Einwirkungen aus Vorspannung

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Einwirkungen aus Vorspannung

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Die Definition der Spannstränge erfolgt grundsätzlich element­un­ab­hängig. Dadurch ist größt­mögliche Flexibilität bei der graphischen Eingabe und Modifikation der Spann­strang­geometrie gewähr­leistet. Die Zuordnung der Spann­stränge zu den Elementen erfolgt erst zum Zeit­punkt der Schnitt­größen­ermittlung über geometrische Bedingungen. Dabei werden folgende Typen von Spannsträngen unterschieden:

•Stab: Der Spannstrang wird einem Stab zugeordnet, wenn er
- beide Stirnflächen durchdringt,
- eine Stirnfläche durchdringt und im Stab beginnt bzw. endet oder
- im Stab beginnt und endet.
Je nach Benutzervorgabe ist es zulässig, dass der Spannstrang
- innerhalb des Querschnitts,
- innerhalb des Außenpolygons oder
- innerhalb des umschließenden Rechtecks verläuft.
Die beiden letzten Optionen erlauben vor allem bei Hohlquerschnitten eine vereinfachte Spanngstrang­führung in der Entwurfs­phase. Die Querschnittsart Stab oder Zugstab ist nicht zulässig.
•Fläche: Dieser Typ ist sowohl für Flächen‑ als auch für Volumenelemente anwendbar. Der Spannstrang wird einem Flächenelement zugeordnet, wenn er
- zwei Seitenflächen durchdringt oder
- eine Seitenfläche durchdringt und im Element beginnt bzw. endet.
Bei Volumenelementen kann der Spannstrang das Element an einer beliebigen Außenseite durchdringen.
•Gemischt: Dieser Spannstrangtyp dient der gleichzeitigen Vorspannung von Stab‑, Flächen‑ und Volumenelementen. Der Anwendungs­schwer­punkt liegt auf Berechnung und Nachweis zusammengesetzter Querschnitte. Für den Verlauf innerhalb der Elemente gibt es keine Restriktionen, allerdings muss der Spannstrang auch bei Stabelementen immer im Querschnitt liegen.

 

Grundlegend für die Berechnung der Einwirkungen aus Vorspannung ist der Verlauf der Spann­strang­kraft unter Berück­sichtigung von Anspannen, Nach­lassen und Anker­schlupf. Der Einfluss der Spann­glied­reibung wird mit dem üblichen Ansatz der Seil­reibung erfasst, so dass sich der Anspann­vorgang in Pa­ra­meter­form allgemein wie folgt formulieren lässt:

Formel zur Berechnung von V(p)

mit

p Kurvenparameter.
V(p) Spannkraft am Kurvenparameter p.
V(0) Vorspannkraft am Spannanker.
μ Reibungsbeiwert.
α gewollter Umlenkwinkel des Spannglieds.
l(p) Spanngliedlänge am Kurvenparameter p.
ß ungewollter Umlenkwinkel.

 

Entsprechende Ansätze gelten für das Nachlassen. Hierbei können ggfs. noch unter­schied­liche Reibungs­bei­werte Berück­sichtigung finden. Die Einwirkungen (Kräfte und Momente) aus Vorspannung ergeben sich für den unter­suchten Element­ort aus der zugehörigen Spann­strang‑ und Reibungs­kraft.

 

Bei der praktischen Berechnung wird der Spannstrang in eine endliche Anzahl von Intervallen zer­legt, und es werden hierfür an den jeweiligen Intervall­punkten exzentrische Reibungs‑ und Um­lenk­kräfte ermittelt. Diese werden dann als räumliche Einzel­kräfte und Momente auf das zu­ge­hörige Element aufgebracht. Da Spannstränge vom Typ Fläche und Gemischt äquidistant über die gesamte Länge, Spann­stränge vom Typ Stab dagegen äquidistant innerhalb eines Stabes unterteilt werden, können sich bei gleicher Spann­strang­geometrie gering­fügige Unter­schiede in der Kraft­ein­leitung ergeben.

Umlenk‑ und Reibungskräfte aus Vorspannung

Umlenk‑ und Reibungskräfte aus Vorspannung

Die beschriebene Methode erlaubt die Ermittlung des räumlichen Schnitt­größen­zu­standes des vorge­spannten Betons. Hierin sind sowohl die statisch bestimmten als auch die statisch unbe­stimmten Schnitt­größen­anteile enthalten. Die Summe der Auf­lager­reaktionen ergibt sich hierbei stets zu Null, da Anker‑, Reibungs‑ und Umlenkkräfte ein Gleich­gewichts­system bilden.

 

Zur Berücksichtigung der Vorspannung bei der FEM‑Berechnung muss ein Lastfall mit der Lastart Vorspannung definiert werden.