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Lastgruppe

Allgemein, Betonkriechen, Theorie 2./3. Ordnung, Fehlerschranke, Zuglagern oder Zugbettung, Steifemodulverfahren, Seiltragwerke, Zug- und Druckstäbe, Lastzusammenstellung, Superpositionsverbot

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Allgemein, Betonkriechen, Theorie 2./3. Ordnung, Fehlerschranke, Zuglagern oder Zugbettung, Steifemodulverfahren, Seiltragwerke, Zug- und Druckstäbe, Lastzusammenstellung, Superpositionsverbot

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Diese Lastart (Lastkürzel: GRL) eignet sich insbesondere zum Aufbereiten von Lastfällen für eine nicht­lineare Berechnung. Hiermit können Belastungen aus be­stehen­den Last­fällen mit den erforderlichen Last­faktoren zu­sam­men­ge­stellt und die gewünschte Be­rech­nungs­theorie aktiviert werden. Mit der Lastgruppe werden die bestehenden Last­arten Einfügen, Theorie, Vor­ver­formung und Knick­eigen­werte innerhalb einer Last­art zu­sam­men­ge­fasst.

Hinweis: Die Lastgruppen können auch über einen Dialog in der Datenbasis im Abschnitt Lasten bearbeitet werden. In ein­ge­füg­ten Lastfällen darf die Lastart Superposition nicht enthalten sein.

Allgemein

Berechnungstheorie Theorie 1./2./3. Ordnung: Berechnung nach geometrischer Theorie 1., 2. oder 3. Ordnung.
Knickeigenwerte: Berechnung von Knickeigenwerten und Knick­eigen­formen.
Fehlerschranke Fehlerschranke für die relative Größe des verbleibenden Residuums in [%]. Es sind nur Werte  1% zulässig.
Ausfall Zugbettung Ausschluss von Zugspannungen in der Gründungsfläche. Bei einer nichtlineare Systemanalyse gelten immer die für die nichtlineare Bettung angegebenen Zugfestigkeiten.
Ausfall Zuglager Ausschluss von Zugkräften in den Festhaltungen.
Zus. globaler Lastfaktor Zusätzlicher Faktor für alle Lasten.
Anzahl Eigenwerte Anzahl der gewünschten Knick­eigen­werte bzw. Knick­eigen­formen (maximal 9).
Vorverformung Nummer der Vorverformung.
Lastfälle Lastfälle markieren, um sie der Auswahlliste hinzuzufügen.
Lastfaktor Die einzelnen Lastfälle werden mit einem Faktor gewichtet.
Übernehmen Der Wichtungsfaktor markierter Lastfälle wird geändert.
Pushover Fall Auswahl des zu den gewählten H‑Lasten passenden Pushover Falls (Modal oder Konstant in "+x", "‑x", "+y" oder "‑y" Richtung). Diese Option steht nur zur Verfügung, wenn entsprechende Ergebnisse aus der dynamischen Pushover Berechnung vorliegen.

Betonkriechen, -schwinden

Für die nichtlinearen Systemanalyse ist eine lastfall­bezogene Definition der Kriech- und Schwindbeiwerte für Stab- und Flä­chen­ele­men­te aus genormtem Betonmaterial mit nichtlinearem Materialgesetz möglich. Eine Beschreibung der zu­grun­de­lie­gen­den Berechnungs­methode kann den Grundlagen zur geometrisch und physikalisch nicht­li­ne­a­ren Berechnung ent­nom­men werden. Bei einer Tragwerksanalyse für den Brandfall werden die Kriech- und Schwind­bei­wer­te nicht angesetzt.

Betonkriechen, -schwinden bei der nichtlinearen Systemanalyse berücksichtigen 
Aktiviert das Betonkriechen und Schwinden für die in der Tabelle aufgeführten Querschnitte. Bei erstmaliger Aktivierung werden vorhandene Polygon- und Flächen­quer­schnitte aus genormten Beton automatisch in die Tabelle eingefügt. Bereits definierte Beiwerte werden hierbei übernommen.

Aktualisieren Berechnet die Kriechzahlen und Schwindmaße in allen dafür aktivierten Zeilen.
Alle Qu. gleich Übernimmt die Eingabewerte der 1. Tabellenzeile für die weiteren Querschnitte.
phi Kriechzahl φ(t,t0).
Berechnet Ja: Die Kriechzahl und das Schwindmaß werden entsprechend dem Material mit dem Parametern t0 und t sowie weiteren Werten aus der Querschnittsdefinition ermittelt.
t0, t Belastungsbeginn und Betonalter in Tagen.
Faktor Optionaler Faktor für die berechnete Kriechzahl.
Dieser dient z.B. zur Ermittlung von φef gemäß EN 1992‑1‑1 aus dem berechneten Beiwert.
eps.cs*1e5 Das mit 1·105 multiplizierte Schwindmaß εcs(t,t0). Für eine Verkürzung ist ein negativer Wert einzugeben.

Bei Anwendung dieser Lastart sind die folgenden Hinweise zu beachten.

Berechnung nach Theorie 2. oder 3. Ordnung

Vor einer Berechnung nach Theorie 2. oder 3. Ordnung ist sicherzustellen, dass das System nach Theorie 1. Ordnung kinematisch stabil ist. Ein Stabilitäts­ver­sagen aufgrund Stab­knickens oder Schalen­beulens wird im Berechnungs­lauf nach 2. Ordnung durch eine Singularität des Gleich­ungs­systems oder einer Element­steifig­keits­matrix erkannt. Dieser Zustand wird dann mit einem Abbruch der Berechnung unter Angabe des Ortes und des versagten Freiheits­grades ge­meldet. In Grenz­fällen kann es not­wendig sein, die Fehler­schranke auf „0“ zu setzen, um den Ver­sagens­zu­stand fest­stellen zu können. Bei Ver­wen­dung des iterativen Gleichungs­lösers oder einer konstanten Steifigkeitsmatrix kann ein Versagen nicht un­mittel­bar fest­ge­stellt werden.

