/60 oder LC50/55

(4.188)

[(6.77)]

Gleichung 123 nach DIN 1045‑1

 

für Beton ab C55/67 oder LC55/60

(123)

[(6.77)]

mit

max |σcd|, min |σcd| Bemessungswerte der maximalen und minimalen Beton­druck­spannung unter der häufigen Einwirkungs­kombination. Im Fall von Zug­spannungen ist min |σcd| zu Null an­zu­nehmen.
fcd,fat = ßcc(t0) · fcd · (1 ‑ fck / 250)
Bemessungswert der Beton­druck­festig­keit vor Beginn der zyk­lischen Belastung. Dieser Wert wird im Quer­schnitts­dialog vor­ge­geben.
ßcc(t0) = e0,2 (1‑√28/t0)
Beiwert für die Nacherhärtung des Betons.
t0 Zeitpunkt der zyklischen Erstbelastung des Betons in Tagen.

 

Nachweis über schadensäquivalente Betondruckspannungen

Der Nachweis wird gemäß DIN FB 102, Anhang A.106.3.2 [DIN EN 1992‑2, Anhang NN.3.2], nach dem für Eisen­bahn­brücken angegebenen Verfahren geführt. Ausreichender Ermüdungs­wider­stand darf demnach an­ge­nommen werden, wenn folgender Ansatz erfüllt ist:

Gleichung A.106.12 nach DIN FB 102

(A.106.12)

[(NN.112)]

mit

Requ 

= min | σcd,equ | / max | σcd,equ |

Ecd,max,equ 

= γEd,fat·max | σcd,equ | / fcd,fat

 

Dabei ist max | σcd,equ | bzw. min | σcd,equ | die obere bzw. untere Druckspannung der schadens­äquivalenten Spannungs­schwingbreite mit N = 106 Zyklen. Der Beiwert γEd,fat wird zu 1,0 angenommen.

 

Die obere und untere Spannung der schadensäquivalenten Schwingbreite soll wie folgt ermittelt werden.

max | σcd,equ |

min | σcd,equ | 

= | σc,perm | + λc (max | σc,71 | – | σc,perm |)

= | σc,perm | – λc (| σc,perm | – min | σc,71 |)

(A.106.13)

[(NN.113)]

Dabei ist

| σc,perm | 

die betragsmäßige Druckspannung unter der Ermüdungs­kombination ohne Lastmodell 71.

max | σc,71 |,
min | σc,71 |

die betragsmäßig größte bzw. kleinste Druckspannung unter der Ermüdungs­kombination einschließlich des dynamischen Faktors Φ2 nach DIN FB 101.

λc

der Korrekturfaktor zur Berechnung der durch Lastmodell 71 hervorgerufenen Spannungen.

Bei Anwendung des obigen Verfahrens für Straßenbrücken tritt an Stelle des Lastmodells 71 das maßgebende Er­mü­dungs­last­modell.