Bemessung für Querkraft

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SIA 262 Bemessung > Nachweise im Grenzzustand der Tragfähigkeit

Bemessung für Querkraft

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Die Bemessung für Querkraft umfasst die Ermittlung der Quer­kraft­bewehrung und den Nachweis des Wider­stands des Beton­druck­felds nach SIA 262, Ziffer 4.3.3. Es gelten folgende Besonder­heiten:

•Die Neigung der Schrägzugbewehrung wird mit 90° angenommen.
•In der berechneten Bügelbewehrung ist die Mindestbewehrung nach Ziffer 5.5.2.2 enthalten.
•Bei Stäben und Bemes­sungs­objekten wird die Schub­be­mes­sung ge­trennt für die Querkräfte Qy und Qz durchgeführt.
•Platten- und Schalenelemente werden für die Querkraft qr = √(qx² + qy²) bemessen.
•Es erfolgt keine Einschränkung der Nachweisorte nach Ziffer 4.3.3.2.1 oder 4.3.3.4.1 sowie keine Verminderung der Einwirkung auflagernaher Lasten nach Ziffer 4.3.3.2.7.
•Bei Stäben und Bemessungsobjekten werden die maßgebenden Werte des Ersatzrechtecks, unabhängig von der normalen Querschnittsgeometrie, vom Anwender definiert. Die Beiwerte zur Berechnung des inneren Hebelarms z aus der Nutzbreite und Nutzhöhe nach Ziffer 4.3.3.4.2 sind ebenfalls vorzugeben.
•Bei Flächenelementen wird generell mit dem Hebelarm z = 0,9 d gerechnet.
•Der Beiwert kc für die Betondruckfestigkeit wird gemäß Benutzervorgabe berücksichtigt.
•Bei Stahlbetonverbundquerschnitten wird die maßgebende Betonfestigkeit als Mini­mum der Teil­quer­schnit­te an­ge­nom­men.

 

Verwendete Formeln aus der Norm:

4.3.3.2Bauteile ohne Querkraftbewehrung
4.3.3.2.1Querkraftwiderstand von Platten ohne Querkraftbewehrung

vRd = kd τcd dv

(35)

Gleichung 36 nach SIA 262

(36)

Gleichung 37 nach SIA 262

(37)

Dmax Grösstkorndurchmesser im Beton [mm]. Dmax = 0 bei Leichtbeton.
τcd Bemessungswert der Schubspannungsgrenze.

Gleichung 3 nach SIA 262

(3)

d Statische Höhe, mittlere statische Höhe bei mehreren Bewehrungslagen [mm].
dv Wirksame statische Höhe für die Aufnahme der Querkraft. Sie wird zu dv = d angenommen.
ηt Beiwert zur Berücksichtigung der Einwirkungsdauer auf die Betonfestigkeit. Er wird gemäss Ziffer 4.2.1.3 zu ηt = 1 angenommen.
4.3.3.2.2Falls die Biegebewehrung im elastischen Zustand verbleibt:

Gleichung 38 nach SIA 262

(38)

Falls plastische Verformungen der Biegebewehrung nicht auszuschliessen sind:

Gleichung 39 nach SIA 262

(39)

md Bemessungswert des Biegemoments.
mRd Bemessungswert des Biegewiderstandes.
4.3.3.2.3Die Dehnung εv ist um 50% vergrössern, falls die Längsbewehrung im Nachweisbereich abgestuft ist.
4.3.3.2.4Die Dehnung εv ist mit 1/(sin4 ϑ + cos4 ϑ) zu vergrössern, wobei ϑ den Winkel zwischen der Hauptbewehrung und der Hauptrichtung der Querkraft (arctan qy / qx) darstellt.

 

4.3.3.3Bauteile mit Querkraftbewehrung (Standardbemessung)
4.3.3.4.3Widerstand einer vertikalen Querkraftbewehrung

VRd,s = Asw /s · z · fsd cot α

(43)

4.3.3.3.2Die Druckfeldneigung kann innerhalb der folgenden Grenzen frei gewählt werden:

αmin ≤ α ≤ 45°

(40)

Die minimale Druckfeldneigung αmin beträgt:

- αmin = 30° im Normalfall
- αmin = 25° wenn im Steg eine bedeutende Drucknormalkraft wirkt
- αmin = 40° wenn im Steg eine Zugnormalkraft wirkt oder im betrachteten Trägerabschnitt plastische Gurtverformungen zu erwarten sind.
4.3.3.4.6Widerstand des Betondruckfelds

VRd,c = bw · z · kc · fcd · sin α · cos α

(45)

kc Beiwert zur Bestimmung der Betonfestigkeit nach Ziffer 4.2.1.7.
4.3.3.4.12Längszugkraft infolge Querkraft

FtVd = Vd ( cot α – cot ß )

(50)

ß Neigung der Bügelbewehrung (hier 90°).

