Nichtlinearitäten in der Berechnung

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Nichtlinearitäten in der Berechnung

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Nichtlineare Eigenschaften im Tragwerk bzw. einem Lastfall bedeuten, dass es einen nichtlinearen Zu­sam­men­hang zwischen Belastung und Ergebnis geben kann. Oder anders ausgedrückt ergibt sich durch die nicht­li­nea­ren Einflüsse bei doppelter Belastung nicht zwingend das doppelte Ergebnis. Daher sollten solche Be­rech­nun­gen nur für "realistische" Last­zu­sam­men­stel­lun­gen durchgeführt werden.

Die Lösung aller nichtlinearen Problemstellungen erfolgt iterativ. Als Maß für die Steu­e­rung der Iteration gilt die Länge des Fehler­vektors, das Residuum. Es wird für jeden Iterations­schritt in der Ausgabeleiste angezeigt. Die Iteration wird beendet, wenn das verbleibende Residuum in Bezug auf das Anfangs­residuum die vorgegebene Fehler­schranke erreicht hat. Bei dem Anfangs­residuum handelt es sich um die Länge des Lastvektors. Sind in der Lastfalldefinition auch Terme wie z.B. Temperatur, Stützensenkung oder Schwinden enthalten, kann das Anfangs­residuum sehr groß werden. Um ein verfrühtes Iterationsende zu vermeiden, sollte in diesem Fall die auf 1% voreingestellte Fehlerschranke reduziert werden. Sie kann mit der Lastart Theorie oder Last­gruppe auf einen kleineren Wert gesetzt werden. Falls die Fehler­schranke nicht erreicht werden kann, gibt das Rechen­pro­gramm eine Meldung aus.

Zusätzlich zum Residuum darf die Summe von Bodenpressungen und Auflagerreaktionen nie mehr als 1% von der Last­sum­me abweichen. Dieses kann z.B. bei nichtlinearen Bettungen (Ausfall Zugbettung), nichtlinearen Festhaltungen (Ausfall Zuglager) oder auch bei Volumentragwerken mit Kontakt auftreten. Daher werden u.U. auch nach Unterschreiten des geforderten Residuums maximal weitere 10 Schritte iteriert. Sollte danach das geforderte Gleichgewicht immer noch nicht eingehalten sein, wird die Berechnung mit einer entsprechenden Meldung abgebrochen.

 

Die folgenden Eigenschaften bzw. Einstellungen führen zu einer nichtlinearen Berechnung:

1.

Statik ohne die Option Nichtlineare Systemanalyse in den Einstellungen für die Statik

 

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Ausfall von Zuglagern durch entsprechende Lagereigenschaften oder durch die entsprechende Auswahl in der Lastart Theorie bzw. Last­gruppe

 

- 

Gründung ohne Zugspannungen durch die Auswahl „Ausfall Zugbettung“ in der Lastart Theorie bzw. Last­gruppe

 

- 

Querschnittsart Zugstab

 

- 

Querschnittsart Stabquerschnitt mit der Längstragwirkung „Nur Druckkraft“ oder „Nur Zugkraft“

 

- 

Federelemente können nichtlineare Federkennlinien aufweisen

 

- 

Liniengelenke können Kontakteigenschaften und nichtlineare Federkennlinien aufweisen

 

- 

Berechnung nach Theorie 2. bzw. 3. Ordnung gemäß der Angabe in der Lastart Theorie bzw. Last­gruppe

 

- 

Tragwerke mit Seilelementen

 

- 

Volumentragwerke mit Kontakt

2.

Statik mit der Option Nichtlineare Systemanalyse in den Einstellungen für die Statik
oder bei direktem Aufruf der Nichtlinearen Systemanalyse.

Zusätzlich zu den unter 1. aufgeführten Eigenschaften (Ausnahmen: siehe konstanten Steifigkeitsmatrix)

 

- 

Nichtlineares Materialverhalten von Normbeton, Stahl oder freiem Material bei Berechnungen im GZT oder GZG. Optional kann bei den Ma­te­ri­al­ei­gen­schaf­ten auch ein linear-elastisches Ma­te­ri­al­ver­hal­ten gewählt werden.

 

- 

Bettung mit bilinearem Verlauf (die Lastoption „Ausfall Zugbettung“ wird nicht verwendet)

 

- 

Spannstränge im Betonverbund mit bilinearer Spannungs-Dehnungs-Linie

 

- 

Nichtlineares thermisches Materialverhalten von Normbeton, Stahl und Holz bei Berechnungen im Brandfall

3.

Dynamik

 

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Eigenwerte, Stationärer Response, Antwortspektrum oder Modale Zeitschrittintegration mit der Steifigkeitsmatrix nach Theorie 2. Ordnung eines gewählten Lastfalls

 

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Direkte Zeitschrittintegration bei den unter 1. aufgeführten Eigenschaften

 

- 

Pushover Berechnung nach EN 1998‑1 mit den unter 2. aufgeführten Eigenschaften

 

Für nichtlineare Berechnungen gilt wie oben beschrieben nicht mehr das Super­positions­prinzip, d.h. sie dürfen nicht mit anderen Ergebnissen additiv überlagert werden. Eine Weiter­ver­arbeitung in Lastfall­kombinationen oder Einwirkungen von Nachweisen ist nur zulässig, wenn diese keine anderen als sich gegenseitig aus­schließ­ende (exklusive) Einwirkungen enthalten.

 

Weiter Hinweise sind im Abschnitt „Belastung > Allgemein > Lastgruppe“ zu finden.