Diese Programmkomponente wurde für Spannbetontragwerke mit interner Vorspannung konzipiert, insbesondere also zur Berechnung von Brücken, Behältern und Deckenplatten. Grundlage ist dabei das Prinzip der räumlichen Spanngliedführung, die bei Stab‑, Schalen‑ und Volumenmodellen eingesetzt werden kann. Der Anwendungsbereich umfasst vorgespannte Bauteile ohne Verbund und mit nachträglichem Verbund.
Die Berechnung eines Spannbetontragwerks erfolgt zunächst in drei Arbeitsschritten:
| • | Eingeben der Spannstränge, Spannverfahren und Spannanweisungen mit der Funktion Vorspannung des Tragwerksmenüs. |
| • | Definition eines Lastfalls mit der Lastart Vorspannung. |
| • | FEM‑Berechnung zur Lastaufbereitung und Schnittkraftermittlung. Bei Stäben und Bemessungsobjekten werden zusätzlich die statisch bestimmten (P0) und statisch unbestimmten (P1) Anteile der Schnittgrößen gespeichert. |
Wenn Einwirkungen aus Kriechen und Schwinden zu berücksichtigen sind, schließen sich folgende Schritte an:
| • | Eingabe eines kriecherzeugenden Dauerlastfalls. Dazu werden die Lastfälle der Eigenlasten, Ausbaulasten und Vorspannung mit Hilfe der Lastart Superposition zusammengefasst. |
| • | Definition eines Lastfalls mit der Lastart Kriechen und Schwinden und Angabe des kriecherzeugenden Dauerlastfalls. Optional kann die Schnittkraftumlagerung zwischen Beton und Spannstahl berücksichtigt werden, z.B. bei Vorspannung mit nachträglichem Verbund. |
| • | FEM‑Berechnung zur Schnittkraftermittlung. Wenn die Schnittkraftumlagerung gewählt wurde, werden zusätzlich die resultierenden Spannstrangkräfte gespeichert. |
Die weitere Vorgehensweise hängt von den anzuwendenden Normen ab und ist in den entsprechenden Abschnitten beschrieben:
| • | DIN Fachbericht Brückennachweise. |
| • | EN 1992‑2 Brückennachweise. |
| • | Nachrechnungsrichtlinie Brückennachweise. |
Generell ist bei der Bearbeitung vorgespannter Tragwerke der Modellbildung besondere Aufmerksamkeit zu widmen. In der Praxis ist häufig die Anwendung von Mischsystemen zu empfehlen. So ist z.B. bei einer mehrstegigen Plattenbalkenbrücke die Kombination von vorgespannten Stabelementen für die Brückenlängsrichtung (Plattenbalkenquerschnitt) mit Plattenelementen (Querrichtung) sinnvoll. Dadurch lässt sich das Problem der Lastverteilung auf einfache Weise lösen. Zusätzlich ist eine Bemessung der Brücke in Querrichtung im gleichen Arbeitsgang möglich. Eine pauschale Angabe sinnvoller Tragwerksmodelle ist jedoch aufgrund der Komplexität der Problemstellung nicht möglich.