Ft = 0,5 · | Vd | cot α (zusätzliche Zugkraft in der Längsbewehrung)

 

5.5.2.2Mindestbügelbewehrung von Balken

Gleichung 110 nach SIA 262

(110)

5.5.3.4Bei Platten hat der Bewehrungsgehalt ebenfalls die Bedingung nach Gleichung (110) zu erfüllen, wenn Querkraftbewehrung angeordnet wird.

 

Querkraftbemessung für Kreis- und Ringquerschnitte nach Bender et al.

Bei kreis- und ringförmigen Querschnitten mit ringförmigen Einzelbügeln oder Wendeln erfolgt die Querkraftbemessung optional nach Bender et al. (2010) für die resultierende Querkraft Qr = √(Qy² + Qz²).

Der Deutsche Normenausschuss Bauwesen (NABau) empfiehlt hierfür in seiner Auslegung vom 1. Juni 2012 zu Kapitel 10.3 der DIN 1045‑1:2008, für die wirksame Breite bw den kleineren Wert der Querschnittsbreite am Schwerpunkt der Stahlzugkräfte und der Beton­druck­kräfte zu verwenden (s. nachfolgende Abbildung). Die Größen für die Breite bw, die Nutzhöhe d und den inneren Hebelarm z werden im Querschnittsdialog festgelegt.

Definition der wirksamen Breite bw gemäß NABau (2012)

Definition der wirksamen Breite bw gemäß NABau (2012) [Abb. aus: Bender et al. (2006), S. 87]

Für Bauteile ohne Querkraftbewehrung wird nach Bender et al. (2006), Gl. (1), der Widerstand VRd,ct entsprechend DIN 1045‑1:2008, Gl. (70), angegeben. Programmseitig wird deshalb sinngemäß die oben angegebene Gleichung (35) der SIA 262 mit dem gewählten Wert für bw verwendet.

Für Bauteile mit Querkraftbewehrung erfolgt die Bemessung nach Bender et al. (2010):

VRd,sy = αk · Asw / sw · fyd · z · cot Θ · sin α

(10)

VRd,max = αk · bw · z · αc · fcd · cot Θ / [(cot Θ + cot α)² + 1]

(11)

Dabei ist

αk ein Wirksamkeitsfaktor, der nach Bender et al. (2010), S. 422, beanspruchungsabhängig ist (0,715 ≤ αk ≤ 0,785) und als Mittelwert zu αk = 0,75 angenommen werden kann.
Asw die Querschnittsfläche der Querkraftbewehrung je Länge sw.
sw der Abstand der Querkraftbewehrung gemessen entlang der Bauteilachse.
bw die wirksame Querschnittsbreite.
zder Hebelarm der inneren Kräfte.
Θ die Neigung der Betondruckstreben.
α der Winkel zwischen Querkraftbewehrung und Bauteilachse (Wendelneigung).
fyd der Bemessungswert der Streckgrenze der Querkraftbewehrung.
fcd der Bemessungswert der Betondruckfestigkeit.
αc ein Beiwert zur Berücksichtigung des Spannungszustandes im Druckgurt.

 

Der von Bender (2010) diskutierte additive Betontraganteil für Querschnitte mit Querkraftbewehrung wird nicht genutzt.

 

Die zusätzliche Zugkraft in der Längsbewehrung infolge Querkraft Qr wird nach Gl. (50) der Norm ermittelt. Bei gleichzeitiger Beanspruchung durch Querkraft und Torsion erfolgt die Torsionsbemessung nach Norm für senk­rechte Bügel unter Annahme eines quadratischen Torsionskastens.

 

Die Bemessungsergebnisse werden getrennt von den Ergebnissen der Standardbemessung gespeichert.