Auf die zeitabhängigen Materialkennwerte für das Kriech- und Schwindverhalten wird bei der Berechnung der Lastart Kriechen und Schwinden (Ks) zurückgegriffen. Die sich dabei ergebenden Betondehnungen werden mit dem angezeigten Elastizitätsmodul berechnet.
Kriechzahl phi (t,t0)
Kriechzahl φ(t,t0)
Relaxationskennwert rho
Relaxationskennwert nach Trost ( i.d.R. rho=0,80 ).
Schwindmaß epsilon cs(t,ts)*1.e5.
Das mit 1·105 multiplizierte Schwindmaß εcs(t,t0). Für eine Verkürzung ist ein negativer Wert einzugeben.
Beiwerte berechnen
Der Schalter bewirkt, dass die Beiwerte φ(t,t0) und εcs(t,t0) aus den Angaben t0, ts,t, Zementhärtung, Luftfeuchtigkeit RH, Wirksame Dicke h0 und ggf. γlt entsprechend der zur gewählten Materialart passenden Norm berechnet werden. Die Kriechzahl φ(t,t0) berechnet sich für DIN 1045‑1 nach Heft 525, Gl. (H.9‑6), für ÖNORM B 4750 nach Gl. (7) und für EN 1992‑1‑1 nach Anhang B, Gl. (B.1). Die Gesamtschwinddehnung εcs(t,t0) ergibt sich für DIN 1045‑1 nach Heft 525, Gl. (H.9‑20), für ÖNORM B 4750 nach Gl. (10) und für EN 1992‑1‑1 nach Gl. (3.8). EN 1992‑2, Kapitel B.103, für hochfeste Betone ≥C55/67 kommt nicht zur Anwendung.
Belastungsbeginn t0
Alter des Betons bei der ersten Lastbeanspruchung in Tagen.
Austrocknungsbeginn ts
Alter des Betons zu Beginn des Trocknungsschwindens in Tagen.
Betonalter zum Zeitpunkt t
Das Betonalter zum betrachteten Zeitpunkt in Tagen.
Zementerhärtung
Geschwindigkeit der Zementerhärtung für die Zuordnung in die passende Zementklasse.
Luftfeuchte RH
Relative Luftfeuchte der Umgebung in %.
Wirksame Dicke h0
Wirksame Querschnittsdicke mit h0 = 2·Ac / u in m, wobei Ac die Betonquerschnittsfläche und u die Umfangslänge der dem Trocknen ausgesetzten Querschnittsfläche sind. Dabei werden Löcher nur mit ihrem halben Umfang berücksichtigt.
Faktor gamma.lt
Sicherheitsfaktor γlt für die Langzeit-Extrapolation der verzögerten Verformungen gemäß EN 1992‑2, Kapitel B.105. Dieser Faktor ist vom Benutzer vorzugeben und wird bei Betonmaterial nach EN 1992‑1‑1 berücksichtigt, indem er mit der Kriechzahl und der Trockenschwinddehnung multipliziert wird. Bei Betonmaterial nach nationalem Anhang Deutschland wird er nur bei der Trockenschwinddehnung berücksichtigt.
Hinweis:
Die hier genannten Formeln aus den Normen erlauben es nicht, die Kriechzahl für einen beliebigen Zeitraum t1 bis t2 nach dem Belastungsbeginn zu bestimmen. Näherungsweise kann dieser Wert wie folgt ermittelt werden:
φ(t2,t1) = φ(t2,t0) – φ(t1,t0)
Für das Schwindmaß kann analog vorgegangen werden.
Weitere Eingaben sind im Abschnitt Querschnitt erläutert.