Beispiele zur Spannanweisung nach EC2

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Beispiele zur Spannanweisung nach EC2

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Anspannen mit Pm0

Die Wirkungsweise der Faktoren Anspannen und Nachlassen soll an einem Einzelspannglied St 1500/1770 mit Zulassung nach EC2 und Spannanker am Spanngliedanfang verdeutlicht werden.

Dialog Spannstrangeigenschaften - Anspannen mit Pm0

Die zulässigen Spannkräfte sind definiert durch

Pmax = min(Ap · 0,80 fpk , Ap · 0,90 fp0,1k ) = 3591,0 kN

Pm0 = min(Ap · 0,75 fpk , Ap · 0,85 fp0,1k ) = 3391,5 kN

Der erste Spann­kraft­verlauf der nachfolgenden Abbildung ergibt sich nach Über­spannen um 5% mit dem Faktor 1,05 bezogen auf Pm0, d.h. die maximale Vor­spann­kraft beträgt 3561,1 kN < Pmax .

Den zweiten Spann­kraft­verlauf erhält man nach Anspannen und Nachlassen mit den Faktoren 1,05 und 1,0, d.h. die nach dem Verankern maximal im Spannglied verbleibende Vor­spann­kraft beträgt 3389,3 kN < Pm0 .

Einzelspannglied 1, 10‑fach überhöht

Einzelspannglied, 10‑fach überhöht

Spannkraftverlauf nach dem 1. Anspannen mit Faktor 1,05·Pm0

Spannkraftverlauf nach dem 1. Anspannen mit Faktor 1,05

Spannkraftverlauf nach dem 1. Nachlassen mit Faktor 1,0·Pm0

Spannkraftverlauf nach dem 1. Nachlassen mit Faktor 1,0

Ein eventuell vorhandener Ankerschlupf wurde hier zur Verdeutlichung der be­schrie­be­nen Effekte nicht berücksichtigt. Dieser würde eine zusätzliche Variation des Spann­kraft­ver­laufs zur Folge haben. Ein zweiter Anspann‑ und Nachlass­vor­gang hätte analoge Aus­wirkungen. Entsprechendes gilt für Anspannen und Nachlassen am Spann­glied­ende.

Anspannen mit Pmax

Für Spannglieder mit Zulassung nach DIN 1045‑1 und EC2 wird die am Spannglied aufgebrachte Höchst­kraft während des Spannvorgangs mit dem kleineren der folgenden Werte bestimmt:

Pmax = Ap · 0,80 fpk e‑μ γ (κ ‑ 1)  bzw.  Ap · 0,90 fp0,1k e‑μ γ (κ ‑ 1)

DIN 1045‑1 bzw. Heft 525, Kap. 8.7.2
DIN FB 102, Kap. 4.2.3.5.4 (2)*P
DIN EN 1992‑1‑1, Kap. 5.10.2.1 (NA.3)

mit

μReibungsbeiwert nach allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung.
γΦ + k·x
Φ = Summe der planmäßigen Umlenkwinkel über die Länge x,
k = ungewollter Umlenkwinkel pro Längeneinheit (entspricht ß’ im Dialog),
x = entspricht bei einseitigem Vorspannen dem Abstand zwischen Spannanker und Festanker, bei zweiseitiger Vorspannung der Einflusslänge des jeweiligen Ankers.
κVorhaltemaß zur Sicherung einer Überspannreserve mit 1,5 ≤ κ ≤ 2 für Spannglieder mit nachträglichem Verbund nach deutscher Norm und κ = 1 für alle anderen Fälle.

 

Das Programm ermittelt mit dem eingegebenen Vorhaltemaß κ den zulässigen Höchstwert Pmax. Für die Einflusslänge x wird bei ein­seitiger Vorspannung die Spann­glied­länge, bei zwei­seitiger Vorspannung verein­fachend die halbe Spann­glied­länge an­ge­nommen.

Der An­spann­faktor bezieht sich bei dieser Einstellung auf Pmax, d.h. mit dem Wert 1,0 wird die nach deutscher Norm planmäßige Höchst­kraft gewählt.

Der Nachlassfaktor bezieht sich weiterhin auf Pm0. Die Zulässig­keit der nach dem Ver­an­kern im Spann­glied ver­bleibenden Kraft wird eben­falls mit einem Wert von 1,0 sicher­ge­stellt.

 

Am Beispiel eines beidseitig angespannten Einzelspannglieds St 1500/1770 mit Zulassung nach EC2 soll der Spannkraftverlauf für κ = 1,5 verdeutlicht werden. Der Ankerschlupf wird dabei zur Vereinfachung vernachlässigt.

Dialog Spannstrangeigenschaften - Anspannen mit Pmax

Das Programm ermittelt die zulässigen Spannkräfte zu

Pmax = e‑μ γ (κ ‑ 1) · min(Ap · 0,80 fpk , Ap · 0,90 fp0,1k ) = 0,9457 · 3591 = 3395,9 kN

Pm0 = min(Ap · 0,75 fpk , Ap · 0,85 fp0,1k ) = 3391,5 kN

Die Höchst­kraft Pmax wird mit dem An­spann­faktor von 1,0 automatisch ein­ge­halten. Wie aus dem nachfolgend abgebildeten Spannkraftverlauf ersichtlich ist, verbleiben nach dem Verankern 3391,2 kN im Spannglied. Damit wird die Grenze Pm0 ebenfalls eingehalten.

Einzelspannglied 2, 10‑fach überhöht

Einzelspannglied, 10‑fach überhöht

Spannkraftverlauf nach Anspannen und Nachlassen mit Pmax

Spannkraftverlauf nach Anspannen und Nachlassen

Falls die beim Anspannen errechnete Kraft kleiner ist als der Wert beim Nach­lassen, wird pro­gramm­seitig sichergestellt, dass auch nach dem Verankern der kleinere Wert nicht über­schrit­ten wird.