Fehlerschranke des Residuums

Die Lösung aller nichtlinearen Problemstellungen erfolgt iterativ. Als Maß für die Steu­e­rung der Iteration gilt die Länge des Fehler­vektors, das Residuum. Es wird für jeden Iterations­schritt in der Ausgabeleiste angezeigt. Die Iteration wird beendet, wenn das verbleibende Residuum in Bezug auf das Anfangs­residuum die vorgegebene Fehler­schranke erreicht hat. Bei dem Anfangs­residuum handelt es sich um die Länge des Lastvektors. Sind in der Lastfalldefinition auch Terme wie z.B. Temperatur, Stützensenkung oder Schwinden enthalten, kann das Anfangs­residuum sehr groß werden. Um ein verfrühtes Iterationsende zu vermeiden, sollte in diesem Fall die auf 1% voreingestellte Fehlerschranke reduziert werden. Falls die Fehler­schranke nicht erreicht werden kann, gibt das Rechen­pro­gramm eine Meldung aus.

Ausfall von Zuglagern oder Zugbettung

Bei unrealistischer Lastzusammenstellung (z.B. Fehlen der Eigenlast) kann es zum Ausfall aller Lager oder Ausfall aller Bettungen kommen (siehe auch Baugrundmodelle). Wenn dadurch das System verschieblich wird, erfolgt ein Abbruch der Berechnung wegen singulären Glei­chungs­sys­tems mit Angabe des verschieblichen Freiheits­grades, sofern nicht der iterative Glei­chungs­löser oder eine konstante Steifigkeitsmatrix ge­wählt wurde.

Berechnung nach dem Steifemodulverfahren

Bei Wahl des Steifemodulverfahrens erfolgt die iterative Berechnung der Setzungsmulde automatisch mit einer Fehlerschranke von 1%. Im Lastfall kann ein kleinerer Wert vor­ge­geben und zusätzlich der Ausfall der Zugbettung gewählt werden.

Berechnung von Seiltragwerken

Wenn ein Tragwerk Seilelemente enthält, werden diese auto­ma­tisch nach der Theorie großer Verformungen mit einer Fehler­schranke von 1% berechnet. Alle anderen Ele­mente werden nach der Theorie 1. Ordnung berechnet, wenn nicht im Lastfall explizit die Theorie 2. oder 3. Ordnung gewählt wird. Die dafür ein­ge­gebene Fehler­schranke gilt dann auch für die Seil­elemente. Wenn durch Ausfall eines Seils das System instabil wird, erfolgt auf­grund des singulären Gleichungs­systems ein Programm­abbruch, sofern nicht der iterative Glei­chungs­löser ge­wählt wurde.

Berücksichtigung von Zug- und Druckstäben

Bei Tragwerken mit Zug- und Druckstäben erfolgt die iterative Ermittlung des Gleich­gewichts­zu­stands auto­matisch mit einer Fehler­schranke von 1%. Im Lastfall kann ein kleinerer Wert vor­ge­geben werden. Instabilitäten durch Ausfall von Stäben bewirken ein singuläres Gleichungs­system mit Abbruch der Berechnung, sofern nicht der iterative Glei­chungs­löser ge­wählt wurde.

Lastzusammenstellung

Zur Zusammenstellung der maßgeblichen Einwirkungen für Berechnungen nach Theorie 2. oder 3. Ord­nung, unter Ausschluss der Zugbettung oder unter Ausfall der Zuglager werden die betref­fen­den Lastfälle in die Auswahlliste übertragen und mit Last­faktoren versehen.

Bei Berechnungen nach DIN 18800, Teil 2, oder EN 1993‑1‑1 sind folgende Fälle zu unterscheiden:

a) Berechnung nach geometrischer Theorie 2. oder 3. Ordnung mit linearem Materialgesetz nach der Elastizitätstheorie und anschließendem Nachweis Elastisch-Elastisch oder Elastisch-Plastisch. Die Schnittgrößen sind gemäß Norm mit den γM‑fachen Bemessungswerten der Einwirkungen zu ermitteln. Die Lastfälle der Aus­wahl­liste sind dazu mit dem Faktor γF zu wichten. Zusätzlich ist γM als globaler Last­faktor anzugeben.
b) Durchführung eines Tragfähigkeitsnachweises nach geometrischer Theorie 2. oder 3. Ord­nung mit nichtlinearem Material­gesetz nach der Plastizitäts­theorie. Hierbei wird γM gemäß Norm auf der Wider­stands­seite berücksichtigt. Die Schnitt­größen­ermittlung hat mit den Bemes­sungs­werten der Ein­wir­kun­gen zu erfolgen. Als Wichtungs­faktor ist also lediglich γF anzugeben.

Superpositionsverbot

Berechnungen mit Seilelementen oder Zug- und Druckstäben, nach der Theorie 2. oder 3. Ordnung, unter Ausschluss der Zugbettung oder unter Ausfall der Zuglager liefern ihre Ergebnisse nach nichtlinearer Iteration. Für diese gilt folglich nicht mehr das Super­positions­prinzip, d.h. sie dürfen nicht mit anderen Ergebnissen additiv überlagert werden. Eine Weiter­ver­arbeitung in Lastfall­kombinationen ist nur zulässig, wenn diese keine anderen als sich gegenseitig aus­schließ­ende (exklusive) Einwirkungen enthalten.