Mit dieser Lastart (Lastkürzel: KS) wird der Lastfall Kriechen und Schwinden berechnet.
Dauerlastfall
Lastfall der kriecherzeugenden Dauerlast. In diesem werden die Lastfälle der Eigenlasten, Ausbaulasten und Vorspannung mit Hilfe der Lastart Superposition zusammengefasst oder im Verbundbau auch einzeln untersucht. Da die Lastfälle in aufsteigender Reihenfolge berechnet werden und die Dehnungen des Dauerlastfalls für KS benötigt werden, sollte die Lastfallnummer des Dauerlastfalls kleiner sein als die Nummer des aktuellen Kriech- und Schwindlastfalls. Ist der Lastfall "0" gewählt wird der Anteil der Dehnungen des Dauerlastfalls an der Betondehnung vernachlässigt.
Optional kann für Spannglieder im Verbund die Schnittkraftumlagerung zwischen Beton und Spannstahl berücksichtigt werden.
Definierte Beiwerte verwenden
Ist die Option gewählt, werden die für diesen Lastfall definierten Kriech- und Schwindbeiwerte verwendet. Anderenfalls werden die in den Materialeigenschaften definierten Beiwerte genutzt.
Kriech- und Schwindbeiwerte definieren
Beim erstmaligen öffnen des Dialoges werden die Materialbeiwerte vorhandener Polygon- und Flächenquerschnitte aus genormten Beton automatisch in die Tabelle eingefügt. Bereits definierte Beiwerte werden hierbei übernommen. Die Kriechzahl und das Schwindmaß des jeweiligen Querschnitts können entweder berechnet oder direkt vom Benutzer festgelegt werden. Die Werte in diesem Dialog haben folgende Bedeutung:
| Aktualisieren | Berechnet die Kriechzahlen und Schwindmaße in allen dafür aktivierten Zeilen. |
| Alle Qu. gleich | Übernimmt die Eingabewerte der 1. Tabellenzeile für die weiteren Querschnitte. |
| phi | Kriechzahl φ(t,t0) bzw. Differenzmaß φ(t,t0) – φ(t1,t0). |
| Berechnet | Ja: Die Kriechzahl und das Schwindmaß werden entsprechend dem Material mit dem Parametern t0, t und t1 sowie weiteren Werten aus der Querschnittsdefinition ermittelt. |
| t0 | Belastungsbeginn in Tagen. |
| t, t1 | Betonalter in Tagen. Ist t1 ungleich t wird Kriechen und Schwinden mit den Differenzmaßen φ(t,t0) – φ(t1,t0) und εcs(t,t0) – εcs(t1,t0) berechnet. Ist t = t1 wird mit den Werten φ(t,t0) und εcs(t,t0) gerechnet. |
| psi.L | Relaxations- oder auch Alterungskennwert für den Zeitpunkt t. Nach EN 1994‑2 5.4.2.2 (2) ist ψL ein von der Beanspruchungsart abhängiger Kriechbeiwert, der für ständige Beanspruchungen mit 1,10, für primäre und sekundäre Beanspruchungen aus dem Schwinden mit 0,55 und für Beanspruchungen aus Vorspannung mittels planmäßig eingeprägter Deformationen mit 1,50 angenommen werden darf. Nach Trost (ψL ≙ ρ) und nach EN 1992‑2 (ψL ≙ χ) kann ein Wert von 0,8 für t = ∞ angenommen werden. |
| eps.cs*1e5 | Das mit 1·105 multiplizierte Schwindmaß εcs(t,t0) bzw. Differenzmaß εcs(t,t0) – εcs(t1,t0). Für eine Verkürzung ist ein negativer Wert einzugeben. |
Die Kriechzahlen phi und die Schwindmaße eps.cs*1e5 wurden in diesem Beispiel mit folgenden Eigenschaften berechnet:
Werte in den Querschnitten: Zementerhärtung: Normal Luftfeuchte RH: 80 % Wirksame Dicke h0: 0,2 m Austrocknungsbeginn ts: 1 Tag Faktor γlt: 1,0 |
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Es ergeben sich folgende Werte für Querschnitt 3:
phi = φ(t=25550, t0=28 ) – φ(t1=60, t0=28 ) = 1,72 - 0,68 = 1,04
eps.cs*1e5 = εcs(t=25550, t0=28 ) – εcs(t1=60, t0=28 ) = -27,76 - -11,77 = -15,99