Kapazitätsgrenze unter Windows

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Kapazitätsgrenze unter Windows

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Bei der Berechnung großer Tragwerke, insbesondere Schalen- und Volumentragwerke, können die während der Berechnung verwalteten Daten­mengen (Gesamtsteifigkeitsmatrix, Mas­sen­ma­trix, Last­vektor etc.) Größen­ordnungen von mehreren hundert Megabyte (MB) bis zu einigen Gigabyte (GB) erreichen. Wenn die vorhandene Speicher­kapazität nicht aus­reicht, wird die Berechnung mit einer Fehler­meldung abgebrochen. Hierfür können folgende Ur­sa­chen ver­ant­wortlich sein:

•Die Auslagerungsdatei des Betriebs­systems ist zu klein. Die Größe dieser Datei wird in der System­steuerung festgelegt.
•Die maximale Kapazität der 32‑Bit‑Programmversion von 2 GB wurde erreicht. Diese Grenze ist durch den 32‑Bit‑Adressraum bedingt und unabhängig von der Aus­stat­tung des Rechners mit RAM oder Fest­platten­speicher.

Bei Abbruch der Berechnung sollten in jedem Fall die in der Aus­gabe­leiste aus­ge­geben­en Meldungen überprüft werden. Sie können bei Bedarf über das Kontext­menü kopiert oder aus­ge­druckt werden. Nachfolgend sind die Meldungen für ein sehr großes Schalen­trag­werk (Hoch­haus) wieder­ge­geben:

 

Systemkenngrößen

 

Knoten              86359

Elemente            80968

Festhaltungen          44

Unbekannte         517980

Bandbreite           2106

Steifigkeitsmatrix 5567,4 MB

Massenmatrix        104,5 MB

 

** Fehlermeldungen **

 

Nicht genügend Speicher.

 

Programmabbruch, 0 Warnung(en), 1 Fehler.

 

Das obige Gleichungssystem mit 517980 Unbekannten hat trotz Band­breiten­op­ti­mie­rung und hüllen­orientierter Speicher­technik noch einen Speicherbedarf von 5,5 GB und überschreitet damit die Kapazität des Betriebssystems. Zur Lösung bieten sich folgende Möglichkeiten an:

•Einsatz des Parallelen Sparse Solvers,
•Einsatz des iterativen Gleichungslösers,
•Einsatz der 64‑Bit Edition,
•Anwendung der Substrukturtechnik,
•Verringerung der Knotenzahl durch Vereinfachung des Systems, z.B. durch Aus­nut­zung von Symmetrien.

Der geringste Speicherplatzbedarf entsteht im allgemeinen bei Benutzung des iterativen Glei­chungs­lösers. Dabei ist zu beachten, dass im Gegensatz zu den direkten Gleichungs­lösern eine Singu­larität des Gleichungs­systems, z.B. aufgrund fehlender Lagerung oder Stabilitäts­ver­sagen nach Theorie 2. Ordnung, nicht unmittelbar feststellbar ist. Dieser Zustand kann meist nur daran erkannt werden, dass nach einer großen Anzahl Iterationen - über etwa 15% der Anzahl der Unbekannten - noch keine Konvergenz sichtbar ist.